16.05.2018, 19:50 Uhr

Berndorf im Blitzlichtgewitter

Die Berndorferin Theodora Höger gemeinsam mit Leiterin Viktoria (links) und Sekretärin Maria (rechts) im psychosozialen Zentrum Rodyna in Ternopil', Westukraine. Hier unterstützt sie junge Frauen und ihre Kinder, die zumeist vor häuslicher Gewalt Zuflucht in der Einrichtung suchen.
Berndorf: BRG |



Spaß am Fotografieren für die gute Sache: Am 02. Juni fotografiert das Triestingtal beim österreichweit einzigen Fotomarathon mit analogem Bewerb für ein ukrainisches Frauenhaus, das die Berndorferin Theodora Höger seit zehn Jahren unterstützt und besucht.

Infos zur Veranstaltung

Mitmachen kann jeder, der eine Digital- oder eine Analogkamera und Spaß am Fotografieren hat – Vorkenntnisse oder teure Geräte sind nicht nötig. Der Bewerb startet um 09:00 Uhr in der Aula des BG/BRG Berndorf; Spätentschlossene können sich bis 13 Uhr mittags für 15-25 € je nach Bewerb und Alterskategorie nachmelden: Schüler bekommen dabei vergünstigte Tickets. In Österreich einzigartig ist, dass auch die Analog-Freaks auf ihre Kosten kommen: Der Berndorfer Fotomarathon ist der einzige im Land, der zusätzlich zum digitalen auch einen Bewerb für Analogfotografie anbietet. Die Teilnehmer bekommen beim Start eine Liste von zwölf Themen genannt und haben bis 19:00 Uhr Zeit, dazu 36 Fotos zu schießen. Zu gewinnen gibt es verschiedene Preise, die von der heimischen Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden.

Hintergrund: Das Frauenhaus Rodyna in der Westukraine

Die 31-jährige Berndorferin Theodora Höger, die das Frauenhaus Rodyna 2007 das erste Mal besucht hat und seither bereits mehrmals Events zugunsten der Einrichtung organisiert hat, schildert ihre Beweggründe, den Fotomarathon zu initiieren: „Im psychosozialen Zentrum Rodyna sind hauptsächlich Menschen, die ganz alleine dastehen. Viele von ihnen, besonders die Frauen und Kinder, wurden Opfer häuslicher Gewalt. Da steht oft ein jahrelanger Leidensweg dahinter. Seitens des Staates kommt mittlerweile fast gar keine Unterstützung mehr. Beim Krankenhausaufenthalt müssen sogar Nadel, Faden und Gips selbst organisiert und bezahlt werden! Vielfach helfen die Leiterin und die Buchhalterin des Zentrums, Viktoria und Maria, ihren Klientinnen und Klienten mit ihrem eigenen, sehr bescheidenen Gehalt finanziell aus. Mich berührt die Begegnung mit den Leuten dort immer wieder sehr.“

Ihre Eindrücke vom letzten Besuch 2017: „Das Team vor Ort, aber auch ihre Klientinnen, waren überwältigt von der Hilfe. Sie lassen sich bei allen Spendern, Helfern und Teilnehmern herzlich bedanken. Die Wohnung ist jetzt renoviert und es konnten einige Arztrechnungen bezahlt werden. Trotzdem wird natürlich nach wie vor jeder Cent gebraucht – finanzielle Unterstützung durch den Staat kommt so gut wie gar keine, aber hilfesuchende Menschen gibt es mehr denn je.“

Team und Preise

Die Idee mit dem Fotomarathon ist eher zufällig entstanden: „Ich bin selbst Hobby-Fotografin. Mit den Juroren und Profifotograf*innen Erich Kapfenberger, Katja Hasenöhrl, Alex Frederickson, Moritz Scheer und Markus Gruber sowie dem Grafiker Michael Kaden habe ich ein hochkarätiges Team an meiner Seite, das mich tatkräftig unterstützt und auch immer wieder gute Ideen liefert“, erzählt sie begeistert. „Dass wir im BG Berndorf unsere Zelte aufschlagen dürfen, freut mich besonders. Schließlich ist der Fotomarathon aus dem BG Berndorf entstanden: Meinen ersten Kontakt in die Ukraine hat die Lehrerin Maria Hönigsberger hergestellt; meine Mitstreiter habe ich auch zum Teil in den Reihen meiner ehemaligen Mitschüler gefunden“, ist sie von der Location begeistert.

Was die Gewinner erwartet: „Zu gewinnen gibt es unter anderem Karten für den Wiener Fotomarathon, aber auch weitere tolle Preise von unseren heimischen Banken und Geschäftsleuten. Ich möchte mich auf diesem Wege nochmals sehr herzlich bei allen Sponsoren für die Zusammenarbeit bedanken.“
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