15.03.2016, 15:06 Uhr

Zwölf Bürgermeister kämpfen um ihr Notarzteinsatzfahrzeug

Die Bürgermeister im Umkreis von Ybbs (nicht im Bild Wieselburg und Wieselburg Land) setzten sich für das NEF ein.

Der NEF (Notarzteinsatzfahrzeug) Standort in Ybbs könnte aufgrund der EU-weiten Auschreibung des Landes in Gefahr stehen.

BEZIRK. 2014 konnte man zum ersten Mal seinen Standort sichern. Nun soll das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) in Ybbs wieder am "Pranger" stehen. "Da in der neuen EU-weiten Ausschreibung des Landes NÖ die Anfahrtszeit des Notarztes von 15 Minuten auf 20 Minuten erhöht wurde, steht dieser Standort der Gefahr gegenüber, seine Notzärzte zu verlieren", betont der Ybbser Bürgermeister Alois Schroll.

Gemeinsam stark

Gemeinsam mit seinen elf Nachbarbürgermeistern aus Persenbeug, Blindenmarkt, Hofamt Priel, Bergland, Marbach, Blindenmarkt, Neumarkt, Nöchling, Petzenkirchen, St. Martin-Karlsbach sowie Wieselburg und Wieselburg Land möchte er, mit einer Petition an das Land, schon eine Vorsorge treffen. "Die Ausschreibung zur Bewerbung des NEFs endet zwar erst im April, doch wir wollen uns jetzt schon für diese wichtige Einrichtung einsetzen", so Schroll.

"Gerade die ländlichen Regionen werden bei solch Entscheidungen immer benachteiligt. Der NEF ist für unsere Region sehr wichtig. Ich hab in selbst auch schon einmal gebraucht", zeigt sich Friedrich Buchberger, Bürgermeister von Hofamt Priel, entäuscht von der Handhabung der Landespolitiker bei solchen Themen.

Freiwilligkeit könnte leiden

Marbachs Bürgermeister Anton Gruber sieht noch eine weitere Gefahr bei diesen Einsparungen: "Wenn man solch einen Standort schliessen will, steht auch die Freiwilligkeit in Gefahr." Otto Jäger, Bürgermeister von Neumarkt schliesst sich dem an. "Wir haben viele Freiwillige aus unserer Ortschaft, die bei Rettungsorganisationen ihre Freizeit opfern. Der NEF spielt dabei eine große Rolle", so Jäger.


Betroffene erbost über Einsparung

Neben den Bürgermeistern der Nachbargemeinden von Ybbs, waren auch Betroffene bei der Pressekonferenz vor Ort. Sie alle können dem NEF ihr Leben verdanken. "Man könnte bei sovielen Einsparen, warum muss es immer im Gesundheitswesen sein", sagt etwa Herzinfarktopfer Otto Rausch.

"Im September bin ich von einer Wespe gestochen worden. Im Krankenhaus haben die Ärzte mir gesagt, dass ich dank des NEFs noch am Leben bin", erzählt Anna Schabauer.

Hubert Grabner bringt es dann schlussendlich am Punkt: "Ob ich jetzt noch hier stehen würde ohne NEF? Ich glaube nicht. Aber es ist typisch Österreich solch Institutionen zu attackieren."
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