22.08.2016, 00:57 Uhr

Laufbericht Fadensteiglauf 2016

Hier ließe es sich noch ein Weilchen aushalten, aber der Alpkogellauf wartet!
Losenheim: Seilbahn | Liebe LauffreundInnen,

der Fadensteiglauf auf den Schneeberg ist als Extremberglauf mit nur 4,5Km Länge aber heftigen 1150 Höhenmetern eigentlich nicht mein Metier. Aber immer wieder habe ich von Freunden gehört "Der ist ur lässig, echt geil, den musst mal ausprobieren!". Nun gut - die Rennpause die ich mir seit dem Traunsee-Bergmarathon Anfang Juli auferlegt habe hat mir gutgetan, ich bin ganz begierig, endlich wieder bei einem Rennen am Start zu stehen - warum also nicht beim Fadensteiglauf? Aber damit der Start in die Lauf-Herbstsaison nicht allzu einseitig und "berglastig" wird habe ich mir für den Nachmittag zum Ausgleich und "auslaufen" auch gleich noch den Alpkogellauf bei Trattenbach vorgenommen - lockere 7,4Km und 280Hm damit ich auch noch ein wenig Tempo machen kann wenn ich schon in der Gegend bin ;-)

Am Samstagmorgen starte ich also wieder einmal mit Patrick als Chauffeur, Betreuer und Fotograf Richtung Losenheim am Schneeberg. Der Wetterbericht sagt zwar einen sonnigen, warmen Tag voraus aber noch ist es bedeckt - ist mir nur recht, zum Laufen ist das Wetter perfekt! Am Start bei der Sessellift - Talstation ist schon eine Menge los und wie üblich sind viele Freunde und Bekannte aus der Berg- und Traillaufszene da: Der Gerhard Schiemer, der Wolfgang Mangold, die Lachner Evelyne - lauter Anwärter auf Spitzenplätze. Der Kranawetter Herbert, mein "Dauerkonkurrent" aus der Buckl-Tour, Martin Geicsnek und Helga Marwan-Schlosser, zwei liebe alte Bekannte, "Weltenbummler" Jörg Moritz, Gottfried Drlicek mit dem ich mir auch schon einige Duelle geliefert habe undundund ... schön, sooo viele "Verrückte" zu treffen ;-)

Die Zeit bis zum Start ist wie üblich schnell vorbei und dann heißt es 3 - 2 - 1 - LOS! Gleich zu Beginn geht es über eine Schipiste ganz ordentlich bergauf, mein Puls saust in die Höhe und ich schalte einen Gang zurück - erstmal auf diese Steigung einstellen, zügig und gleichmäßig hinaufstapfen - von Laufen ist keine Rede, zumindest nicht für Leute meiner Leistungsklasse. Aber es gelingt mir recht gut mich da im Mittelfeld hinaufzuarbeiten, ja es macht sogar richtig Spaß, dieses "Wettwandern"! Plötzlich klingt es von oben "Hallo, hallo!" - ah, der Patrick sitzt am Sessellift, winkt mir zu und macht Fotos :-) Erstaunlich schnell und ohne Probleme komme ich nach 20 Minuten zur Edelweißhütte - toll, ich hätte nicht gedacht daß ich von der Talstation so schnell da raufkommen würde! Auf der Terrasse der Hütte ist die erste Labestatation, ich nehm ein paar Schlucke Iso, winke Patrick zu der natürlich schon auf mich wartet und weiter geht´s in´s schwierige Mitteldrittel, den Fadensteig hinauf.

Steiler und steiler windet sich der Pfad die Schneeberg-Flanke hoch, die lockere Kolonne der Läufer vor mir ist ein tolles Bild aber ich habe nicht viel Zeit auf meine Umgebung zu achten. Der Weg ist schwierig, ein wenig rutschig und dann beginnen die Kletterpassagen - Hände und Füße werden gebraucht, ab und zu ist es garnicht leicht zu entscheiden welche Route die bessere ist. Über den steilen Pfad auf dem loses Gestein liegt und der rutschig ist oder doch besser über die Felsen raufklettern die gute Griffe bieten? Mir sind die Felsen lieber aber ich merke daß "Wettklettern" enorm anstrengend ist, nach Kletterpassagen keuche ich immer ganz ordentlich und brauche einige Zeit um wieder zu Atem zu kommen. Dennoch, ich bin ganz gut unterwegs, hab den einen oder anderen schon überholt und auf kurzen Flachstücken gehen sich immer auch ein paar Laufschritte aus. Das macht mir richtig Spaß, so habe ich mir das vorgestellt und ab und zu finde ich Zeit einen Blick auf die tolle Umgebung zu richten - Geröllabhänge, Felsformationen, die Aussicht hinunter in´s Tal - Wahnsinn, jetzt verstehe ich die Freunde die mir von diesem Lauf vorgeschwärmt haben!

