11.05.2016, 10:25 Uhr

Glasfaserausbau: Bitte lassen wir uns diese Chance nicht entgehen

Leserbrief von Karl Seinzinger über den Glasfaserausbau

Vor kurzem wurden in Waidhofen/Thaya Land einige Informationsabende zum Glasfaserausbau in unserer Region abgehalten, ich selbst habe auch einen dieser besucht.

Meiner Meinung wurde man dort recht unkompliziert, aufschlussreich und vor allem sehr geduldig über die verschiedenen Fragen und Möglichkeiten dieser Zukunftstechnologie informiert.

Auch unsere Volksvertreter waren zu der Thematik sehr aufgeschlossen und auch vorsichtig optimistisch. Meine große Bitte an alle, die hier langfristig denken und handeln wollen: BITTE lasst uns diese Chance nicht entgehen!

Für alle, die aktuell einen Internetanschluss haben und diesen auch die nächsten Jahre haben wollen, stellt sich die Frage ob man Glasfaser haben will oder nicht meiner Meinung gar nicht – die Antwort ist Ja. Die Vorteile überwiegen auf jeden Fall.

1. Ja, man hat vielleicht einen Internetanschluss bei einem Netzanbieter, der im Grunde alles andere als 1A ist – auch wenn er ähnlich heißt... Im ländlichen Raum hat dieser Anbieter Jahrelang seine Monopolstellung gnadenlos ausgenutzt, um den Ausbau in den Ballungszentren voranzutreiben.

Bei Hardwaregebrechen, die man rasch gelöst haben will wurde man an den nächsten Zweigstellenshop verwiesen (Krems ist ja gleich um die Ecke).
Bei Netzausfällen wurde mir tatsächliche erklärt, das das so wäre, weil wegen der “vielen Niederschlägen” (eine Nacht Regen) die Leitungen nass geworden sind.
Weiters die tollen Angaben mit “bis zu 7 Mbit” .... ja genau – und ich verdiene monatlich bis zu Monatsgehalt plus Weihnachtsgehalt plus 50 Überstunden.
Frage: Was haben Sie für Ihre letzte Jahres-Servicepauschale bekommen?
Man sollte sich wirklich überlegen, vor solchen Unternehmen weiterhin als Bittsteller Kunde zu Kreuze zu kriechen.

2. Handelt es sich hierbei um eine günstige, zukunfssichere Infrastrukturmaßnahme.
Schnellere Geschwindigkeiten als Lichtgeschwindigkeit wird's wohl in naher Zukunft nicht geben, die Leitungen sind sozusagen “aufwärtskompatibel”. Wir sind jetzt bei min. 50 Megabit/Sekunde – in Japan gibt es bereits Anbieter mit 1 Gigabit/Sekunde – auf grundlegend derselben Technik.

3. So günstig kommen wir nie wieder zu einem Glasfaseranschluss – wenn überhaupt in den nächsten 10 Jahren. Vergleicht man die Preise mit gleichwertigen “1A”-Angeboten: “Internet Pur mit Glasfaser Power 50” – mit dem Schönheitsfehler, dass hier der Upload wohl absichtlich künstlich auf 10 Mbit gebremst wird
(echte Glasfaser hat identischen Up und Downloadwerte – soviel zu “Unlimitiert & ungebremst”) Kostenpunkt: 44,80 Euro pro Monat (aktuell laut Website) – dafür kosten die ersten 3 Monate nur 10€. Für diese Summe erhält man bei den bei open-net.at angeführten Anbietern die doppelte Leistung – ohne Einbremsung des Uploads. 50 Mbit Up/Download gibts dort ab 29,90 Euro. Wer ist also günstiger?

4. Das surfen mit Ihrem ADSL bzw. Funknetz-Internet-Anschluss ist für Sie ohnehin schnell genug? Freuen Sie sich nicht zu früh bzw. zu lange. Grund: Websites und Dienste werden seit Jahren immer aufwändiger und damit – bei gleichbleibender Netzgeschwindigkeit - immer langsamer. Die Startseite einer Website hatte zu Telefon-Modem-Zeiten meist nicht mehr als 1 Megabyte – heute gibt es schon normale Werbebanner, die 10 MB groß sind. Es ist noch nicht so lange her, da hatte ein Digitalfoto ca. 1 MB – heute das Zig-fache. Über kurz oder lang wird ein schnellerer Anschluss fast schon zwingend nötig.

Weiters: Messen Sie Ihre Geschwindigkeit mal zur Hauptabendzeit - ernüchternd für alle die Ihre Sachen nicht dann um 3 Uhr früh erledigen wollen...

5. Sollte man nie den Wert dieser Infrastrukturmaßnahme unterschätzen.
Die Leitungen werden ein mal verlegt – einmal aufgraben und fertig! Wenn später schnellere Geschwindigkeiten angepeilt werden, ist kein weiteres Aufgraben für bessere Leitungen notwendig – weil schneller als Lichts gibt's nicht... Zukünftig wird's bald keine Jobs mehr “komplett ohne Computer” geben. Vorhandene Infrastruktur ist ein Hauptknackpunkt für die Ansiedelung neuer Betriebe – und somit neuer Arbeitsplätze. Bereits heute gibt es unzählige Nutzungsgebiete von Glasfasernetzen – und es werden mehr.

Video on demand, Videotelefonie, aktive Fernstudien, Industrie 4.0, Online Gaming, 3D-Druck-Fernanbieter, Geräte-Fernwartung, Soziale Dienste, etc. Für viele mag dies schon fast ein wenig überfordernd wirken, jedoch ist anzumerken, dass diese Technologien alle groß im Kommen sind und bald ein Standard sein werden.
Die Frage ist nur, ob wir uns vor diesen verschließen und damit viele Möglichkeiten verlieren, oder wir einmal auch im Waldviertel die Vorreiter sein wollen.
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