13.03.2016, 20:42 Uhr

Waldaufseher – mehr als nur Heger und Pfleger

Über 250 Waldaufseher und Forstwarte sind in ganz Tirol unterwegs. (Foto: Vereinigung der Waldaufseher)

Die Aufgabenbereiche und Tätigkeitsfelder der Waldaufseher und Forstwarte Tirols

In Österreich gibt es 3,4 Milliarden Bäume. 40% der Tiroler Landesflächen sind mit Wald bedeckt. In den Gemeinden unserer Region ist der urbane Teil der wesentlich kleinere Teil der Gesamtfläche. Der Wald hat nicht nur eine Erholungsfunktion sondern auch, vor allem in alpinen Gegenden wie unserer, eine große Schutzfunktion.


Damit diese auch erhalten bleibt, wurden schon im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Maßnahmen zum Schutz des Waldes ergriffen. Früher nannte man sie Rieger, im 16. Jahrhundert erscheint in den Waldordnungen die Bezeichnung „Waldhüter“ und seit 1882 sind ausgebildete Waldaufseher in Tirols Wäldern unterwegs, welche für das Fortbestehen unserer Wälder sorgen.

Berufsbild

Der Beruf Waldaufseher hat sich in den letzten 30 Jahren stark entwickelt. Wo früher die Hauptaufgabe darin bestand, für die Waldbesitzer darauf zu achten, dass nichts „Falsches“ im Wald passiert, so steht heute der Sicherheitsaspekt klar im Vordergrund. Der Beruf setzt sich mittlerweile aus über 40 Aufgabenbereichen zusammen. Von der Wildbachbetreuung, über Waldpädagogik, zum Erkennen potentieller Gefahren, bis hin zur Entwicklung von beispielsweise Mountainbike Konzepten stehen Tirols Waldaufseher privaten Waldbesitzern und der Öffentlichkeit in allen Fragen, die mit dem Lebensraum Wald direkt oder indirekt in Zusammenhang stehen, beratend zur Seite.

Die intensivste Zeit des Jahres

... steht nun bevor. Eine der vielen Aufgaben beinhaltet die Zusammenarbeit mit der Bundesstelle der Wildbach und Lawinenverbauung. Die Wildbäche müssen von Anfang bis Ende begangen werden und auf mögliche Zustände, die Muren oder andere Schäden verursachen könnten, hingewiesen werden. Nachdem einmal ein Schaden entstanden ist, ist es hier im alpinen Gelände viel schwieriger und zeitaufwändiger den Wald wieder dazu zu bringen, die Schutzfunktion zu erfüllen. „Es ist wichtig, dass wir ständig dahinter sind, und alles dafür tun, dass unsere Wälder gesund bleiben“, so Michael Prader. Schon seit 35 Jahren ist er Waldhüter der Gemeinden Götzens und Völs und Vorstandsmitglied der Vereinigung der Waldaufseher und Forstwarte Tirols. Dies geschieht hauptsächlich durch Aufklärung der Waldbesitzer. Vergangen Sommer zum Beispiel, mussten die Waldbesitzer darauf aufmerksam gemacht werden, Schadholz so schnell wie möglich aufzuarbeiten, da sich Käfernester bei Trockenheit und Hitze besonders leicht ausbreiten.

Zusammenarbeit mit Jägern

Auch mit den Jägern wird ab heuer intensiver zusammengearbeitet. Laut neuem Jagdgesetz ist der Waldzustand vom Waldaufseher festzustellen. Je nach Stärke des Verbissdrucks auf Keimlinge beziehungsweise junge Aufforstungen, wird der Abschuss festgelegt. Waldaufseher kümmern sich also um gemeinschaftliche Aufgaben im Wald – von der Aufforstung bis zur Holzernte, sorgen durch standortgerechte Baumartenwahl für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, engagieren sich für die Erzeugung von Bioenergie und vieles mehr.
Es ist auf jeden Fall ein sehr vielseitiger Beruf, zu dem es natürlich auch eine entsprechende Ausbildung gibt. Jedoch gilt: „Erfahrung ist das A und O, sie ist nicht bezahlbar, und man kann sie auch so nicht lernen“, so Michael Prader.

Sie kümmern sich um unsere Wälder

Abentung Gerhard Jaggl (Birgitz/Kematen)
Kremser Bruno (Gries/St. Sigmund)
Mair Hermann (Ranggen)
Mair Michael (Grinzens/Natters),
Prader Michael (Götzens/Völs)
Praxmarer Maximilian (Oberperfuss/Unterperfuss)
Saurer Ernst (Axams)
Wanker Michael (Mutters)
Zöttl Johann Karl (Sellrain)
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