13.06.2016, 08:00 Uhr

Zentralmatura: BIFIE will Mathe-Matura mit „Malen nach Zahlen“-Aufgaben vereinfachen

Mathe-Matura neu: Wer herausragend sein möchte, kann sich auch hier Zusatzpunkte durch das Ausmalen der Bilder sichern! (Foto: Fritz Jergitsch)

Die Querelen rund um die Zentralmatura gehen weiter. Diesmal sorgt der Schwierigkeitsgrad der diesjährigen Reifeprüfung in Mathematik für Aufregung, der von einem Großteil der Maturanten als zu hoch eingestuft wurde.

Aufgrund der zu erwartenden hohen Anzahl an „Nicht Genügend“ will man im Bildungsministerium nun handeln und die Aufgaben besser auf das allgemeine Mathe-Niveau der Maturanten abstimmen.

Malen nach Zahlen
Statt komplizierter Beispiele, die oft sogar verwirrende Buchstaben enthielten, setzt man nun auf Aufgaben aus einer fortlaufenden Folge von natürlichen Zahlen, die verbunden werden müssen und richtig gelöst ein nettes Bild ergeben. Bei einem ersten Test an einem Wiener Gymnasium konnte die neue Matura allerdings immer noch nicht überzeugen: „Bei der Prüfung musste ich einen Schneemann und ein Pony nachzeichnen. Das haben wir in der Vorbereitung nie geübt. Mich hat’s sicher durchprackt – und das obwohl ich wochenlang mit meiner vierjährigen Schwester gelernt hab!“, schildert Maturantin Jessica R. (18) aus Wien unter ­Tränen.

Hickhack um Bildungspolitik
Die Opposition ortet ein Totalversagen des Bildungssystems. „Das Niveau ist erschreckend. Jeder zweite Schüler kann keine Bruchrechnung. Ich persönlich glaube, es sind noch viel mehr, mindes­tens jeder dritte oder sogar jeder vierte!“, schlägt Walter Rosenkranz, Bildungssprecher der FPÖ, Alarm. „Schauen Sie, die Statistik beweist doch, dass fünf von vier Österreichern generell Probleme mit Mathematik haben. Das ist immerhin fast mehr als ein Drittel! Wenn man das Ganze vor diesem Hintergrund betrachtet, schauen die Ergebnisse schon nicht mehr so schlecht aus“, lässt ein Sprecher aus dem Bildungsministerium wissen. Reformbedarf sieht man somit nicht: „Wir gehen hier lieber den bewährten Weg und senken das Niveau so lange ab, bis selbst ein Goldhams­ter bestehen würde. Das feiern wir dann als großen bildungspolitischen Erfolg.“



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Poldi Lembcke aus Ottakring | 13.06.2016 | 08:41   Melden
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