15.04.2016, 12:27 Uhr

Mit neuem Herz zurück ins alte Leben

Veronika und Adam mit ihrer Lily danken allen, die mit Unterstützung geholfen haben! (Foto: privat)

Die kleine Lily erhielt ein Spenderherz; Monate voller Angst und des Wartens sind vorbei.

KIRCHBERG/AUSTRALIEN (niko). Plötzlich kam für Veronika Klingler und Adam Leadbetter der lebens-verändernden Anruf aus dem Krankenhaus. Nach Monaten des Wartens, einer Zeit voller Angst, Bangen und Hoffen, war endlich ein neues Herz für ihre zweijährige Tochter Lily gefunden worden!

Wir erinnern uns (wir berichteten): Lily hat seit ihrer Geburt an einem schweren Herzfehler namens Hypoplastisches Linksherz-Syndrom gelitten. Nach drei Operationen am offenen Herzen kam im Mai 2015 schließlich die Hiobsbotschaft, dass Lilys Herz zu schwach für weitere notwendige Eingriffe sei. Die letzte noch verbleibende Chance auf Leben war eine Herztransplantation. Da eine Transplantation in ihrer Heimat Neuseeland nicht möglich war, mussten Veronika und Adam kurzerhand ihr Leben auf den Kopf stellen und für eine Überlebenschance ihrer Tochter nach Australien ziehen. Im Juni brach die Familie auf.

Nach dem Anruf musste Lily sofort ins Spital, wie Veronika, gebürtige Kirchbergerin, berichtet. Es folgte umgehend eine zehnstündige Operation. Erster Besuch: „Lily sah überraschend gut aus. Ihre Hautfarbe war das erste Mal in ihrem Leben rosa – die Reaktion des Körpers auf das neue, gesunde Herz war schon damals sofort zu erkennen. Wir waren überwältigt", schildert Veronika. „Heute, Wochen nach der Transplantation, ist Lily wie ausgewechselt. Sie hat endlich die Energie die Welt um sich mit voller Begeisterung zu erkunden und ist ein glückliches und zufriedenes Kind“.
Die Familie ist überglücklich, Lily mit einem neuen Herzen und einer zweiten Chance auf ein Leben wieder zu haben. Das neue Herz gibt Lily weitere zehn bis 15 Lebensjahre. Und danach? Veronika und Adam hoffen, dass die Forschung & Entwicklung von Kunstherzen bis dahin so weit fortgeschritten ist, um diese auch am Menschen langfristig erfolgreich implantieren zu können. Vorerst sind sie aber mehr als dankbar für die wertvolle Zeit, die Lily mit ihrem neuen Herzen geschenkt wurde. Um die Privatsphäre von Spender und Empfänger zu schützen, werden sie jedoch nie erfahren, von wem dieses ultimative Geschenk stammt.

Lily zeigt bisher keine Anzeichen einer Abstoßung. Der positive Verlauf nach der OP ermöglicht es Veronika, Adam und Lily nun Ende April endlich wieder zurück nach Wellington zu gehen. Der Neuanfang in der alten Heimat wird aber mit Sicherheit kein leichter Spaziergang...

Ein großes Dankeschön gebührt all denjenigen, die der Familie in den letzten Monaten mit Worten und Taten so großartig bei Seite gestanden haben. „Die beispiellose Unterstützung von so vielen Leuten und die vielen positiven Gedanken haben in der für uns so schwierigen Zeit viel Kraft und Zuversicht gespendet,“ bedankt sich Veronika bei allen Unterstützern aus ihrer alten Heimat.

Fotos: privat
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Gerhard Heising aus Stubai-Wipptal | 24.04.2016 | 10:46   Melden
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