22.06.2016, 10:12 Uhr

Eine neue Schule für ängstliche Kinder

Moritz, Nala, Melananie und Paula werden in die neue Schule von Maria Kraze gehen, die einen ab Herbst, die anderen ein Jahr später.

In der Knöllgasse entsteht im Herbst eine Schule für introvertierte Kinder. Die Anmeldung läuft.

Melanie geht in die erste Klasse einer privaten Volksschule. Gut geht es ihr dort nicht. Denn das Mädchen leidet an einer Angststörung. Der reguläre Schulbetrieb ist so schwer zu meistern.

Ihre Mutter, Maria Kraze, hat daher die Alternative ergriffen. Sie gründet nun eine eigene Schule: In der Knöllgasse soll die "Lernwerkstatt Sowiedu" (so der Name der Schule) entstehen, die sich auf "ängstliche, sensible und introvertierte" Kinder spezialisiert, wie Maria Kraze erklärt.

Der Name ist nicht unbekannt. Derzeit betreut Kraze, die selbst Kindergartenpädagogin ist, in der Knöllgasse 32 bereits eine Kindergruppe mit dem Namen "Sowiedu". Die Schule wird nur ein paar Häuser weiter sein, in der Knöllgasse 5.

Nur eine Klasse für alle

Das Konzept dahinter: In der Schule wird es nur eine einzige Mehrstufenklasse mit maximal 20 Kindern geben. Das heißt, alle Kinder im Alter bis zehn Jahren besuchen dieselbe Klasse.

Gelernt wird in Kleingruppen mit anschaulichen Materialien, individuell auf jedes Kind abgestimmt. "In der Lernwerkstatt gibt es eine Lehrerin und einen Lehrer, der gleichzeitig Direktor ist", sagt Kraze. "Sie kommen bereits regelmäßig in unsere Kindergruppe, damit die künftigen Schülerinnen und Schüler sie kennenlernen. Auch die Eltern natürlich."

Gearbeitet wird nach reformpädagogischen Ansätzen – von Montessori bis Freinet. "Lernen soll Spaß machen. Die Kinder sollen sich wie in einem sicheren Hafen fühlen", sagt Kraze. Aufs Gymnasium werden die Kinder dennoch vorbereitet.
Nach dem Unterricht gibt es Mittagessen mit biologischen Lebensmitteln. "Dann gibt es eine Lernstunde, im Anschluss Freizeit mit Freifächern. Allerdings muss niemand den ganzen Tag hier sein. Wir werden am Nachmittag in den Park gehen. Bei Schlechtwetter können wir den Bewegungsraum in der Kindergruppe nutzen", so Kraze.

Start mit acht Kindern

Im ersten Jahr startet "Sowiedu" mit acht Kindern. Die Kosten belaufen sich auf 200 bis 250 Euro pro Monat, die Nachmittagsbetreuung kostet extra. Noch hat die Schule kein Öffentlichkeitsrecht. Das heißt, nach Abschluss muss eine sogenannte Externistenprüfung abgelegt werden. Infos auch zu freien Plätzen: www.sowiedu.at
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