07.04.2016, 10:30 Uhr

Kaufleute fürchten um Existenz

Erich Stierschneider, Osteria, Johanna Haslinger, Joanna's und Jörg Eibl, Waffen Eibl: Alle Parkplätze sollen bleiben.

Domplatz soll multifunktionaler Anziehungspunkt werden, Geschäftsleute wollen alles beim Alten lassen.

ST. PÖLTEN. "Fast 200 Gewerbetreibende, Marktfahrer und Plattform 2020-Mitglieder haben für die Beibehaltung aller Parkplätze und der zwei Markttage donnerstags und samstags am Domplatz gestimmt", lautet der Einstieg eines offenen Briefes an Bgm. Matthias Stadler. Unterzeichnet von "der großen Mehrheit der Kaufleute in der Innenstadt", die den Brief persönlich vorbringen wollten, aber keinen Termin erhalten haben. Die Bezirksblätter vermittelten. "Die Unterschriftenliste, die in dem Schreiben erwähnt wird, wurde bisher nicht vorgelegt", wundert sich Stadler.

"Frauen haben Angst"

Wird der Domplatz neu angelegt und die Idee, ihn mit einem Glaskubus mit römischen Funden, Gastronomie und Diözesanmuseum zu gestalten, umgesetzt, fürchten die Kaufleute um ihre Existenz. "Wenn es zum Beispiel nur mehr halb so viele Parkplätze gibt, fahren die Leute gar nicht mehr rein", ist Jörg Eibl, Inh. von Waffen Eibl, frustriert. Laut Johanna Haslinger von Joanna's und Erich Stierschneider von Osteria wäre der Platz vor allem abends "ausgestorben", denn "Frauen wollen nicht in einer Tiefgarage oder am Bahnhof parken". Für Stadler ist dieses Argument berechtigt, doch die Oberflächenparkplätze könnten nun mal nicht vermehrt werden. "Von einem autofreien Platz war nie die Rede", fügt er hinzu und verweist auf einen gültigen Gemeinderatsbeschluss, der die Erhaltung möglichst vieler Parkplätze vorsieht. Anzumerken ist, dass St. Pölten die Landeshauptstadt mit der höchsten Pro-Kopf-Anzahl an Parkplätzen ist. "Die öffentliche Diskussion über einen angeblichen Parkplatzmangel schadet der Innenstadt massiv."

Weniger Umsatz an Markttagen

Die Kaufleute des Domplatzes befürchten auch eine Vermehrung der Markttage, da sie an diesen starke Umsatzeinbußen spüren. Auch die Marktfahrer selbst, die großteils lokale Produzenten sind, könnten nicht an mehr als zwei Tagen verkaufen. "Für sie wäre das eine Katastrophe, denn dann würden auswertige Marktfahrer kommen", so Eibl. Auch hierzu wurde noch kein Beschluss gefasst, auf der Plattform 2020 laufen Diskussionen.

Zur Sache: Die Forderungen der Kaufleute

- Alle Parkplätze am Domplatz sollen erhalten bleiben.
- Die Regelung für nur zwei Markttage, Donnerstag und Samstag, soll aufrecht bleiben.
- Auf den mehrere Millionen Euro teuren Glaspalast soll verzichtet werden.
- Möglichst viele der geplanten und zuletzt wieder verworfenen Parkplätze am Neugebäudeplatz sollen nötigenfalls mit Gemeindehilfe finanziert werden.
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