11.07.2016, 19:25 Uhr

Pfarre Loretto übernimmt Maria-Theresien-Schlössel

Architekt Harald Gnilsen, Pfarrer Petar Ivandic, Architekt Wolfgang Zehetner und Bezirksvorsteher Georg Papai stellen die neuen Pläne für das Lorettoschlössel vor.

Bis Ende 2017 übersiedelt die Pfarre in das sanierte, umgebaute und erweiterte Lorettoschlössel.

FLORIDSDORF. Das Stift Klosterneuburg als Eigentümer des Lorettoschlössels hat grünes Licht für die Nutzung des Areals für die Pfarre Loretto gegeben. Entsprechend dem Mediationsverfahren werden nun die Räumlichkeiten saniert und umgebaut. Ein eigener, unterkellerter Pfarrsaal mit 180 Quadratmeter mit Holzfassade und Flachdach wird im Innenbereich angebaut.
Alle Pläne sind bereits vom Denkmalamt freigegeben und mit dem Bezirk besprochen. Die Bauverhandlung findet in den Sommermonaten statt, erste vorbereitende Maßnahmen sind bereits zu sehen. Ende 2017 soll das Schlösse für die Pfarre bezugsfertig sein.

Altbestand bleibt erhalten

Die denkmalgeschützte, historische Bausubstanz mit Fassade, Barockstiege, Hohlkehlenverputz und Türgewände wird restauriert und eine sanfte Entkernung durchgeführt, um das moderne Pfarrgemeindezentrum mit Büros und Gruppenräume auf 360 Quadratmeter unterzubringen. Das vorhandene Nebengebäude wird teilweise abgebrochen und als Pfarrerwohnung neu errichtet. Ein barrierefreier Zugang wird ermöglicht. Das Dach wird mit Ziegel neu eingedeckt, ein Behindertenparkplatz am Gelände geschaffen.
Im Vorhof wird die Sandsteinstatue des Heiligen Nepomuks wieder aufgestellt, die hier jahrelang stand und nun restauriert wurde. Architekt und Dombaumeister Wolfgang Zehetner: „Der Entwurf sieht eine klare Abgrenzung von Alt und Neu vor.“ Für die Abgrenzung dienen sowohl neue Materialien wie Holz und Glas aber auch gedrehte Elemente, um Parallelflächen zu vermeiden. Pfarrer Petar Ivandic: „Das neue Pfarrzentrum soll ein Ort der Begegnung werden.“ Die offenen und für die Bevölkerung zugängigen Räume unterstützen dieses Vorhaben.

Alter Pfarrhof nicht sanierungswürdig

Der bestehende, in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts errichtete Pfarrhof, entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Eine gründliche und sehr teure Sanierung und Renovierung wäre notwendig. Gleichzeitig benötigt die Pfarre die vorhandene Gesamtfläche von rund 1.300 Quadratmetern nicht.
Nun soll der alte Pfarrhof an einen Bauträger für Wohnungen verkauft werden. Die so erhaltenen Geldmittel fliesen in die Adaptierung des Schlössels. Über die Gesamtfinanzierungskosten wurde Stillschweigen vereinbart. Harald Gnilsen, Baudirektor der Erzdiözese Wien: „Die Pfarrkirche Maria-Loretto bildet mit dem Lorettoschlössel eine bauliche Einheit, die mit der neuen Nutzung auch inhaltlich gestärkt wird.“ Bezirksvorsteher Georg Papai betont: „Das Mediationsverfahren wird nun mit Leben erfüllt und umgesetzt.“

Historischer Hintergrund:

Bereits 1650 wurde in Jedlesee ein Meierhof errichtet, aus dem um 1700 das Herrschaftshaus entstand. 1778-89 gehörte es dem Leibarzt Maria Theresia, weshalb es auch unter dem Begriff Maria-Theresien-Schlössel oder Lorettoschlössel bekannt ist. Seit 1841 ist das Stift Klosterneuburg Eigentümer. Seit 2003 steht das Objekt leer. Im Mediationsverfahren von 2013 wurde eine Sanierung bis Ende 2017 zugesagt.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.