16.03.2016, 18:00 Uhr

"10-stündige Sitzungen war ich nicht gewohnt"

Thomas Schererbauer bei einer Rede im Parlament – mittlerweile schon Routine. (Foto: privat)

Seit rund 100 Tagen ist Thomas Schererbauer als FPÖ-Bundesrat im Parlament vertreten.

ESTERNBERG, WIEN (ebd). Weshalb es alles andere als einfach war sich einzufügen, und warum er nun vieles mit anderen Augen sieht, darüber spricht Schererbauer im Interview.

100 Tage Parlament - was sagen Sie dazu?
Eine sehr spannende und fordernde Aufgabe. Sämtliche Informationen aus Nationalrat und den Ministerien werden in diesem Gremium behandelt und diskutiert. Weiters besteht die Möglichkeit, über Anträge und das Vetorecht Einfluß auf die Entscheidungen des Nationalrates zu nehmen, sofern sich eine Mehrheit dafür findet.

Ihr bisheriges Resümee?
Es macht mich stolz, die Möglichkeit erhalten zu haben, mich für meine Mitmenschen und unser Dahoam politisch einsetzten zu dürfen.

Was hat Sie bisher am meisten überrascht - sowohl im positiven, als auch im negativen Sinn?
Die Unterstützung und Hilfsbereitschaft meiner Bundesratsfraktion waren vor allem in der Einarbeitungsphase sehr hilfreich. Das einzig negative für mich sind die über 10-stündigen Sitzungen, als bewegungsfreudiger Mensch und Marathonläufer war ich das nicht gewohnt

Was sind Ihre bestimmenden Themen?
Sport, Gesundheit, Landesverteidigung und mein Lieblingsthema Umwelt.

Hand aufs Herz. Haben Sie den Eindruck, dass Sie als Bundesrat für den Bezirk wirklich etwas erreichen beziehungsweise weiterbringen können?
Das ist mit Sicherheit der Fall. Da ich Vertreter der Länderkammer bin, habe ich uneingeschränkten Zugang zu sämtlichen Stellen in Land- und Bund, um die Anliegen der Bürger aus unserer Region zu behandeln. Weiters ermöglicht mir meine Funktion aufgrund der vielen Veranstaltungen und die daraus folgenden Bürgerkontakte, das Ohr bei der Bevölkerung zu haben und für ihre Anliegen und Sorgen eintreten zu können. Hier habe ich mit meinem geschätzten Freund und Kollegen, Nationalrat Hermann Brückl, einen Mitstreiter für die Region in Wien an meiner Seite.

Wie lässt sich Politik und Beruf unter einen Hut bringen?
Ich habe das Glück, in einem tollen Team mit verständnisvollen Kollegen arbeiten zu dürfen, die es mir ermöglichen, gewisse Freiräume zu schaffen.

Wird Ihre Funktion von den Bürgern als solche wahrgenommen? Wie waren die bisherigen Reaktionen darauf?
Ich habe mich über die vielen positiven Reaktionen der Menschen sehr gefreut. Was mich in meiner Funktion bestätigt, sind die vielen Anfragen und Anträge, die quer durch den Bezirk an mich herangetragen werden.

Wie funktioniert das Zusammenspiel mit den anderen Parteien?
Bei vielen Themen gibt es ein konstruktives Miteinander, jedoch gehen in manchen Bereichen, wie etwa Asyl-und Familienpolitik die Meinungen stark auseinander.

Apropos Asyl: Wie präsent ist das Flüchtlingsthema aktuell im Parlament?
Sowohl im Nationalrat, als auch im Bundesrat omnipräsent. Dieses Thea wird uns noch viele Jahre beschäftigen, da wir hier vor großen finanziellen Herausforderungen stehen.

Viele plädieren ja nach wie vor für die Abschaffung des Bundesrats. Die FPÖ hat das ja selbst immer gefordert. Was sagen Sie dazu?
Ich stehe dem Bundesrat, obwohl ich jetzt selbst Mitglied dieses Gremiums bin, nach wie vor kritisch gegenüber. Ich bin der Meinung, dass diese Instanz mehr Kompetenz benötigt, um seine Kontrollfunktion noch besser wahrnehmen zu können.

Haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, ob Sie bei der nächsten Bürgermeisterwahl in Esternberg wieder antreten werden?
Da das letzte Ergebnis sehr positiv war und mir sehr viele Esternberger das Vertrauern geschenkt haben, schließe ich eine erneute Kandidatur nicht aus. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch bei meiner Ortsgruppe und wird wie immer demokratisch getroffen.
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