11.06.2018, 08:08 Uhr

Berührender Abschied in der „Kulturvilla Schindler“

Das "Eggner Trio" mit Christoph, Georg und Florian Eggner (Foto: privat)
TELFS. (FR) Seit 23 Jahren haben in der Villa Schindler Klassikkenner viele großartige Musiker auf hohem Niveau erleben dürfen. Die Reihe dieser privat organisierten Klassikkonzerte begann im Herbst 1995 unter der Leitung von Michel Sogny aus Frankreich bis Annemarie Schindler die Leitung ab 2003 selbst übernahm. Der Hausherrin ging es vor allem darum, jungen Künstlern Auftrittsmöglichkeiten zu bieten und sie erklärte nicht ohne Stolz, dass sie bei vielen die erste gewesen sei, die diese Musiker nach Österreich brachte, von denen manche heute Stars geworden sind und im Konzerthaus oder im Musikverein auftreten. Vor allem die anspruchsvollen Klavierkonzerte waren zu einem beliebten Treffpunkt für Musikliebhaber geworden. In diesen vielen Jahren standen aber auch immer wieder Lesungen, Kabarett und Ausstellungen im Veranstaltungskalender. Ja, sogar ein eigenes Museum hat in der Villa Platz gefunden (Sepp Schwarz-Museum). Jährlich gab es vier bis fünf Konzerte mit jeweils 80 Besuchern.
Bekanntlich wurde die Villa Schindler vor einigen Jahren in den Besitz der Marktgemeinde Telfs übereignet und so wird das traditionsreiche Haus mit eigenem Programm als kulturelles Zentrum im Geist der Familie Schindler weiterbestehen.
Und zum „Abschiedskonzert“ am vergangenen Wochenende hatte die Telfer Mäzenin Annemarie Fisch-Schindler das renommierte EGGNER TRIO eingeladen: Dieses war schon mehrmals zu Gast, bereits damals, als zum ersten Mal der warme Klang des Steinway-Flügels den Konzertsaal durchströmte. Künstler schätzen das Ambiente und den intimen und persönlichen Rahmen mit 100 Zuhörern und dass man sich nach dem Konzert beim Cocktail und anderen lukullischen Genüssen noch zum Gespräch treffen kann.
Auf dem Programm des Klaviertrios standen das Trio in Es-Dur von Ludwig van Beethoven, das Trio Nr. 1 in c-Moll von Dmitri Shostakovich und „Dumky“ op.90, e-Moll von Antonin Dvorak.

Abschied mit Tränen

Und alle „Freunde der Schindler Villa“ waren gekommen: Bis auf den letzten Platz gefüllt präsentierte sich der stimmungsvolle Musiksalon. Und das Trio wurden seinem Ruf mehr als gerecht: es bescherte erlesenen Genuss und ein berauschendes Musikerlebnis. Mit begeistertem Applaus bedankte sich das kompetente Publikum. Und die „Zugabe“ wurde fast zum Höhepunkt des Abends, als auch die sichtlich gerührten Musiker das „Adagio /Nocturne“ von Franz Schubert intonierten und damit die ambivalente Stimmung des Publikums von Wehmut und Freude verstärkten.
Mit Tränen in den Augen bedankte sich Annemarie Schindler bei den Künstlern und bei „ihren Freunden“, die ihr durch all die Jahre die Treue gehalten hatten: Eine Zuhörerin hatte in den 23 Jahren nicht ein einziges Konzert versäumt!!! Als Sprecher des „Freundeskreises Villa Schindler“ fand Dr. Markus Baldauf, ein jahrelanger Konzertbesucher, treffende Worte für die großartige Leistung von Annemarie Schindler und ebenso bedankte sich Philippe Languin aus der Schweiz für die großen Freuden, die ihnen in der Villa Schindler bereitet wurden. Auf die hoffnungsvolle Frage, ob es nicht doch ein „Weiterleben in einer anderen Form“ geben könne, meinte Frau Schindler sichtlich gerührt und um die Stimmung etwas aufzulockern: „Wir bleiben als Freunde beisammen – vielleicht kann eine andere Tür aufgehen – der Steinway-Flügel bleibt auch in meinem persönlichen Besitz!“ Und wie heißt es so schön: „Und jedem Abschied wohnt ein neuer Anfang inne!“
Danke, Frau Annemarie Schindler!
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