Ein Gespräch das unter die Haut geht
Gregor Bloéb bei Marianne Hengl zu Gast in der 57. Serie LICHTblicke
- hochgeladen von Marianne Hengl
Donnerstag, 23. Juli 2026, um 18:00 Uhr
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Im Tiroler Volkskunstmuseum trifft Marianne Hengl ihren langjährigen Freund Gregor Bloéb. In einem offenen Gespräch sprechen die beiden über die großen Fragen des Lebens: über die Kraft der Liebe, den Halt einer Familie, persönliche Krisen, das Verzeihen und den Mut, auch in schwierigen Zeiten Mensch zu bleiben.
Gregor Bloéb zählt seit vielen Jahren zu den bekanntesten Schauspielern Österreichs. Sein Name ist weit über die Landesgrenzen hinaus mit Theater, Film und Fernsehen verbunden. Viele kennen ihn als leidenschaftlichen Künstler, engagierten Theatermacher und charismatische Persönlichkeit. Bei LICHTblicke steht jedoch nicht die öffentliche Figur im Mittelpunkt, sondern der Mensch hinter den Rollen – offen, humorvoll, verletzlich und nachdenklich.
Gemeinsam mit Marianne Hengl spricht er darüber, was ihn im Innersten trägt: Liebe, Familie, Ehrlichkeit und die Bedeutung eines starken Herzens. Dabei wird rasch spürbar, wie bewusst Gregor Bloéb das Leben wahrnimmt. Wenn der Applaus verklungen und das Rampenlicht erloschen ist, findet er sein Glück nicht im Lärm, sondern in der Stille. Dann liegt er auf seiner Terrasse, umgeben von Natur, schaut den Blättern zu und lässt den Augenblick auf sich wirken.
Zufriedenheit ist für ihn nichts Spektakuläres. Sie beginnt dort, wo man loslässt, innehält und einfach da ist. In einer Welt, die ständig nach mehr verlangt, erinnert er daran, wie wohltuend es sein kann, nichts leisten und niemandem etwas beweisen zu müssen.
Einen besonderen Stellenwert nimmt in seinem Leben die Familie ein. Mit großer Wärme erzählt Gregor Bloéb von seiner Frau, seinen vier Kindern und dem gemeinsamen Weg, den sie miteinander gehen. Dabei spricht er kaum über Leistungen, Noten oder äußeren Erfolg. Viel wichtiger ist ihm etwas, das ihn bereits seit seiner eigenen Kindheit begleitet: Herzensstärke.
Sein Vater habe die Kinder nie danach beurteilt, was sie konnten oder erreicht hatten. Entscheidend sei vielmehr gewesen, ob sie ein starkes Herz besaßen. Diese Haltung hat Gregor Bloéb tief geprägt – und genau diese Werte möchte er auch seinen eigenen Kindern mitgeben.
Im Gespräch entstehen Momente, die unter die Haut gehen. Gregor Bloéb berichtet von seinem Sohn, der nach einem schweren Motorradunfall drei Tage lang im Koma lag und schließlich wieder die Augen öffnete. Er erzählt von kleinen Gesten der Ehrlichkeit und von der Beziehung zu seiner Tochter Josefine, die ebenfalls Schauspielerin geworden ist.
Auch dunkle Zeiten bleiben nicht ausgespart. Offen spricht Gregor Bloéb über die Corona-Jahre, die ihn in eine tiefe persönliche Krise führten. Während der erste Lockdown für seine Familie zunächst etwas Verbindendes hatte, veränderte sich die Situation später grundlegend. Die gesellschaftliche Spannung, die Hysterie und die zunehmende Spaltung setzten ihm schwer zu. Schließlich kam er an einen Punkt, an dem er professionelle Hilfe benötigte.
Rückblickend spricht er mit großer Ehrlichkeit darüber, wie wichtig es war, sich einzugestehen, dass er Unterstützung brauchte. Diese Erfahrung habe ihm gezeigt, dass selbst Menschen, die nach außen stark, erfolgreich und lebensfroh wirken, an ihre Grenzen geraten können.
Darin liegt eine zentrale Botschaft dieser Begegnung: Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche. Es verlangt Mut, die eigene Verletzlichkeit zuzulassen und ehrlich zu fragen, was im eigenen Einflussbereich liegt – und was nicht.
Sehr bewegend wird das Gespräch auch, als Gregor Bloéb von seinen Eltern erzählt. Besonders zu seiner Mutter verband ihn eine tiefe Liebe. In einer kleinen Kapelle bei seinem Zuhause haben die Urnen seiner Eltern ihren Platz gefunden. Für die Familie ist dieser Raum zu einem Ort der Erinnerung, der Nähe und der stillen Zwiesprache geworden.
Manchmal sitzt er dort mit einem Glas Wein und einem Zigarettl, denkt an seine Mutter und seinen Vater und spürt: Verbundenheit endet nicht, nur weil ein geliebter Mensch nicht mehr körperlich anwesend ist. Die Liebe bleibt. Sie verändert ihre Form, aber sie verliert nicht ihre Kraft.
Auch über Glauben, Kirche und Verzeihen spricht Gregor Bloéb ohne Scheu. Seine Beziehung zur katholischen Kirche beschreibt er nicht als starres Bekenntnis, sondern als tiefe Verbindung zu Kultur, Kunst, Sinnlichkeit und Geschichte. Zugleich verschweigt er seine kritische Haltung nicht.
Am Ende bleibt ein Gedanke, der in unsicheren Zeiten besonders tröstlich wirkt: Nicht alles lässt sich kontrollieren, und nicht jede Schwierigkeit kann sofort gelöst werden. Doch dort, wo wir etwas bewirken können, dürfen wir unsere Kraft, unsere Aufmerksamkeit und unser Herz einsetzen.
Vielleicht liegt genau darin auch die besondere Wirkung von Theater, Gemeinschaft und echten Begegnungen: Sie bringen Menschen zusammen, schaffen Nähe und erinnern uns daran, dass niemand allein durchs Leben gehen muss.
Diese Ausgabe von LICHTblicke ist ein persönliches Gespräch über Liebe, Verletzlichkeit, Familie und Lebensmut. Sie erinnert daran, dass wahre Stärke nicht darin besteht, immer unerschütterlich zu bleiben. Sie wächst aus der Bereitschaft, ehrlich zu sein, Hilfe anzunehmen, zu verzeihen und das eigene Herz trotz aller Erfahrungen offen zu halten.
Marianne Hengl
Obfrau RollOn Austria | Initiatorin der ORF Gesprächsreihe
„LICHTblicke“
👉 Menschen mit besonderen Lebensgeschichten und Erfahrungen im Mittelpunkt.
📺 Mehr Informationen: rollon.at/orf-sendungen/lichtblicke-wegweiser
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