23.03.2017, 15:22 Uhr

Buchvorstellung und Lesung mit Wilhelm Kuehs "Dianas Liste"

Wann? 20.05.2017 20:00 Uhr

Wo? CONTAINER 25, Hattendorf, 9411 Hattendorf AT
Hattendorf: CONTAINER 25 | Vergessene Retterin Tausender Kinder
Die gebürtige Tirolerin Diana Budisavljevic hat im Zweiten Weltkrieg Tausende Kinder aus den Konzentrationslagern der kroatischen Ustascha befreien können. Der lange Zeit vergessenen Heldin gedenkt jetzt ein Buch.
Aufgepeitscht von Geistlichen wie Krunoslav Draganovic und dem ideologischen Kopf der faschistischen Ustascha, Ante Pavelic, verübten Kroaten unvorstellbare Gräueltaten vor allem an Serben und Juden. Auch Kinder wurden nicht verschont, was die aus Tirol stammende Frau auf den Plan rief. Sie setzte alles in Bewegung, um Kinder aus den Konzentrationslagern zu befreien, was ihr auch gelang.
Für den Kärntner Buchautor Wilhelm Kuehs spielten für ihren Erfolg viele Fakten zusammen. Mit Hartnäckigkeit und Durchsetzungsvermögen habe sie Leuten in hohen Positionen des Staates klargemacht, dass geholfen werden muss. Außerdem habe sie die Fähigkeit gehabt, Leute zu vernetzen, etwa die Kirche, das Rote Kreuz und die antifaschistischen Frauen, die dann alle zusammengewirkt hätten. Alle Kinder wurden auf Karteikarten vermerkt, damit überlebende Mütter ihre Kinder nach dem Krieg wiederfinden konnten. Diese Kartei, auch „Dianas Liste“ genannt, gab dem Buch den Namen.
Kartei wurde vom Staat einkassiert
Bis zum Ende des Krieges gelang es ihr, 12.000 Kinder aus den Konzentrationslagern wie jenem von Jasenovac zu befreien. Ihre Liste wurde nach dem Krieg vom jugoslawischen Staat einkassiert und war bisher nicht auffindbar. Der Buchautor Wilhelm Kuehs sagt, die einen behaupteten, die Kartei sei verschwunden, andere sagten, sie sei in eine größere Kartei eingearbeitet worden. „Man weiß bis heute nicht, was mit dieser Kartei eigentlich passiert ist.“
Die mit einem aus Kroatien stammenden Serben verheiratete Budisavljevic kehrte 1972 mit ihrem Mann aus Zagreb nach Innsbruck zurück, wo sie 1978 verstarb. Zu ihren Lebzeiten erhielt sie für ihre Heldentat keinen Dank. Erst nach ihrem Tod wurde sie von der serbisch-orthodoxen Kirche und von Serbien ausgezeichnet. Von der Stadt Innsbruck wurde ihr der Orden II. Grades verliehen.
(tirol.ORF.at)
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