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Nachruf auf die älteste Bürgerin der Stadtgemeinde Völkermarkt: Juliane Rauter
- hochgeladen von Klaus Hofer
Am 6. Februar 1922 erblickte Juliane Rauter das Licht der Welt – in einer Zeit, die noch vom Nachhall des Ersten Weltkrieges geprägt war. Es war eine Nachkriegszeit, in der vieles knapp war: Sicherheit, Leichtigkeit, manchmal auch das Selbstverständliche. Vielleicht ist es auch deshalb gut zu verstehen, wenn Juliane später sagte, dass wenig Raum blieb, um unbeschwerte Kindheitserlebnisse festzuhalten und als Erinnerung mitzunehmen.
Oft erzählte sie davon, wie früh Verantwortung, Ernst und Durchhaltevermögen in ihr Leben traten. Und sie tat das nicht, um Mitleid zu wecken, sondern mit einer stillen Klarheit – als wolle sie sagen: „So war es. Und so habe ich meinen Weg gemacht.“
Wenn man auf ein langes Leben zurückblickt, sind es nicht nur die großen Ereignisse, die zählen. Es sind die Haltungen, mit denen ein Mensch dem Alltag begegnet: das, was er aushält; das, was er schenkt; das, was er still trägt – und das, was er dennoch an Wärme weitergibt.
Im Zuge dieser Gespräche stellte sich eine Frage:
„Was gibt man Jüngeren mit, wenn man ein so hohes Alter – 104 Jahre – erreicht hat?“
Juliane hielt einen Moment inne und sagte:
„Es wird alles immer wieder gut.“
Ein besonderer Dank gilt auch den Töchtern Juliane, Maria und Christine, sowie ihren Familien.
Durch ihre großzügige und verlässliche Unterstützung war es möglich, dass Juliane ihren Lebensabend in ihrem vertrauten Zuhause verbringen konnte – bis zuletzt im Rahmen einer 24-Stunden-Betreuung gut versorgt. Dafür gebührt ihnen aufrichtiger Dank und Anerkennung.
Immer wieder äußerte sich Juliane dankbar über die große Hilfe ihres Sohnes Alfred und seiner Partnerin Katharina, die sie bei der Organisation des täglichen Lebens tatkräftig unterstützten.
Die Pensionisten-Ortsgruppe Völkermarkt hatte die Ehre, Juliane Rauter über viele Jahre hinweg zu begleiten. Insgesamt war sie 45 Jahre lang Mitglied der Organisation.
An ihren Geburtstagen wurde sie von den Mitgliedern besucht und gefeiert – und jedes Mal war spürbar, wie sehr sie geschätzt wurde.
Die Gäste waren bei diesen Besuchen stets zahlreich.
Pfarrer Josef Valeško brachte zu diesen Anlässen eine rote Rose mit.
Auf der Traueranzeige ist diese Rose auf einem Buch zur Ruhe gelegt – auf dem Buch ihrer Lebensgeschichte.
Die Verabschiedung am Samstag, den 10. Mai 2026, stand im Zeichen einer ehrenvollen Würdigung und wurde von Pfarrer Josef Valeško in einer feierlichen Zeremonie gestaltet – musikalisch begleitet vom Damenchor des Pensionistenverbandes.
Seitens der Stadtgemeinde Völkermarkt waren StR. Stefan Riepl, GR. Dr. Edeltraud Gomernik-Besser, GR Günter Hanin, GR Paul Wernig sowie Altbürgermeister Valentin Blaschitz anwesend und kondolierten den trauernden Familien.
Mit Juliane Rauter verliert Völkermarkt eine Frau, deren Lebensweg von Bescheidenheit, Pflichtbewusstsein und stiller Herzlichkeit geprägt war. Ihr Andenken wird in den Herzen jener weiterleben, die sie kannten und schätzten.
Text: Klaus Hofer
Foto: Klaus Hofer
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