01.06.2016, 20:27 Uhr

Höhere Mathematik in der Türkei

14 Schüler aus der HTL Braunau sind unter Begleitung von Dr. Wolfgang Schmid und Mag. Reinhard Pfoser eine Woche lang im "Nesin Mathematics Village" (Mathematik-Dorf) bei Sirince (in der Nähe von Selcuk) in der Türkei gewesen. Neben interessanten mathematischen Fragen hat den Schülern das Kulturprogramm ausgezeichnet gefallen.

Im Rahmen der Initiative „Sparkling Science“ arbeiten der Fachbereich Mathematik der Universität Salzburg und die HTL Braunau beim Projekt „EMMA - Experimentieren Mit Mathematischen Algorithmen“ bereits das zweite Schuljahr intensiv zusammen. HTL-Schülerinnen und Schüler werden dabei mit aktuellen Forschungsprojekten vertraut gemacht und bekommen einen guten Einblick in die universitäre Mathematik. Höhepunkt des zweiten Jahres war nun ein Aufenthalt im „Nesin Mathematics Village“, dem Mathematik-Dorf das von Prof. Ali Nesin von der Istanbul Bilgi Universität gegründet wurde. Diese Einrichtung verfolgt die Zielsetzung, Schülerinnen und Schüler an die Universitätsmathematik heranzuführen und ihnen insbesondere auch Einblicke in die mathematische Forschung zu ermöglichen. Das Mathematik-Dorf hat damit die gleiche Zielsetzung wie das EMMA-Projekt der Universität Salzburg.

„Mir hat dieser Aufenthalt wirklich gefallen. Das Mathematik-Dorf liegt inmitten einer wunderbaren Landschaft, ist gut ausgestattet und bietet neben etlichen Vorlesungsräumlichkeiten auch ein Amphitheater als Arbeitsbereich. Der Gründer, Prof. Nesin, hat für uns eine Vorlesung gehalten und dabei auch seine Lehrmethode – ‚Es geht ums Verstehen und dafür muss man sich Zeit lassen‘ erläutert“, erklärt ein begeisterter Schüler, dem auch das durchaus anspruchsvolle Mathematik-Programm sehr gut gefallen hat. „Mich hat der legere Umgangsstil zwischen uns Schülern und den beteiligten Professoren der Uni Salzburg beeindruckt. Wir arbeiteten in 2er oder 3er Gruppen und erledigten diverse Aufgaben, dazwischen gab es Vorträge von Professoren oder Doktoranden. Bei allen Aktivitäten wurden wir als Erwachsene behandelt und lernten die Professoren auch von ihrer privaten Seite her kennen“, so ein anderer Teilnehmer, der die perfekte Organisation lobte. Auf große Zustimmung ist auch das Kulturprogramm gestoßen, so gab es eine Exkursion zu den Ausgrabungen von Ephesos mit anschließendem Besuch in einem nahegelegenen Nationalpark. Auch das nahegelegene Meer war nach getaner Arbeit zweimal das Ziel der Gruppe.

„Ich freu‘ mich sehr über die positive Stimmung in der ganzen Gruppe und ich bin selbst überrascht von der Atmosphäre und der Ausstattung des Mathematik-Dorfs“, erzählt Dr. Wolfgang Schmid, der als a.o. Univ.-Prof. sowohl an der Universität Salzburg als auch an der HTL Braunau unterrichtet und dort den Freigegenstand „Universitätsmathematik“ aufgebaut hat. „Die Türken waren hervorragende Gastgeber, wir haben interessante und anregende Tage in Sirince verbracht“, ergänzt Mag. Reinhard Pfoser, der als Mathematiker an der HTL Braunau die Gruppe ebenfalls begleitet hat.

„Vielen Dank an die Kollegen Schmid und Pfoser für diese wunderbare Aktion. Solche Formen der Begabungsförderung prägen sich bei den beteiligten Schülern nachhaltig ein und motivieren enorm“, erklärt Dir. Hans Blocher, der das Projekt EMMA nach Kräften unterstützt und es für einen wichtigen Teil der HTL-Begabungsförderung hält.
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