09.08.2016, 08:50 Uhr

Frauen bei den Schützen?

Geht es nach Lkdt. Fritz Tiefenbacher soll es keine Frauen mit Gewehr bei den Schützen geben. (Foto: Archiv/Tamerl)

Landtagsvizepräsident Hermann Weratschnig (Grüne) regte kürzlich an, Frauen in die Schützen aufzunehmen.

BEZIRK LANDECK (joli). Seitens der SPÖ heißt es dazu: "Damit zeigte er, dass es eine echte Gleichberechtigung in Tirol noch nicht gäbe." Auch wenn Frauen weniger Interesse haben werden, ihre Zeit mit dem Gewehr über der Schulter abzustehen, muss das Engagement von Frauen mehr anerkannt werden, so SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim und Frauensprecherin LA Gabi Schiessling.
Hingegen FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger und FPÖ-Frauensprecherin Carmen Schimanek wehren sich gegen den Vorschlag und lehnen eine Einmischung in Traditionsvereine ab. Sie sehen darin eine Politik, die in privaten Traditionsvereinen nichts verloren habe: „Frauenpolitik hat die Aufgabe gleichen Lohn für gleiche Arbeit oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf voranzubringen."
Doch wie denken die Schützen im Bezirk Landeck über einen Eingriff in ihre männerbeherrschende Tradition?

Gewehrschützinnen: Ja/Nein?

"Es wird keine Frauen mit Gewehren bei den Schützen in der Formation geben, solange ich hier als Landeskommandant bin. Und ich glaube später auch noch.", stellte Lkdt. Fritz Tiefenbacher klar. Er sieht gar keinen Anlass für diese Diskussion, sondern eher ein politisches Sommertheater. "Es gibt keinen Druck von innen und auch nicht von außen. Es wird nur von politischer Seite immer wieder an uns herangetragen. Würde eine Frau einen Antrag an eine Kompanie stellen, würde man sich damit natürlich befassen. Man würde ihn aber ablehnen. Wir haben ca. 1.500 Frauen bei den Schützen in verschiedenen Funktionen. Auf Vereinsebene steht den Frauen alles offen bis hin zur Obmannschaft. Doch auf militärischer Ebene gebe es eben Grundwerte und -sätze, die bei den Tiroler Schützen nicht verrückt werden."
Auch Regimentskdt. Mjr. Fritz Gastl und der Landecker Talschaftskdt. Mjr. Josef Gfall sind sich zu diesem Thema einig: "Wir schätzen die Arbeit der Frauen bei den Schützen und es gab auch einmal eine Obfrau. Doch grundsätzlich sind 'Frauen unter Gewehr' kein Thema für uns. Uns ist bis jetzt auch nicht bekannt, dass eine Frau Interesse daran gezeigt hätte."
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