19.04.2016, 07:59 Uhr

Eine Grenze wurde überschritten

So kann einen das persönliche Erleben einholen: Vor wenigen Wochen sah ich im Mödlinger Stadttheater Felix Mitterers Stück "In der Löwengrube". Es ging um einen jüdischen Schauspieler, der 1938 von Nazi-Schergen aus dem Ensemble entfernt wurde.
Vorigen Donnerstag störte eine Gruppe von "Identitären" ein Jelinek-Stück im Audi Max der Uni Wien, ein Badener zog bei der Aktion die Fäden.
Eine absolut grenzwertige Aktion, die von den Akteuren zynisch als "Erweiterung" des Stücks deklariert wurde - in Wahrheit aber durchaus als Anschlag auf die "Freiheit der Kunst" gesehen werden kann. Ich mag mir nicht vorstellen, dass - gruselig in die Zukunft gedacht - nun jede Theateraufführung mit "heiklem Thema" Polizeischutz braucht.
Ob einem Jelinek gefällt oder nicht: Diskussionen müssen möglich sein. Aber mit der Störung einer Inszenierung, dem Erschrecken von Zuschauern und Schauspielern, überschreitet jeder, der das tut, eine Grenze, die in einer demokratischen Kultur respektiert werden sollte.

http://www.meinbezirk.at/baden/lokales/stoeraktion...
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