03.08.2016, 11:10 Uhr

Bundeskanzler in der Kundler "Bio"

Bundeskanzler Christian Kern (2.v.re.) im Gespräch mit Sandoz-Head Ard van der Meij (re.) beim Kundl-Besuch mit Tiroler Sozialdemokraten. (Foto: Sandoz)

Bundeskanzler Kern besucht Novartis/Sandoz in Kundl

KUNDL. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) nutzte seinen Tirol-Aufenthalt (die BEZIRKSBLÄTTER berichteten) auch, um sich bei Österreichs größtem pharmazeutischen Unternehmen selbst ein Bild über die Möglichkeiten eines „New Deals“ im Zukunfts-Bereich "Life Sciences" zu machen. Während seines Besuchs in Kundl nutzte der Bundeskanzler die Gelegenheit, mit Mitarbeitern und Management zu sprechen. Sandoz plant Investitionen in Höhe von 500 Millionen US-Dollar (etwa 445 Mio. Euro) bis 2020 an seinen Tiroler Standorten in Kundl und Schaftenau.

Kerns Besuch sei eine hohe Auszeichnung für die Novartis/Sandoz-Gruppe, sagte Ard van der Meij, "Head" der Sandoz GmbH: „Life Science und Pharma sind hoch innovative Wachstumsbereiche, die in Österreich stark verankert sind. Die Novartis/Sandoz-Gruppe zeigt beispielhaft, wie Unternehmen aus diesem Sektor eine regionale Dynamik auslösen und dabei hochqualifizierte Arbeitsplätze im Betrieb und bei den zahlreichen Zulieferern in Österreich schaffen können.“
Die forschungsintensive Pharmawirtschaft leiste einen wichtigen Beitrag für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Österreich und sichere zugleich eine hohe Zahl von Beschäftigten.
Van der Meij und der Finanzleiter der Novartis-Gruppe Österreich, Hubert Hirzinger, bekräftigten in ihrem Gespräch mit Bundeskanzler Kern die Pläne der Unternehmensleitung, auch weiterhin kräftig in die Tiroler Standorte zu investieren. Ard van der Meij präzisierte:
„Für den Zeitraum 2010 bis 2020 sind Investitionen in Höhe von einer Milliarde US-Dollar in die beiden Standorte Kundl und Schaftenau geplant. Rund 500 Millionen US-Dollar sind in den Jahren 2010 bis 2015 bereits investiert worden. Nun geht es um die zweite Tranche.“

Die Tiroler Standorte wollen ihre Kompetenz im Bereich der Biopharmazeutika-Entwicklung und Produktion weiter ausbauen. Hirzinger betonte die herausragende Rolle, die Österreich für die Novartis-Gruppe spielt: „Österreich ist einer der größten Standorte von Novartis weltweit und Kundl die größte Produktionsstätte außerhalb des Mutterlandes Schweiz. Unser Beitrag als Unternehmen zum heimischen Bruttoinlandsprodukt liegt bei 0,4 Prozent oder 1,22 Milliarden Euro pro Jahr.“
Um die Investitionen weiterhin auf diesem sehr hohen Niveau zu halten, brauche es Stabilität und Planbarkeit auf dem Heimmarkt. „Österreich punktet international immer noch mit einem stabilen, ausgewogenen Wirtschaftsklima. Eine radikale Abkehr davon, wie sie von Einzelnen in der Sozialversicherung betrieben wird, würde den Standort benachteiligen,“ meint Hirzinger.

An den Tiroler Standorten Kundl und Schaftenau werden unter anderem Biopharmazeutika für Sandoz ("Biosimilars") und die Konzern-Mutter Novartis produziert. Die Kapazität der 2015 eröffneten Fertigspritzen-Produktion "BioInject" im Werk Schaftenau liegt bei bis zu 18.000 Spritzen, die pro Stunde befüllt, und 100 Spritzen, die pro Minute verpackt werden. Die Anlage gehört zu den modernsten ihrer Art weltweit. „Unsere beiden Standorte haben aufbauend auf ihre Biotech-Expertise eine lange Tradition bei Biosimilars. Kundl und Schaftenau waren Pionier und sind heute globales Kompetenzzentrum für die Forschung, Entwicklung und Produktion von Biosimilars. Leider hinkt der Marktzugang für die neuen Pharmazeutika gerade in Österreich weit hinter ihrem enormen Potenzial nach“, so Ard van der Meij. Dieses Thema habe man auch gegenüber dem Bundeskanzler vorgebracht. Dabei habe man betont, wie wichtig der Heimmarkt für ein stark Export orientiertes Unternehmen wie Sandoz sei.


