17.11.2016, 10:26 Uhr

Polizei überführt Ost-Banden im Stundentakt: 19 Täter in Haft, 170 Taten geklärt

Landespolizeikommandant Franz Prucher (Mitte) präsentierte mit Kollegen das Einbruchswerkzeug.

Polizisten aus Niederösterreich lösten gleich vier Serien von Straftaten. Die Täter stammen aus Rumänien und Ungarn.

Beinahe im Stundentakt hat die Polizei Niederösterreich derzeit Erfolgsmeldungen zu verkünden. Neuester Coup: 170 Einbrüche konnten geklärt und 19 Tatverdächtige festgenommen werden. Die Profi-Einbrecher waren vorallem in Ostösterreich unterwegs, haben aber in allen Bundesländern außer Vorarlberg zugeschlagen. Landespolizeikommandant Prucher: „Niederösterreich ist wieder sicherer geworden. Ich verneige mich in großer Demut vor den Beamten, da ich weiß wie schwer es ist solche Straftaten zu klären."

Insgesamt handelt es sich um vier Tätergruppen.


Fall 1: Mit Pistole und Axt Einbruchsopfer attackiert.

Ein Krimineller gilt als Einzeltäter. Hofrat Götz vom Landeskriminalamt: „Der Mann war im Süden von Wien mit hoher Schlagkraft unterwegs. Mehrmals haben wir ihn fast erwischt, danach hat er drei Wochen Pause eingelegt. Insgesamt hat er mindestens 109 Einbrüche begangen, mit einem Schaden von mehr als 300.000 Euro. Was besonders an diesem Mann war: Normalerweise flüchten Täter wenn sie überrascht werden. Dieser Täter hat das nicht gemacht. Er hat ein Opfer mit einer Gaspistole beschossen und mit einer Axt attackiert. Er ist äußerst taktisch vorgegangen, hat sich immer mehrere Fluchtwege offen gehalten und sich teils in leerstehenden Objekten in der Gegend eingenistet."

Insgesamt konnten an den Tatorten 45 gleiche DNA-Proben sichergestelt werden. In der österreichischen Datenbank schien die DNA aber nicht auf. Durch internationale Kooperation führte der Gencode aber zu einem Rumänen. Im Zuge einer Routinekontrolle in einem Zug, konnte der Täter schließlich festgenommen werden. Bevor er in Österreich aktiv wurde saß er in Rumänien bereits sieben Jahre hinter Gittern.

Fall 2: ”Der Lord". Ungar gab sich als britischer Journalist aus, plünderte Golfplätze.

Auch der zweite Fall betrifft einen Einzeltäter. Er hatte sich auf Golfplätze in Ostösterreich spezialisiert. Diese suchte er sogar mehrmals aus. Die Polizei stellte daraufhin Kamerafallen und Alarmanlagen auf. Im September schlug eine dieser Anlagen in Schwechat an. Die Polizei überraschte ihn, er konnte aber zu Fuß flüchten, musste aber sein Fahrzeug zurücklassen. Über das Auto konnte aber ein Ungar als Täter ausgeforscht werden. Ihm wurden 39 Taten nachgewiesen, auch hier entstanden rund 300.000 Euro. Mit einem internationalen Haftbefehl konnte er in Ungarn festgenommen werden. Der Mann, der lange in England gelebt hatte, wurde vor der Einbruchsserie in Österreich wegen Einbrüchen nach Ungarn abgeschoben. Hier stellte er sich Golfplatzbesitzern als englischer Journalist vor und spionierte so seine Opfer aus.

Fall3: Sozialbetrug mit "importierten Kindern"

Fall drei betrifft eine rumänische Gruppe. Sie verursachte einen Schaden von 70.000 Euro. Die 14 Täter reisten extra für die Taten aus Rumänien an, lebten hier von der Sozialhilfe und begingen auch noch Sozialbetrug. Kinder wurden extra aus Rumänien für einen Tag zur Mutter-Kind-Pass Untersuchung nach Österreich geholt, um Beihilfen zu erschwindeln. Um die Sozialleistungen nicht zu verlieren, immitierte einer der Täter bei Vorstellungsgesprächen, dass er trotz guter Deutschkenntnisse kein Wort verstehe, um die Jobs nicht zu bekommen. Mit gefälschten Lohnbestätigungen erschwindelten die Täter überdies mehrere Leasingautos und tauchten danach unter. Ein Zubrot verdiente einer der Täter mit dem Handel von Marihuana. Mindestens zehn Kilo brachte er unter das Volk. Durch einen Hinweis aus Rumänien kamen die Ermittler auf die Spur der Bande.

Fall 4: Cobra stellte rumänische Einbrecher

Drei weitere junge Rumänen spezialisierten sich auf Einbrüche. Ihnen konnten acht Taten in Niederösterreich und Tirol von der Polizei nachgewiesen werden. Sie wurden von der Cobra in bei Reichenau an der Rax auf frischer Tat festgenommen werden.

Polizeidirektor Franz Prucher: „Sie sehen, es zahlt sich nicht aus in Niederösterreich Straftaten zu verüben. Sie werden gefasst."
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