14.03.2016, 19:55 Uhr

Neuer Glanz für die alten Möbel

Für den Wolfsberger Restaurator Hermann Wech ist sein Beruf zugleich Berufung

Hermann Wech ist der Künstler unter den insgesamt 96 Lavanttaler Tischlern.

petra.moerth@woche.at

WOLFSBERG. Mit 96 gemeldeten Betrieben weist der Bezirk Wolfsberg bei den Tischlern und Holzgestaltern eine sehr hohe Dichte auf.
Während die meisten seiner Lavanttaler Berufskollegen neue Fenster, Türen, Tische oder Kästen anfertigen, hat sich der Tischlermeister Hermann Wech (61) auf das Restaurieren alter Möbelstücke spezialisiert. Nach seiner Meisterprüfung im Jahr 1976 arbeitete Wech zunächst in mehreren Tischlereien, bevor er sich vor 35 Jahren zur Gründung seines eigenen Betriebes entschloss.
"Ich wollte eigentlich seit meiner Lehrzeit nie als konventioneller Tischler arbeiten, deshalb startete ich 1981 mit null Kunden als selbstständiger Restaurator durch", schildert der Wolfsberger Hermann Wech die Anfänge seines Handwerkbetriebes.

Bei Messen dabei


Über die Teilnahme an Holz- und Antiquitätenmessen gelang es ihm in den 1980er-Jahren, sich langsam einen Namen zu machen und erste Kunden an Land zu ziehen. Im Laufe der Jahre erhielt der Lavanttaler Tischlermeister auch immer wieder Aufträge zum Restaurieren von echten Schmuckstücken.
"Für die Landesausstellung 1991 im Stift St. Paul restaurierte ich ein Türportal aus der Renaissance-Zeit, das sich ursprünglich im Schloss Thürn befunden hat und eine Leihgabe von der Familie Knoch ist", erzählt der Lavanttaler, der tatkräftige Unterstützung von seiner Gattin Anita erhält. Wechs Know-how war auch bei mehreren Ausstellungen auf Schloss Wolfsberg gefragt, für die der Restaurator Skulpturen von Heiligen oder Rahmen berühmter Bilder in Stand setzte.

Historisches Wissen


"Beim Restaurieren von alten Gegenständen aus Holz muss man wissen, wie die Menschen früher gearbeitet haben, welche Materialien sie verwendet haben und was die Stile auszeichnet", beschreibt der Landesinnungsmeister-Stellvertreter die Herausforderung.
Das in Stand setzen der alten Möbelstücke geschieht in Handarbeit — und beansprucht daher ein hohes Maß an Zeit und Geduld. "Man muss beim Restaurieren Tischler, aber auch Künstler sein", sagt Wech, für den sein Beruf zugleich Berufung ist. Schon heute ist der Wolfsberger einer der letzten Restauratoren in der von Nachwuchssorgen geplagten Sparte. "Es ist schade, dass der Beruf aussterben wird", bedauert der Lavanttaler.

ZUR PERSON:
Name: Hermann Wech
Geburtstag: 8. August 1954
Wohnort: Wolfsberg
Beruf: Tischlermeister
Familienstand: verheiratet mit Gattin Anita, eine Tochter
Hobbys: Garten
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.