15.06.2016, 17:06 Uhr

Grenzbürgermeister zu Flüchtlingsfrage bei Landeshauptmann

Erste Reihe von links: Landespolizeidirektor Helmut Tomac, Bgm Karl Mühlsteiger (Gries), LH Günther Platter, Bgm Hermann Mitteregger (Sillian) Zweite Reihe: Erich Lettenbichler (Leiter der Einsatz-, Grenz und Fremdenpolizeilichen Abteilung), Bgm Helmut Spöttl (Nauders), BH Markus Maaß, BH Olga Reisner, Bgm Josef Hautz (Steinach) Dritte Reihe: BH Herbert Hauser, Bgm Alfons Rastner (Mühlbachl und Planungsverbandsvorsitzender Wipptal), Vizebgm Erich Nagele (Matrei am Brenner), Josef Saxer (Bgm Obernberg) (Foto: Land Tirol/Sax)
WIPPTAL. LH Günther Platter traf sich heute mit Bürgermeistern sowie den Bezirkshauptleuten und Tirols Landespolizeidirektor Helmut Tomac zu einem Austausch in der Flüchtlingsfrage. Dabei war insbesondere die aktuelle Situation an den Grenzen zentrales Thema. Aus dem Wipptal nahmen Bgm. Karl Mühlsteiger (Gries), Bgm. Josef Hautz (Steinach), Bgm. Alfons Rastner (Mühlbachl und Planungsverbandsvorsitzender Wipptal), Vizebgm. Erich Nagele (Matrei am Brenner) sowie Josef Saxer (Bgm Obernberg) daran teil.

„Die Flüchtlingsfrage ist eine jener Herausforderungen, bei der Entwicklungen und Entscheidungen auf globaler und europäischer Ebene ganz konkrete Auswirkungen auf die regionale und lokale Eben haben“, betonte der Landeshauptmann. „Wir haben in dieser Frage mit Innenminister Wolfgang Sobotka einen starken Partner, der die Situation mit seinen Expertinnen und Experten genau beobachtet. Die von ihm angeordnete Aufstockung der Polizeikräfte für die bereits jetzt möglichen Kontrollen im Grenzraum am Brenner trägt wesentlich zum Sicherheitsgefühl der Bevölkerung bei.“

Auswirkungen auf die Regionen und Gemeinden habe insbesondere auch eine eventuelle Änderung von Fluchtrouten. „Mir ist daher der Kontakt zu den Bürgermeistern der Grenzgemeinden sehr wichtig – sie merken als eine der ersten, ob sich die Anzahl der Flüchtlinge verändert und inwieweit Unterstützung notwendig ist“, sagt LH Platter. „Derzeit ist das Aufkommen niedrig, da die italienische Exekutive die zugesagten Kontrollen durchführt. Allerdings wäre es ein Trugschluss zu glauben, dass die Krise schon ausgestanden ist. Wir sind hier sehr wachsam und beobachten die Lage an den Grenzübergängen genau. Es darf keine unkontrollierte Einreise nach Österreich geben.“

Deshalb sei es unumgänglich, dass bereits jetzt auch durch die österreichische Polizei verstärkt Kontrollen im Grenzraum durchgeführt werden und alle baulichen Vorbereitungen für das Grenzmanagement am Brenner getroffen werden, damit dieses bei einer Änderung der Situation auf Knopfdruck aktiviert werden kann.
„Dafür gilt mein Dank auch der heimischen Exekutive, die im Grenzraum verstärkt kontrolliert und bereits alles vorbereitet hat, falls das Grenzmanagement notwendig werden sollte“, lobte der Landeshauptmann die Arbeit der Polizei.

Tirols Landespolizeidirektor Helmut Tomac berichtete zu den Zahlen, dass im Mai 117 und im Juni 54 Personen, die zu Fuß unterwegs waren, aufgegriffen worden sind. Seit den verstärkten Polizeikontrollen ab dem 24. Mai sind in Tirol 193 illegal eingereiste Personen aufgegriffen und 82 von Deutschland zurückgeschoben worden. „Die Zahlen sind derzeit keineswegs besorgniserregend aber Anlass genug, weiterhin sensibel zu agieren, um einen möglichst lückenlosen Überblick zu haben. Wir sind aber auch für den Fall gerüstet, dass ein verstärkter Zug Richtung Norden einsetzt und können innerhalb kürzester Zeit mit den Grenzkontrollen beginnen“, erläuterte Helmut Tomac.

Bürgermeister Karl Mühlsteiger, Gries am Brenner: „Durch die deutliche Aufstockung der Polizeikräfte hat sich die Lage bei uns wieder stark beruhigt und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung hat sich gebessert. Wir sind dankbar dafür, dass die Lage genau im Auge behalten wird und entsprechend reagiert wird.
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