06.10.2016, 11:09 Uhr

Dramatische Einkommenssituation der Bauern erfordert echte Hilfe und keine Mogelpackung

Jakob Auer, Obmann des Landwirtschaftsausschusses fordert einmal mehr den Erlass eines Quartals der Sozialversicherungsbeiträge ohne Rückzahlung und ohne Beitragserhöhungen. (Foto: ÖVP-Klub, Sabine Klimpt)

Am 5. Oktober hat der Landwirtschaftsausschuss mit Obmann NR Jakob Auer sich unter anderem mit dem Grünen Bericht 2016, den Maßnahmen für 2017 und dem Wildschadensbericht 2015 (letztere wurden öffentlich verhandelt und enderledigt!) beschäftigt.

Rund 2.000 heimische land- und forstwirtschaftliche Buchführungsbetriebe haben auch im vergangenen Jahr freiwillig an der Datenerfassung zur Einkommensentwicklung in der Landwirtschaft teilgenommen. "Sie liefern damit wertvolle Erkenntnisse über die heimische Agrarsituation im Grünen Bericht 2016", dankte heute, Mittwoch, ÖVP-Landwirtschaftssprecher Abg. Jakob Auer den Bäuerinnen und Bauern und erläuterte einmal mehr die dramatische Einkommenssituation der bäuerlichen Betriebe. Mit einem Minus von 17 Prozent bzw. einem Durchschnittsjahreseinkommen von 19.478 Euro pro buch-führendem Betrieb liegen die bäuerlichen Ein-kommen deutlich unter dem Bruttojahreseinkommen von anderen Erwerbstätigen. "Daher braucht es echte Hilfe und keine Mogelpackung", forderte Auer erneut den Erlass eines Quartals der Sozialversicherungsbeiträge für alle bäuerlichen Betriebe. "Und zwar ohne Rückzahlung und ohne Beitragserhöhungen", so der ÖVP-Landwirtschaftssprecher. Das Entlastungs-paket für unsere Bäuerinnen und Bauern im Ausmaß von rund 170 Millionen Euro wurde im Ministerrat auf den Weg gebracht und soll demnächst im Parlament beschlossen werden.

Qualität und Leistung honorieren – Vermarktung verstärken

Seit 2011 haben die österreichischen Bauern mehr als ein Drittel an Einkommen verloren. "Keine andere Bevölkerungsgruppe hat mit derartigen Entwicklungen und Herausforderungen zu kämpfen", so Auer. "Trotz dieser schwierigen Bedingungen produzieren unsere Bäuerinnen und Bauern ausgezeichnete Qualität für den Lebensmittelmarkt", wies Auer auf den überdurchschnittlich hohen Anstieg bei den Agrarexporten hin. "Heimische Qualität punktet und ist auch international gefragt. Dennoch sind wir alle gefordert, dass sich Qualität und bäuerliche Leistung auch bei den Einkommensverhältnissen wiederfindet", erinnert Auer an zahlreiche Maßnahmen, die sowohl national als auch im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik zur Stärkung des Agrarsektors umgesetzt wurden.

 Anpassungen beim Programm für Ländliche Entwicklung wie etwa höhere Investitionsförderungen in Bezug auf Verarbeitung, Vermarktung oder Klimaschutzmaßnahmen. Die EU-Marktentlastungsmaßahmen durch eine freiwillige Milchmengenreduktion werden gut angenommen: rund 4.000 heimische Betriebe nehmen derzeit daran teil.
 Auf nationaler Ebene wurde zur Abdeckung von schweren Frost- und Hagelschäden ein Hilfspaket von bis zu 100 Millionen Euro im Katastrophenfonds geschnürt. Mit dem Ausbau der Ernteversicherung werden die bäuerlichen Betriebe bei der eigenständigen Risikovorsorge unterstützt.

Hohe Wildschäden: Dialogprozesse fortsetzen

Obgleich die Datenlage im Wildschadensbericht 2015 nicht auf dem aktuellsten Stand ist, so wird durchaus darauf verwiesen, dass sich die Situation durch Wildeinfluss in den heimischen Wäldern in den letzten Jahren nicht wesentlich verbessert hat. "Anhaltende Wildschäden verlängern den Verjüngungszeitraum und führen zu einem Verlust von stabilisierenden Baumarten, was wiederum für Schutzwälder schwerwiegende Folgen hat", setzt Jakob Auer sowohl auf eine jährliche Datenerfassung und einen Ausbau des Dialogs zwischen Forst und Jagd wie etwa dem österreichischen Walddialog.
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