10.09.2016, 00:00 Uhr

Es gibt scheinbar nur mehr zwei Extreme

Kommentar über einen Konflikt zwischen Jugendlichen in Ternitz.

Gewisse Dinge bleiben einem ewig in Erinnerung. Mir zum Beispiel meine (einzige) Schlägerei mit einem Volksschulkameraden vor der Schule. Ich weiß nicht mehr, worum es ging. Aber Stefan – so hieß mein Kontrahent – und ich mussten von unseren Müttern getrennt werden. Im Rückblick albern, aber harmlos.
In Ternitz ufern derzeit Anfeindungen zwischen einem 15-jährigen Äthiopier und jugendlichen "Ur-Ternitzern" aus. Stänkereien und Schlägen folgte sogar eine Morddrohung. Zu dem Online-Bericht der Bezirksblätter über diese Streitigkeiten auf facebook wurden zahlreiche Kommentare verfasst. Solche Konflikte schüren freilich den Fremdenhass. Man gewinnt den Eindruck, die Bevölkerung lässt sich in zwei Lager einteilen: die einen nehmen den 15-Jährigen in Schutz, die anderen würden ihn sofort aus Österreich verbannen. Klar, der Bursche wird nicht der reine Sonnenschein sein (aber welcher Halbstarke ist das?). Ich denke nicht, dass der Afrikaner und die "Ur-Österreicher" dicke Buddys werden. Aber vielleicht könnten beide Seiten die Emotionen raus nehmen und einander in Augenhöhe begegnen. Das wäre ein Zeichen von Größe und von erwachsen werden.

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