27.04.2016, 11:25 Uhr

Frischer Glanz für die Flotte

Johann Schober, Hannes Schmuck, Alice Faschauner, Josef Brunner und Kurt Wieser beim Arbeiten an der MS Seeboden

Ab 1. Mai hat die Schifffahrt am See wieder Saison. Die Flotte muss nun auf Vordermann gebracht werden.

MILLSTATT (ven). Der Start der Ausflugssaison steht wieder bevor. Zeit, um die Flotte der Millstätter Schifffahrtsgesellschaft wieder seetüchtig zu machen und neuen Glanz zu verleihen. Geschäftsführerin Alice Faschauner ließ die WOCHE hinter die Kulissen blicken. Die Schifffahrt gibt es nun bereits seit 115 Jahren am See.

Kapitän kennt sein Schiff

Im Winter werden die Schiffe zugeplankt, das Oberdeck mit einer Plane zugedeckt. "Nun kommen die Planken und Planen runter, der Motor muss wieder instandgesetzt werden", so Kapitän Kurt Wieser. Die Crew muss hier selbst Hand anlegen, aber so kennt man dann "sein Schiff" wenigstens ganz genau. "Bis auf das Motorenservice, das Josef Brunner von Grafendorfer übernimmt", erklärt Faschauner. Er gehört aber mittlerweile schon zum Team dazu.

Kosmetik

"Es ist eigentlich learning by doing", so der Tenor. Man muss die Antriebswelle ausbauen, das Ruderblatt ins Wasser lassen, den Propeller einstellen, streichen, waschen, staubsaugen und auch kosmetische Korrekturen am Rumpf vornehmen. "Wir haben circa einen Monat lang Arbeit", so Faschauner. Je nach Wetter natürlich.

Drei Linienschiffe

Derzeit verkehren auf dem See zwei Schiffe: Die MS Seeboden (1966) und die MS Kärnten (1974), die auch Räder transportieren kann. Der Aribo (1912) wartet auf eine Zulassung, dann ist auch er wieder unterwegs. Gefahren wird ab 1. Mai bis Mitte-Ende Oktober. Die Einwinterungsarbeiten gehen bis in die erste Dezemberwoche hinein.

Margaretha startete Linienschifffahrt

Gegründet wurde die Millstätter Schifffahrtsgesellschaft 1901, am 6. Juni lief der Schraubendampfer Margaretha - benannt nach der Patin Margaretha von Luschan, erstmals aus. Zu den Gründungsmitgliedern zählten viele führende Persönlichkeiten aus Seeboden und Millstatt, als erster Obmann fungierte bis 1920 Karl Silbernagl. 1912 folgte das Elektro-Motorboot "Aribo", der noch bis heute im Einsatz ist. "Mein Schatz", schmunzelt Faschauner.

Zur Sache:

Das grösste und modernste Schiff ist das Motorschiff Kärnten, zugelassen für 300 Personen.
Sitzplätze: im Hauptsalon 100, im Salon am Oberdeck 50 und am Freideck 150, Bordsprech- und Musikanlage, Fahrradständer, Heizung, Babywickeltisch, WC, Kindersteuerstand.

Das zweite Linienschiff ist das Motorschiff Seeboden, zugelassen für 150 Personen.
Sitzplätze: im Salon 45, im Vorschiff 25 und am Freideck (teilweise Überdacht) 45, Bordsprech- und Musikanlage, Heizung, WC, DVD-Player mit 2 Flatscreens unter Deck.

Das Nostalgieschiff Aribo war bereits ein Elektro-Motor-Boot (für 75 Personen). Am 12. Mai 1912 fuhr der "Aribo" das erste Mal, derzeit wartet er auf eine Zulassung.

Gesellschaft: Millstätter Schifffahrtsgesellschaft mbH
Geschäftsführerin: Alice Faschauner seit 2013
Gesellschafter: 34
Mitarbeiter: Acht
Saisonbeginn: 1. Mai
Arten: Linie und Charter
Passagiere: 80.000 bis 90.000 pro Jahr
Kärnten Card-Mitglied
Anlegestellen: Sieben plus Schuster (zwei in Seeboden, eine in Millstatt, Laggerhof, Döbriach/Glanz, Dellach, Pesenthein)
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