Brand Laaben
Schächtungen in Brand Laaben wurden zur Anzeige gebracht

Die Gesetzeslage für rituelle Schlachtungen in der EU ist unterschiedlich - Rot: Betäubung nicht erforderlich; Hellgrün: Betäubung nach dem Schnitt erforderlich; Türkis: gleichzeitige Betäubung erforderlich; Grün: Betäubung vor dem Schnitt erforderlich; Blau: rituelles Schlachten verboten
  • Die Gesetzeslage für rituelle Schlachtungen in der EU ist unterschiedlich - Rot: Betäubung nicht erforderlich; Hellgrün: Betäubung nach dem Schnitt erforderlich; Türkis: gleichzeitige Betäubung erforderlich; Grün: Betäubung vor dem Schnitt erforderlich; Blau: rituelles Schlachten verboten
  • Foto: wikipedia
  • hochgeladen von Karin Kerzner

"Animal Spirit" und "RespekTiere.at" hab eine Anzeige wegen angeblich illegalen Schächtungen in Brand Laaben eingebracht. Ob es sich dabei um Tierquälerei und Missachtung der gesetzlichen Vorschriften handelt muss erst geklärt werden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

BRAND LAABEN. "Brutales betäubungsloses und teils illegales Schächten in NÖ aufgedeckt", lautet die Überschrift der Anzeige, die vom Obmann des Vereins "Animal Spirit", Franz-Joseph Plank, gegen einen türkischen Landwirt in Brand Laaben am 18. August bei der Staatsanwaltschaft eingebracht wurde. Auf einem anonym zugespielten Video, beruhen die Vorwürfe, dass in besagtem Schlachtbetrieb außerhalb der Meldezeiten rituelle Schlachtungen, auch Schächtungen genannt, stattgefunden haben sollen. Bei den im Judentum und im Islam, vor allem zum Opferfest "Kurban Bayrami", durchgeführten rituellen Schlachtungen, wird durch einen Schnitt an der Halsunterseite das Ausbluten der Tiere bewirkt. In Österreich sieht das Gesetz dafür folgendes vor: die Anwesenheit eines Tierarztes, eine Konzession des Schlächters, eine Anmeldung bei der Behörde und eine unmittelbare Betäubung des Tieres nach dem Schnitt. All diese Vorgaben sieht Plank missachtet.

Die Anwältin des Landwirts

Die Rechtsanwältin Dr. Agnes Lepschy, die den Landwirt vertritt, wies die Vorwürfe zurück:

"Richtig ist, dass mein Mandant im Rahmen der Kurbanfeste rituelle Schlachtungen durchgeführt hat. Diese waren allesamt behördlich genehmigt und wurden vorschriftsgemäß durchgeführt. Die gegen meinen Mandanten erhobenen Vorwürfe sind falsch. Bis dato sind weder Herkunft, Zeit und Örtlichkeit sowie die handelnden Personen auf den Videos bekannt. Mein Mandant nimmt besonders Bedacht darauf, dass den Tieren im Rahmen seines Schlachtbetriebes, egal ob bei einer normalen oder rituellen Schlachtung, kein Leiden zugefügt wird. Es kann aber nicht sein, dass eine hochpolitische Diskussion am Rücken meines Mandanten ausgetragen wird."

Anzeigen haben sich im Sand verlaufen

Es ist nicht das erste Mal, dass Plank eine Anzeige eingebracht hat und es wäre nicht das erste Mal, dass auch er im Gegenzug mit einer Anzeige rechnen muss. "Jedes Mal sind die Anzeigen an die BH St. Pölten im Sand verlaufen", berichtet Plank. "So hoffen wir, dass zumindest diesmal der Sache gründlich nachgegangen wird", so Plank. Der Hauptsitz von "Animal Spirit" ist ebenfalls in Brand Laaben. Vonseiten des Vereins RespekTiere.at wurde ebenfalls eine Anzeige eingebracht.

Landesrat Waldhäusl

Der für Tierschutz zuständige Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ), am Tag der Anzeige:

"Ein grausames Video, das die brutale und offenbar illegale Schächtung von zwei Rindern zeigt, macht derzeit in den sozialen Medien die Runde. Ich habe umgehend eine interne Prüfung angeordnet. Laut einer Vorab-Stellungnahme der dafür zuständigen Behörde, soll alles rechtens abgelaufen sein. Ich warte auf den Endbericht, den ich mir persönlich sehr genau ansehen werde. Sollten Konsequenzen notwendig sein, werde ich diese natürlich ziehen."

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