Zwar etwas keuchend aber in recht gutem Zustand erreiche ich den Ausstieg aus dem Fadensteig. An der Labestation hier genehmige ich mir wieder ein paar Schlucke Iso und etwas Wasser über den Kopf, dann geht es auf die letzte Etappe. Eine kleine Tafel zeigt "Noch 1,5Km :-(". Das klingt einfach, ist es aber nicht. Der Pfad ist zwar nicht mehr so steil aber zum Laufen ist er nicht flach genug. Also doch wieder "Wettwandern". In Sichtweite hab ich zwei "Läufer" die sich offensichtlich am Steig ziemlich verausgabt haben, jedenfalls komme ich in flottem Schritt immer näher - das weckt den Jagdinstinkt, motiviert, auf flacheren Passagen doch ein paar Laufschritte zu probieren. Ja, das geht, super! Weiter so! Den Ersten hab ich gleich und nach einer längeren Trabphase auch den Zweiten! Aber ich bin nicht der einzige, der noch ein etwas Energie übrig hat, da ist auf einmal einer hinter mir der sich nicht abschütteln lässt. "Noch 500m :-)" steht auf einem kleinen Schild - hmmmm, wie soll ich´s mir einteilen? Auf einen Zielsprint ankommen lassen? Ich behalt mal mein Tempo bei und der Läufer, Werner, schiebt sich an mir vorbei. Ah, den hab ich doch vor einiger Zeit bei den Kletterpassagen überholt! Soll ich kontern? Kraft hab ich noch aber auch Bedenken - ich starte ja am Nachmittag noch beim Alpkogellauf, ich will mich hier nicht bis auf´s Letzte verausgaben sondern Spaß haben und genießen und das tu ich! Also bleib ich zwar an Werner dran, verzichte aber darauf noch einen Überholversuch zu starten und gehe knapp hinter ihm mit 1:08:08 über die Ziellinie bei der Fischerhütte.

Eine gute Zeit für mich - im Vorfeld habe ich mir die Zeiten von Freunden angeschaut und mir gedacht "unter 1:10 sollte drin sein!" und das Ziel habe ich erreicht. Keinen groben Fehler gemacht, Lauf gut eingeteilt, Spaß gehabt und dennoch nicht fix und fertig - was will ich mehr? Ein Platz unter den ersten 3 meiner Altersklasse war nicht in Reichweite, da hätte ich die 1:02:43 vom Gottfried schlagen müssen - aber damit hab ich auch nicht gerechnet.

Wunderschön ist es hier heroben, die Wolkendecke reißt auf und vom Kaiserstein hinter der Fischerhütte hat man einen fantastischen Rund- und Ausblick. Kaum zu glauben daß ich nicht viel länger als eine Stunde gebraucht habe um von dort tief unten hier herauf zu kommen - da bin ich schon ein wenig stolz drauf :-)
Ich setz mich in die Sonne, plaudere mit Freunden, genieße die Atmosphäre hier bei der Fischerhütte und warte auf Patrick, der mit meinem Rucksack, Geld, Fotoapparat usw. auf dem Weg hier herauf ist.

Soweit mein Bericht vom Fadensteiglauf,

Liebe Grüße

Hans


P.S.: Wie es weitergeht mit dem Alpkogellauf folgt demnächst ... soviel sei aber schon verraten: Es kommt anders als man denkt ;-)

P.P.S.: Gratulation an die Veranstalter des Fadensteig-Laufes! Auch wenn das kein "Volkslauf" ist, für ambitionierte Trail- und BergläuferInnen ist er absolut empfehlenswert, tadellos organisiert und ein echtes Erlebnis! Info´s, Ergebnisse und Fotos auf https://homepage.univie.ac.at/ulrike.schultes/ und auf https://www.facebook.com/fadensteiglauf/
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.