08.09.2016, 08:16 Uhr

Salzburgs Feuchtgebiete

Mattsee ist mit Gemeindegebiet auf zwei Seen Salzburgs feuchtester Ort. (Foto: LMZ/Otto Wieser)

Rekorde, Kuriositäten und jede Menge Zahlen rund um das kostbare Nass

SALZBURG (sys). Wo Salzburgs feuchteste Gemeinde liegt, welcher der größte, der wärmste und der tiefste See im Land ist, wieviel Liter Wasser Herr und Frau Salzburger aus wie vielen Quellen täglich verbrauchen, wieviel kostbares Nass die moderne Frau Holle bereits am Boden in Schnee verwandelt – es gibt fast nichts, was nicht gezählt und erfasst wäre. Ein aktueller "Salzburger Grenzfall" macht einen Streifzug durch Salzburgs Wasserwelt.

Wazzar, das Feuchte, Fließende, nannten unsere althochdeutschen Sprachvorgänger die lebensentscheidende Flüssigkeit, die Chemikern als H2O und jedermann als Wasser vertraut ist. Salzburg hat im Überfluss davon und das in höchster Qualität. Die Zahlenspezialisten der Landesstatistik können mit einem bunten Datenreigen zum kostbaren Nass aufwarten. Dieser hält einige Überraschungen bereit.

Wallersee hält Wärmerekord

Will man Wasserreichtum in der Landschaft messen, dann nimmt die Gemeinde Mattsee als feuchteste Gemeinde mit Abstand den Podestplatz ein. Mehr als 850 Hektar beziehungsweise ein Drittel der Gesamtfläche sind als Gewässer ausgewiesen. Zum Gemeindegebiet zählen nicht nur weitgehend der Mattsee, sondern auch der Obertrumer See. Nur St. Gilgen am Wolfgangsee reicht einigermaßen mit 833,3 Hektar Gewässerfläche heran, was aber nur etwas mehr als acht Prozent der Gesamtfläche entspricht.

Die trockenste Gemeinde – sowohl absolut als auch in Prozent der Gesamtfläche – liegt ebenfalls im Flachgau: In Großgmain werden nur 3,3 Hektar als Gewässerfläche ausgewiesen, das sind 0,1 Prozent der Gesamtfläche.

Nun soll das Wasser nicht nur reichlich, sondern für Badefreunde auch warm sein. In diesem Fall ist man am Wallersee und am Grabensee richtig. Der erste hält den im Zeitraum zwischen 2003 und 2015 mit im August 2003 offiziell gemessenen 25,56 Grad den Temperaturrekord. Im Durchschnitt (Mai bis September) darf sich jedoch der Grabensee mit 19,79 Grad als wärmster See in Salzburg bezeichnen. Und im Gegenteil? Am frischesten ist es im Fuschlsee zwischen Oktober bis April mit durchschnittlich 5,82 Grad.

Groß und tief: der Wolfgangsee

Flächenmäßig größter See im Land Salzburg ist mit 12,9 Quadratkilometern der Wolfgangsee und damit mehr als doppelt so groß wie der Wallersee als Zweitgereihter.

Gleich fünf der sechs größten Seen im Land Salzburg befinden sich im Flachgau, dafür sind im Pinzgau die Stauseen heimisch. Fünf der insgesamt acht Staugewässer sind dort. Und für ganz Genaue: 505 Wasserkraftanlagen gibt es in Salzburg, davon 18 Speicherkraftwerke, 23 Laufkraftwerke, 429 Ausleitungskraftwerke, 30 Trinkwasserkraftwerke und fünf Pumpspeicherkraftwerke.

Bei der Tiefe liegt der Wolfgangsee mit 114 Metern an der Spitze, gefolgt vom Zeller See mit 70 Metern. Der Mattsee bringt es da nur auf bescheidene 42 Meter, doch reicht dies allemal, dass auf diesen drei Seen fahrplanmäßig Schiffe verkehren. Immerhin wurden auf diesen Seen im Jahr 2014 542.000 Fahrgäste befördert, davon fast 400.000 auf dem Wolfgangsee. Fast 100.000 Kilometer wurden dabei auf dem Wasserweg zurückgelegt.

16 Flüsse, die mit einer Länge von mehr als 20 Kilometer auch diesen Namen verdienen, fließen auf Salzburger Boden – am längsten natürlich die Salzach mit 187 Salzburger Flusskilometern (die restlichen 40 Kilometer in Oberösterreich), bei der Mur, immerhin 453 Kilometer lang, sind es nur 58 Salzburger Flusskilometer.

Prost! Ein halber Fuschlsee Trinkwasserverbrauch pro Jahr

Wasser ist natürlich auch ein Lebensmittel. 124.000 Kubikmeter Trinkwasser werden täglich verbraucht, pro Einwohner sind das 130 Liter, auf das Jahr gerechnet etwa die Hälfte des Fuschlsees. Das kostbare Nass sprudelt aus 6.832 Wasserquellen, darunter 15 Thermal- oder Heilwasserquellen.

Und nun zum Abwasser: Die Sickergrube hat definitiv ausgedient. 97,5 Prozent der Haushalte im Land sind an die öffentliche Kanalisation und damit auch an eine kommunale Kläranlage angeschlossen.

Und was nicht durch die Kehle rinnt oder in Bad und Pool verbraucht wird, geht großteils in die Beschneiung. Mehr als fünf Millionen Kubikmeter Wasser benötigen die technischen Assistenten von Frau Holle in Salzburgs 52 Skigebieten. Von den 106 Beschneiungsanlagen findet man je 43 im Pinzgau und im Pongau, im Tennengau und im Lungau je neun und im Flachgau zwei.

Kurioses über Grenzen hinweg

Die Salzburger Grenzfälle versammeln Kuriositäten rund um die Grenzen Salzburgs und bilden eine aufschlussreiche Lektüre zu Geschichte, Landeskunde und Politik des Bundeslandes. Der Autor Stefan Mayer beschäftigt sich seit 2002 mit grenzfälligen Besonderheiten in und um Salzburg. Er gestaltet die monatliche Serie "Grenzfälle", von der bereits drei Bücher erschienen sind. Die Bücher sind vergriffen, digitale Versionen stehen im Webshop des Landes zum kostenlosen Herunterladen zur Verfügung. Einzelne Grenzfall-Artikel können jederzeit abgerufen werden.
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