Zu Novartis Austria
Die österreichische Novartis Gruppe ist das größte Pharmaunternehmen des Landes und gliedert sich in die Geschäftsbereiche innovative Medikamente (Pharmaceuticals, Oncology), Generika (Sandoz) und Augenheilkunde (Alcon). Mit rund 70 laufenden klinischen Studien, die 1.200 Patienten einschließen, investiert Novartis in den Wissenschaftsstandort Österreich. Etwa 800 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung arbeiten täglich daran, mit wissenschaftlich fundierten Innovationen Krankheiten zu lindern und zu heilen. Die therapeutischen Schwerpunkte liegen unter anderem auf den Bereichen Kardiologie, Onkologie, Neurologie, Dermatologie und Pulmologie. Novartis ist an vier Standorten in Österreich vertreten: In Wien, Kundl, Schaftenau und Unterach am Attersee sind mehr als 5.000 Mitarbeiter tätig und setzen sich dafür ein, die Gesundheit und Lebensqualität von Patienten zu verbessern. Jeder 400ste Arbeitnehmer in Österreich arbeitet damit direkt oder indirekt für Novartis, was das Unternehmen zu einem wichtigen Arbeitgeber in der Gesundheitsbranche macht.
Am Standort Kundl befindet sich der größte Entwicklungs- und Produktionsstandort der globalen Sandoz-Gruppe für Antibiotika und Biopharmazeutika. Am zweiten Tiroler Standort in Schaftenau werden mittels Zellkultur-Technologie moderne "Biosimilars" und Hormone hergestellt. Auch der oberösterreichische Standort Unterach ist als Kompetenzzentrum für injizierbare generische Onkologiemedikamente von globaler Bedeutung.

Zur Sandoz GmbH
Die Sandoz GmbH mit Sitz in Kundl ist Österreichs größter Pharmaproduzent und -exporteur und beschäftigt an den drei Standorten Kundl, Schaftenau und Wien rund 5.100 Mitarbeiter. Der Standort Kundl zählt zu den führenden Herstellern von Antibiotika weltweit und ist ein Pionier auf dem Gebiet moderner "Biosimilars". Schaftenau gilt als Kompetenzzentrum für Zellkultur- und Mikropartikeltechnologie. Seit 2009 verfügt Sandoz durch die Akquisition der ehemaligen EBEWE in Unterach am Attersee nun über einen vierten Standort in Österreich und ein neues globales Kompetenzzentrum für injizierbare generische Onkologiemedikamente.

Zu Sandoz
Sandoz, eine Division von Novartis, ist eines der weltweit führenden Generikaunternehmen. Sandoz beschäftigt weltweit mehr als 26.000 Mitarbeiter und bietet eine breite Palette an pharmazeutischen Produkten, die keinen aktiven, gegenüber Dritten einklagbaren Patentschutz mehr besitzen (Generika).
2015 erzielte Sandoz einen Umsatz von 9,2 Milliarden US-Dollar. Mit seinem Portfolio von rund 1.100 Wirkstoffen ist das Unternehmen weltweit führend bei "Biosimilars" sowie generischen Antibiotika, Augenheilmitteln und in der Transplantationsmedizin. Zu den wichtigsten Produktgruppen zählen zudem generische Injektabilia und Arzneimitteltherapien in den Bereichen Atemwege, Herz-Kreislauf, Stoffwechsel, Zentrales Nervensystem, Schmerz, Magen-Darm und Dermatologie. Sandoz entwickelt, produziert und vermarktet diese Medikamente sowie pharmazeutische und biotechnologische Wirkstoffe. Fast die Hälfte des Sandoz-Portfolios besteht aus differenzierten Produkten, die schwerer zu entwickeln und herzustellen sind, als Standard-Generika. 2003 konsolidierte Novartis das Generika-Geschäft unter der Marke Sandoz und konnte seither ein starkes organisches Wachstum verbuchen.
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