Comic Art
KAWS & Companions in und vor der Albertina Modern
- hochgeladen von Oliver Plischek
Der Karlsplatz hat ein neues, temporäres Maskottchen. Seit Anfang April steht vor der Albertina Modern eine rund fünf Meter hohe Holz-Skulptur des US-Künstlers KAWS, die bis Ende September 2026 die Besucher in die Ausstellung „KAWS.Art & Comix“ locken soll.
KAWS aka Brian Donnelly stammt aus New Jersey und machte sich seit den späten 80er-Jahren als Graffiti-Artist einen Namen. Am Tag studierte er an der School of Visual Arts und jobbte bei Animationsstudios, in der Nacht veränderte er Werbeanzeigen an Bushaltestellen und Telefonzellen. Ende der 90er kreierte er mit der japanischen Streetwear-Marke Bounty Hunter – Skulpturen in Form von „Vinyl Toys“. Diese Figuren bekamen auch einen speziellen Namen, „Companions“ (dt. Begleiter), gekennzeichnet durch eine Ähnlichkeit mit der Mickey Mouse, Ohren aus überkreuzten Knochen und gekreuzten Strichen (statt echten Augen).
Das Besondere an der Ausstellung in der Albertina Modern liegt darin, dass die Werke von KAWS in Dialog mit 27 anderen Comic-Künstlern gebracht werden. So entdeckt man dort Zeichnungen von Jean-Michel Basquiat neben einer Schaufenster-Galerie von KAWS-Figuren (von Donald Duck, Snoopy bis hin zu Darth Vader). Donnellys liegende „Time Off“-Figur wurde kongenial platziert vor einem großformatigen Pink Panther-Gemälde von Katherine Bernhardt. Gottfried Helnweins fast furchteinflößende Mickey Mäuse fletschen ihre Zähne neben den grellen Daisy Duck-Verzerrungen von Eliza Douglas und den lackfarbigen Donald Duck-Bildern Joyce Pensatos.
Die 2022 verstorbene österreichische Künstlerin Brigitte Kowanz beleuchtet mit ihren Neonröhren einen rotfarbigen Companion. Die in Zusammenarbeit mit dem Nahrungsmittelunternehmen General Mills entstandenen „Monsters“ von Kaws blicken auf Öyvind Fahlströms Figuren aus der von Robert Crumb inspirierten Installation „Meatball Curtain“. Einer, der wie Kaws den Spagat zwischen High und Low Art beherrschte, darf in der Ausstellung nicht fehlen: Pop-Art-Legende Roy Lichtenstein mit seiner spacigen Lamp.
Street Art-Underground-Star Keith Haring, 1990 an den Folgen einer Aids-Erkrankung verstorben, ist in der Albertina Modern mit seinem Pop Shop Tokio vertreten. Dieser diente einst nicht nur als Verkaufsraum von T-Shirts, Postern, Skateboards oder Geschirr, sondern hatte das Ziel, die Kunst vom exklusiven Zirkel in den Alltag zu transportieren. Kaws selbst hat einst als Jugendlicher den Pop Shop von Haring in New York besucht und dort Patches und Buttons erworben.
Ein Top-Highlight der Ausstellung ist die Installation „Manhattan Subway“ von Red Grooms & Mimi Gross aus dem Jahr 1976. Die Besucher haben dabei die Gelegenheit, diesen mit witzigen Skulpturen ausgestatteten U-Bahn-Waggon zu betreten und das Feelings New Yorks zu inhalieren, Selfies mit den Passagieren inklusive.
Kuratiert wurde die Ausstellung übrigens von Angela Stief und Florian Waldvogel, nicht von Kaws selbst. Posing dressed in black genoss er bei seinem Wien-Trip den spannenden Comic-Parcours. Wie die „normalen“ Besucher auch.
www.oliverplischek.at
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