15.07.2016, 07:00 Uhr

5.000 Mal wurde das "Almwissen" belohnt

Sieglinde Hirschmann (2.v.l.) hat als 5.000ste Teilnehmerin die Almmatura bestanden (Foto: Friessnegg)

Zum fünftausendsten Mal wurde bei der Hiasl Zirbenhütte auf der Hochrindl ein Almmatura-Zeugnis vergeben.

HOCHRINDL (fri). Kaum weniger Aufregung als bei einer Prüfung in der Schule herrschte bei den Schülerinnen und Schülern des Bischöflichen Gymnasiums Graz, die zur Almmatura auf der Hiasl Zirbenhütte antraten. Dabei wurde das 5.000ste Maturazeugnist vergeben.

Idee verwirklicht

"Wir haben 2002 mit der Almmatura begonnen", erklärt Hiasl-Wirtin Siegrun Mödritscher. "Mein Vater hat zufällig von einem ähnlichen Projekt gelesen. Wir haben ein Konzept erstellt und die Almmatura entwickelt, die auch durch ein Patent geschützt ist."


In der Natur lernen

Ziel war und ist es Kindern, aber auch Erwachsenen die Natur und das Leben auf der Alm näherzubringen. "Viele Kinder sind erstaunt, dass die Milch nicht eisgekühlt aus dem Euter der Kuh kommt", erzählt Helmut Leitgeb. Er hat schon viele Gruppen durch die Almmatura begleitet und weiß, dass das Gelernte auf fruchtbaren Boden stößt. "Bei der geführten Wanderung über den Almwanderweg mit 33 Farbschautafeln bringen wir unseren 'Maturanten' den Lebensraum Alm näher: von der Waldameise über die Zirbe bis zur Mutterkuh mit Kalb. Die Teilnehmer staunen über die Vielfalt und Schönheit der Natur im Nockgebiet, lernen Neues über die Bedeutung der Almwirtschaft und der bergbäuerlichen Land- und Forstwirtschaft", weiß Leitgeb. "Die Erhaltung der Kulturlandschaft durch die Bauern ist Voraussetzung für den Tourismus und die Sicherung des Überlebens im Alpenraum."


Praktische Übungen

Anschließend geht es zu den praktischen Übungen. Dabei wird ermittelt, wer der beste Melker ist und beim "Nageln" ist handwerkliches Geschick gefragt. Wenn dann zum Abschluss – wie die 50 Schüler des Bischöflichen Gymnasiums Graz mit ihren Lehrpersonen – alle ein Almmatura-Zeugnis in den Händen halten, ist die Freude grenzenlos. "Dieses Wissen bleibt den Kindern erhalten. Mit viel Neugier und Spaß haben sie den Lebensraum erkundet", freut sich Pädagogin Sieglinde Hirschmann, die 5.000ste Almmaturantin. Sie kommt mit den Schülern der 1. Klassen bereits seit einigen Jahren immer wieder gerne zur Hiasl Zirbenhütte.
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