Land & Leute
Herbstlicher Genussausflug in die Weststeiermark

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Mitte Oktober zeigte sich die Steiermark von ihrer schönsten Seite: Die Wälder auf der Pack leuchteten in Gold und Rot, die Schilcherlese war eingebracht und die Ölkürbisse geerntet – ideale Bedingungen für den Genussausflug der Pensionisten-Ortsgruppe Völkermarkt.
Die Fahrt führte durch das Lavanttal und über den Packsattel in die Weststeiermark und über Stainz nach Bad Gams/Furth zur „Genuss- und Erlebniswelt Farmer-Rabensteiner“.

Die Genuss- und Erlebniswelt Farmer-Rabensteiner
Der vielfach prämierte Familienbetrieb – mehrfacher GenussKrone-Österreichsieger – setzt ganz auf Direktvermarktung: vom Anbau des Steirischen Ölkürbisses bis zum fertigen Produkt. Die rund 90-minütige Führung begann mit einem Begrüßungstrunk und führte durch folgende Stationen:
Ölpresse: Beim Schaupressen entsteht aus gerösteten Kernen das dunkelgrüne Kürbiskernöl, das gemeinsam mit Pestos, Marmeladen und Knabberkernen in über 40 Geschmacksrichtungen verkostet wurde.
Essigkeller: In über 400 Holzfässern reifen mehr als 80 Essigsorten, darunter preisgekrönte Barrique-Essige – Erklärung und Verkostung waren ein Höhepunkt der Führung.
Bäuerliches Handwerk: Im über 130 Jahre alten, im Erzherzog-Johann-Stil renovierten Bauernhaus präsentieren rund 35 Bäuerinnen und Bauern ihr Handwerk und ihre Spezialitäten.
Schilcherkeller: Im Gewölbekeller bieten etwa 20 Weinbauern der Region ihren Schilcher zur Verkostung und zu Ab-Hof-Preisen an.
Keramikstub'n: Zum Abschluss wurde die traditionelle Bad Gamser Keramik aus der hauseigenen Werkstatt vorgestellt.
Im Hofladen – vom prämierten Kernöl über Kürbiskernlikör und Kürbisbier bis zur Kernöl-Kosmetik – fand so mancher ein Mitbringsel für die Daheimgebliebenen.

Weiter in die Schilcherstadt Deutschlandsberg
Gut gelaunt und mit so manchem Fläschchen Kernöl und Schilcher im Gepäck ging es weiter in die Bezirkshauptstadt Deutschlandsberg, die „Schilcherstadt“ am Fuß der Koralpe.
Zu Mittag kehrte die Gruppe im Hotel-Restaurant Kollar-Göbl am Hauptplatz ein. Das seit 1796 familiengeführte Haus steht für ehrliche steirische Küche – mit Fleisch aus der eigenen Manufaktur und Kräutern aus dem eigenen Garten. In der gemütlichen Gaststube ließ man den Vormittag in aller Ruhe Revue passieren.
Anschließend lud der Hauptplatz mit seinen Bürgerhäusern, Geschäften und Cafés zum Bummeln ein.
Hoch über der Stadt thront ihr Wahrzeichen, die 1153 erstmals urkundlich erwähnte Burg; Funde aus der Jungsteinzeit belegen eine Besiedelung des Burgbergs schon vor rund 6.500 Jahren. Ab 1850 verfallen, ging die Ruine 1932 an die Stadtgemeinde und wurde schrittweise wiederbelebt – heute reicht der Blick von dort weit über das Laßnitztal.

Heimfahrt über den Radlpass ins Jauntaler Hadnland
Die Heimfahrt führte über Eibiswald und den Radlpass nach Slowenien, hinunter nach Radlje ob Dravi (Mahrenberg) und die Drau flussaufwärts über Dravograd und Lavamünd zurück nach Kärnten ins Jauntal.
In Oberdorf bei Neuhaus erwartete die Gruppe der Landgasthof Hafner – das rund 200 Jahre alte Gasthaus der Familie Rupitz, weit über die Region hinaus als „Hadnwirt“ bekannt.
Zum Kaffee gab es die berühmte Jauntaler Hadntorte, eine flaumige Buchweizentorte mit Preiselbeeren und Schlagobers.
Anschließend erzählte Hadnwirt Peter Rupitz Wissenswertes über den Hadn, wie der Buchweizen in Kärnten heißt. Botanisch kein Getreide, sondern ein glutenfreies Knöterichgewächs, kam er im Spätmittelalter aus Asien nach Europa – sein Name leitet sich von den „Heiden“ ab. In Kärnten ist der Anbau seit 1442 belegt; über Jahrhunderte war der Hadnsterz ein Grundnahrungsmittel, ehe Mais, Kartoffeln und Weizen ihn zum „Arme-Leute-Essen“ machten – erzählte Peter Rupitz!
Der anspruchslose Hadn verträgt weder Dünger noch Spritzmittel, wird im Juli nach der Wintergerste gesät und nach nur rund 90 Tagen geerntet. Seit 1997 setzt sich der Verein „Wir laden zum Hadn“ in Neuhaus für das alte Kraftkorn ein: Die Anbaufläche im Jauntal wuchs von 20 auf rund 150 Hektar, eine eigene Mühle verarbeitet ihn zu Mehl, Grieß und Reis, und 2024 wurde der „Jauntaler Hadn“ von Slow Food ausgezeichnet.
Ob Sterz, Kranznudeln, Torte oder Palatschinken mit Grantnschleck – das einstige Arme-Leute-Essen erlebt heute als regionales Superessen eine echte Renaissance.
Mit dem Geschmack der Hadntorte auf der Zunge ging es schließlich heim nach Völkermarkt.
Herzlichen Dank an Peter Rupitz für den informativen Vortrag sowie an seine Frau und die Mitarbeiterinnen für die freundliche Bewirtung.
Anmerkung: am Samstag, den 17. Okt. 2026 gab es im ORF2, in der Sendung Land & Leute eine Dokumentation über das Hadn-Land Kärnten.

Fazit:
Geplant und organisiert vom Reisebüro und Busunternehmen Sienčnik Frau Sienčnik Eberndorf;
Von der Weststeiermark bis ins Jauntaler Hadnland – ein Tag voller Herbstfarben, Genuss und schöner Begegnungen, der allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben wird.

Bericht: Klaus Hofer
Foto: Klaus Hofer, Grethi Saliternig, Josef Ebner

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