27.06.2016, 18:54 Uhr

Die Esche – eine Baumart in Not: Dokumentarfilm über Forschungsprojekt

Der Eschenscheckenfalter (Foto: NPK/Weigand)

Im Nationalpark Kalkalpen wird wieder einmal gedreht. Vor Kurzem gelangen Aufnahmen vom äußerst seltenen Eschenscheckenfalter. Von diesem Falter, dessen Biologie sehr eng mit der Esche verknüpft ist, sind in Oberösterreich nur mehr zwei kleine Lebensräume bekannt. Die Art wird im Dokumentarfilm „Esche in Not“ vorgestellt.

MOLLN, BEZIRK. Das Bundesforschungszentrum für Wald startete 2015 gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien das Projekt „Esche in Not“, um gegen das Eschentriebsterben resistente Bäume in ganz Österreich aufzuspüren, diese zu erfassen, auf ihre Krankheitsresistenz zu überprüfen und mittelfristig in Samenplantagen zusammenzubringen. Ein Film dokumentiert nun die Initiative zur Resistenzzüchtung und den Ablauf des Prozesses.

Neben der Problematik des Eschentriebsterbens werden auch die Folgen eines Ausfalls der Esche für die biologische Vielfalt und den Naturschutz dargestellt.

Nur noch zwei kleine Fluggebiete in OÖ bekannt

Im Nationalpark sind Filmaufnahmen von Lebensraumtypen wie Schlucht- und Hangmischwälder, von schützenswerten Waldgesellschaften und Eschenzwangsstandorten - Steilhänge und Schluchten mit Bergahorn-Eschenwald - geplant. Biologe Erich Weigand führte das Filmteam zu einem sehr seltenen Lebensraum der Eschenscheckenfalter. Von diesem Falter, der mit der Esche vergesellschaftet und auf diese Baumart angewiesenen ist, sind in OÖ nur noch zwei Fluggebiete bekannt. Intensive forstliche Nutzung bedroht den Bestand des Eschen-Scheckenfalters in weiten Teilen seines europäischen Verbreitungsgebietes. Im Nationalpark Kalkalpen wurden immerhin noch 40 Raupennester im Reichraminger Hintergebirge gefunden.

Der kritische Erhaltungszustand der Art, die europaweit geschützt ist, ist ursächlich mit seiner Lebensweise verbunden. Sie bevorzugt naturnahe und wilde Au- und Schluchtwälder, in denen eine dynamische Entwicklung gewährleistet ist, und somit einen immer seltener werdenden Lebensraum. Bestände von jungen, besonnten Eschen in Waldlichtungen oder Waldrandlage sind dabei die wesentliche Grundlage für die Art.
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