06.07.2016, 09:54 Uhr

„Ein Schlag ins Gesicht eines jedes Arbeitslosen“

AK-Präsident Alfred Schreiner weist in einem offenen Brief an AMS-Vorstand Johannes Kopf dessen Analyse zum burgenländischen Arbeitsmarkt scharf zurück.

AK-Präsident Schreiner schreibt offenen Brief ans AMS-Vorstand Kopf

EISENSTADT (uch). In einer Pressekonferenz im Rahmen der ÖVP-Klausurtagung ging AMS-Vorstand Johannes Kopf auf die Arbeitsmarktsituation im Burgenland ein – unter anderem auf die steigende Arbeitslosigkeit und den Zustrom von ausländischen Arbeitskräften. Sein Rezept: entsprechende Qualifizierung sowie die Bereitschaft, auch längere Wege zum Arbeitsplatz in Kauf zu nehmen.

„Paradebeispiel für das Pendeln“

Für Burgenlands Arbeiterkammer-Präsident Alfred Schreiner ist der Befund, „wonach nicht billigere, sondern besser qualifizierte Ausländer die Jobs bekommen, ein Schlag ins Gesicht eines jedes Arbeitslosen im Burgenland. Vom Vorwurf der mangelnden Mobilität ganz zu schweigen, gilt doch Burgenland geradezu als Paradebeispiel für das Pendeln.“

Starkes Lohngefälle

In einem offenen Brief an den AMS-Chef erläutert Schreiner seinerseits die Arbeitsmarktsituation. Er weist darin unter anderem auf das starke Lohngefälle zwischen Burgenland und den Nachbarländern hin sowie auf das weit verbreitete Lohn- und Sozialdumping.

Ältere besonders betroffen

Besonders betroffen von der Entwicklung am Arbeitsmarkt sind die älteren Arbeitnehmer. Dazu Schreiner in seinem offenen Brief: „Von der Firma, für die sie oft jahrzehntelang als qualifizierte Fachkraft gearbeitet haben, aus Profitgier von heute auf morgen gekündigt und durch einen billige Arbeitskraft aus dem Ausland ersetzt worden zu sein, ist schlimm genug. Da sollte dem Vorstand des AMS Österreich mehr dazu einfallen, als den Betroffenen die Schuld für eine Entwicklung in die Schuhe zu schieben, die sicher nicht sie verursacht haben.“

Offener Brief - Arbeiterkammer-Präsident Alfred Schreiner

Die Antwort von AMS-Vorstand Johannes Kopf
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