Walter Meier automatisiert mit TGW

Die nationale Logistikdrehscheibe für den Klima- und Gebäudetechnikexperten Walter Meier Klima Schweiz AG in Nebikon wurde von Systemintegrator TGW realisiert. | Foto: TGW
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WELS/NEBIKON. Im Jahr 2007 wurde aus den drei Unternehmen Oertli, Vescal und Axair Kobra die Walter Meier Klima Schweiz AG. Sechs manuelle Lager in Bern, Kestenholz, Oberbüren, Romont, Schwerzenbach und Vevey sollten zusammengeführt werden, zudem knapp 30.000 Artikelpositionen mit insgesamt zwei Millionen Teilen. Eine große Aufgabe, die durch die Neuorganisation von 110.000 Kundenlieferungen und 30.000 Postpaketen noch ein Stück spannender wurde. Als die Umlagerungen und Transporte zwischen den Standorten immer komplexere Prozesse mit sich brachten sowie zu mehrfach redundanten Lagerhaltungen führten, fiel die Entscheidung: ein konsolidiertes Distributionszentrum an einem strategischen Verkehrsknotenpunkt war nötig. Gemeinsam mit dem Intralogistikexperten TGW Logistics Group konnten diese Pläne im schweizerischen Nebikon mit einer Gesamtinvestition von 48 Millionen Franken realisiert werden. Im November 2016 wurde das neue Logistikzentrum feierlich eröffnet.

Strategische Logistik für steigende Kundenansprüche

Beat Kohler, Leiter des neuen Distributionszentrums, erklärt: „Unsere Kapazitätsgrenzen waren erreicht, die gestiegenen Ansprüche unserer Kunden ließen eine Optimierung unserer Prozesse unumgänglich werden. Dies wurde nun mit Bravour erreicht!“ Systemintegrator TGW realisierte gemeinsam mit dem Kunden eine umfassende Intralogistiklösung, die sämtliche Prozesse optimiert und gleichzeitig auch die Tore in die Zukunft öffnet.
Ein automatisches Palettenlager mit vier Gassen wurde für über 11.000 Paletten in Silo-Bauweise errichtet. Bei doppelttiefer Lagerung und jeweils sechs Tonnen Traglast pro Fach auf acht Ebenen, sind 39 Doppelspiele pro Stunde mit den TGW-Regalbediengeräten möglich. Zudem installierte TGW ein automatisches Kleinteilelager (AKL) für 33.000 Behälter mit einem ausgeklügelten Kommissionier-Konzept inklusive Wareneingangsplätzen, Umpackplatz am Paletten-Loop sowie einer Auftragszusammenführung mit Versandzone. Ein manuelles Lager mit 4.000 und ein Fachbodenlager mit 1.500 Stellplätzen runden die Intralogistikanlage ab. „Wir haben in den vier AKL-Gassen unsere Einmast-Regalbediengeräte (RBG) des Typs Mustang eingesetzt. Sie können pro Stunde bis zu 600 Kleinteilebehälter ein- und auslagern. Bei der Entwicklung unserer RBGs setzen wir auf konsequenten Leichtbau und auf Konzepte aus dem Flugzeugbau, weshalb wir auch massive Vorteile in Sachen Energieeffizienz generieren können“, freut sich Hanspeter Egli, Gesamtprojektleiter von TGW. „So konnten wir 25 Prozent des Gewichts einsparen.“ Durch den eingesetzten Anti-Pendel-Antrieb bleibt der Masten auch bei einer Höhe von 12 Metern stabil – dies war auch ein schlagkräftiges Argument bei der Entscheidung zwischen Shuttle oder RBG, so Matthias Ott, Projektleiter von Walter Meier.

Optimierte Prozesse mit Ergonomie und state-of-the-art-Technologie

Auch bei der Kommissionierung wurde darauf geachtet, die besten Voraussetzungen sowohl für die Mitarbeiter als auch für das gesamte System zu erfüllen. Mit ergonomischen Maßnahmen kann eine höhere Leistung erzielt werden, zudem ist die Arbeit für die Mitarbeiter angenehmer. Die TGW PickCenter wurden neben Pick-by-Light auch mit PickTerm Tray, also Laser-Identifikation, in Überkopfhöhe ausgestattet. Zusätzlich steuern die Mitarbeiter an den Arbeitsplätzen über Touchscreen. „Durch den Einsatz dieser Technologie sollte die Pickfehler-Rate nach der Anlaufphase praktisch bei null liegen“, so die Projektbeteiligten.
Sämtliche Behälter werden über die TGW KingDrive-Fördertechnik durch das Logistikzentrum transportiert. Das System zeichnet sich vor allem durch seine Flexibilität und Skalierbarkeit bei Behältern und Kartons von bis zu 50 Kilogramm aus. Das Kommunikationssystem wird über ein BUS-Netzwerk programmiert und sichert somit maximale Beweglichkeit in Hinsicht auf Fördertempo und Beschleunigung. Zusätzlich qualifiziert sich dieses System durch ein energiesparendes Nutzbremssystem und durch einen sehr ruhigen Betrieb, was die Dezibel-Werte in der Anlage deutlich senkt.

Energieautarkes Logistikzentrum

Auf dem Dach des Logistikzentrums entstand eine Photovoltaik-Anlage mit 4.200 Panels und einer Spitzenleistung von 1,1 Megawatt. Damit ist die Anlage energieautark und gibt sogar noch Strom ans Netz ab. Matthias Ott erklärt: „Auf die Energiebilanz zu achten war ein wichtiger Punkt bei der Planung. Deshalb wurde die Gebäudehülle nach Minergie-Standard gebaut und die Haustechnik mit modernsten Technologien ausgestattet.“
Nachhaltig durch und durch präsentiert sich nun das neue Logistikzentrum von Walter Meier in Nebikon: sowohl hinsichtlich Energieeffizienz als auch der Zukunft des Klima- und Gebäudetechnikspezialisten sind die Weichen für den Erfolg gestellt.

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