25.07.2016, 10:06 Uhr

Experten einig: Unwetter war ein Tornado!

(Foto: BFK Waidhofen a. d. Thaya / Stefan Mayer)

Zu gefährlich für den Straßenverkehr: Holzgraben bleibt bis auf weiteres gesperrt. Windspitzen über 200 km/h. 1,5 Millionen Euro Schaden in der Landwirtschaft

KARLSTEIN. Bei einem Lokalaugenschein der Feuerwehr am Sonntag wurden die massiven Schäden im sogenannten "Holzgraben", dem Straßenstück der Landesstraße 59 zwischen Karlstein und Waidhofen durch das Unwetter von Donnerstagnacht, sichtbar.

Das Schadensausmaß lässt auf außergewöhnliche Windgeschwindigkeiten schließen. Bäume wurden regelrecht abgedreht und sogar samt den Wurzelstöcken herausgerissen. Stellenweise rutschten Hänge mit den Bäumen ab.
Baumstämme mit einem Durchmesser von ca. 60 Zentimetern wurden wie Zahnstocher abgebrochen.

Der Meteorologie-Student Manuel Weber aus Oberedlitz (Gemeinde Thaya) schreibt in seinem Wetterblog auf, dass es sich bei diesem Ereignis um einen Tornado gehandelt hat. Auch die ZAMG spricht mittlerweile von einem solchen Wetterereignis.



Die Landesstraße 59 im Holzgraben bleibt vorerst bis auf weiteres gesperrt. Durch die umgestürzten Bäume wurden die Fahrbahn und Verkehrseinrichtungen beschädigt, die ein gefahrloses Befahren unmöglich machen. An der Schadensbeseitigung arbeiten derzeit intensiv private Forstunternehmen sowie die Straßenmeisterei.

Die Bezirksbauernkammer schätzt die Schäden in den Gemeinden Kautzen, Gastern, Dobersberg, Thaya, Karlstein, Raabs/a und Ludweis-Aigen auf etwa 1,5 Millionen Euro. Rund 3.500 Hektar landwirtschaftlicher Fläche sind stark in Mitleidenschaft gezogen. Flächiger Windbruch dürfte im Forst auf ca. 50 Hektar mit einer Schadenssumme von mehreren hunderttausend Euro entstanden sein.

"Besonders schwer trifft es alle viehhaltenden Betriebe, da diese bedingt durch das Dürre- und Hitzejahr 2015 über wenig Futterreserven verfügen", erklärt Kammerobmann Nikolaus Noé-Nordberg, der betroffenen die Futtermittelplattform nahelegt.

Die Schadenskommissionen der Hagelversicherung sind bereits unterwegs und auch für die forstwirtschaftlichen Flächen werden von den Gemeinden Schadenskommissionen eingesetzt.
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