Sie hat die Hochzeitsbräuche im zweisprachigen Gebiet erforscht

Sarah Schippel studiert Slawistik in Klagenfurt
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SITTERSDORF. Auch heuer wurden vom Land Kärnten wieder Stipendien für den Bereich Volkskultur vergeben. Dieses Jahr stand unter dem Motto „Jahr des Brauchtums“. Eine Jury hat zwei junge Kärntner ausgewählt, die für ihre Arbeit mit einem Stipendium belohnt wurden. Eine davon ist Sarah Schippel aus Sittersdorf. Sie erhielt 1.100 Euro für ihre Masterarbeit „Hochzeitsbrauchtum im zweisprachigen südlichen Kärnten“.

Wenig erforschtes Thema

"Bei der Suche nach einem Thema für meine Abschlussarbeit stieß ich auf das wenig erforschte Hochzeitsbrauchtum. Meine Betreuerin war vom vorgeschlagenen Thema von Anfang an begeistert", erzählt die Slawistik-Studentin. Bereits vor eineinhalb Jahren hat Sarah damit begonnen, sich mit dem Thema für ihre Masterarbeit auseinanderzusetzen: "Die Erarbeitung und das Verfassen der Masterarbeit hat einige Zeit in Anspruch genommen, um ausschlaggebende Resultate für meine Arbeit zu gewinnen." Neben dem kulturellen Teil und den theoretischen sowie sprachwissenschaftlichen Ausführungen enthält die Arbeit auch einen umfassenden empirischen Teil.

Elf Interviews geführt

Für den empirischen Teil der Arbeit hat die Sittersdorferin Interviews mit elf verheirateten Frauen geführt. "Meine Interviewpartnerinnen waren alle zweisprachig. Die Damen stammten aus dem Gailtal, dem Rosental und dem Jauntal. Im Jauntal habe ich mit Frauen aus Obersammelsdorf, Traundorf und Völkermarkt gesprochen."

Aufnahmen in Mundart

Das gesammelte Material wurde von der Studentin danach analysiert und verarbeitet: "Obwohl diese Phase meiner Arbeit sehr intensiv und zeitaufreibend war, wurde meine Begeisterung am behandelten Thema nicht geschmälert. Die Tonaufnahmen in den slowenischen Mundarten habe ich der Masterarbeiten in Form einer CD beigelegt." Die Gesprächsinhalte wurden in der Arbeit von Sarah sowohl in slowenischer als auch in deutscher Sprache analysiert.

Veränderung bei Bräuchen

Angefangen mit dem Brautwerben und den Hochzeitsvorbereitungen, bis hin zu den Tagen nach der Hochzeit, beschreibt die Sittersdorferin in ihrer Masterarbeit das typische Vorgehen bei einer Hochzeit im zweisprachigen Teil Kärntens. "Aufgrund der veränderten gesellschaftlichen und sozialen Bedingungen, die neue Lebensformen mit sich bringen, verändern sich auch die Bräuche, die sich immer mehr den Bedürfnissen der heutigen Gesellschaft anpassen." Manche alt überlieferte Bräuche können so in den traditionellen Formen nicht mehr ausgeübt werden, weil die grundlegenden Voraussetzungen dafür fehlen. "An dieser Stelle treten dann innovative Ideen, die unter Einbindung der neuen Technik umgesetzt werden."

Typische Hochzeitsbräuche

Im Laufe ihrer Arbeit hat die Slawistik-Studentin auch herausgefunden, welche Bräuche typisch in zweisprachigen Gebieten sind. "Dazu gehört auf jeden Fall die Maut oder auch das Schrankstellen genannt", verrät Sarah. Einst bestand hier die Aufgabe der Braut oder des Bräutigams darin, Rätselfragen zu lösen. Heute müssen sich die Heiratswilligen bei der Maut vielen unterschiedlichen Aufgaben stellen. "Oft müssen diverse Geschmacksrichtungen oder Blumensorten erraten, Nägel in einen Holzklotz geschlagen oder Musikstücke mit unterschiedlichen Instrumenten gespielt werden." Eine Besonderheit hat die Sittersdorferin in der Gemeinde Zell entdeckt: "Hier wird der Hochzeitsreindling anstelle des Brautstraußes geworfen." Auch der Abschied vom Elternhaus wird heute noch im Gail-, Rosen- und Jauntal praktiziert. "Wer heiratet und dabei bodenständiges Kärntner Brauchtum erleben möchte, kann in meiner Masterarbeit sicher fündig werden", verrät Sarah.

ZUR PERSON:
Name: Sarah Schippel
Geburtstag: 16.7.1988
Wohnort: Sittersdorf
Familienstand: ledig
Hobbys: Reisen, Schwimmen, Lesen

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