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Landmedizin: Die ärztliche Versorgung sichern!

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Die medizinische Versorgung auf dem Land steht vor gröberen Problemen. Immer weniger Bewerber sind bereit, eine Landarztstelle zu übernehmen. Und immer öfter springen junge Mediziner ab, sobald sie sich ein Bild von den oft schwierigen Arbeitsbedingungen auf dem Land gemacht haben. Die Politik hat das Problem zwar erkannt, konkrete Gegenmaßnahmen sind allerdings noch immer nicht in Sicht.

„Wenn die Politik nicht bald gemeinsam mit der Sozialversicherung konkrete Maßnahmen einleitet, dann nimmt sie bewusst Verschlechterungen der medizinischen Versorgung für die Landbevölkerung in Kauf", meint der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Artur Wechselberger.

Bessere Arbeitsbedingungen für Landärztinnen und -ärzte:
• geregelte und zumutbare Bereitschaftsdienste am Wochenende und in der Nacht
• flexible Arbeitszeitmodelle
• ärztliche Therapiefreiheit statt Kassen-Fließbandmedizin
• bestehende Hausapotheken absichern und neue ermöglichen
• weniger bürokratische Hürden für Kassenärzte, die gemeinsam mit anderen Ärzten in einer Gruppenpraxis für ihre Patienten da sein wollen
• Unterstützung bei der Organisation von Ordinations- und Wohnraum
• leistungsgerechte Vergütung

Hat Österreich zu viele Ärzte?
Schon jetzt sind viele Kassenärztinnen und -ärzte mehr als ausgelastet. Viele nehmen auch dann noch Patienten dran, wenn die Praxis eigentlich schon zu sein sollte. Dazu kommen noch Aufgaben außerhalb der Ordination: Visiten im Pflegeheim, Hausbesuche, Tätigkeit als Schularzt oder bei der Feuerwehr u.v.m. „Politiker sagen gerne, dass es in Österreich zu viele Ärzte gibt. Das stimmt nicht“, erklärt Ärztekammer-Vizepräsident und Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte, Johannes Steinhart. Denn: Rechne man die Turnusärzte weg, die ja noch im Spital ausgebildet werden, so kämen in Österreich 4,1 Ärzte auf 1000 Einwohner – das entspreche weitgehend der Situation in der Schweiz und in Deutschland. „Außerdem haben wir heute um 900 Kassenordinationen weniger als vor 15 Jahren – trotz höherer Bevölkerungszahlen. Dazu kommt, dass wir alle immer älter werden und somit über immer längere Zeiträume regelmäßige ärztliche Betreuung brauchen“, so Steinhart.

Hälfte der Hausärzte vor Pension
Auch die Landärzte werden nicht jünger. Mehr als die Hälfte von ihnen ist jetzt schon über 55 und erreicht in zehn Jahren das gesetzliche Pensionsalter. „Wenn sich die Arbeitsbedingungen nicht bessern, wird in zehn Jahren die Hälfte der Landarztpraxen geschlossen sein“, befürchtet Gert Wiegele, Obmann der Bundessektion Allgemeinmedizin in der Österreichischen Ärztekammer. „Ich bin selbst Landarzt und wie viele meiner Kolleginnen und Kollegen bin ich davon überzeugt, dass ich damals den schönsten Beruf der Welt ausgesucht habe. Aber die Zeit für die Familie war sehr begrenzt. Ich verstehe, dass die Jungen heute nach dem schwierigen Studium und einer so langen Ausbildung eine Arbeit haben wollen, die ihnen ein normales Familienleben, Freizeit und ein angemessenes Einkommen bietet“, so Wiegele.

Große Verantwortung
Wiegele: „Landärzte sind dort, wo die Menschen leben. Sie kennen auch die nicht-medizinischen Sorgen und tragen eine hohe Verantwortung. Und sie haben eine wichtige soziale Funktion.“ Außerdem ist das medizinische Leistungsspektrum von Allgemeinmedizinern auf dem Land meist größer als in der Stadt, wo überall Fachärzte und Ambulanzen zur Verfügung stehen. Oft führen Landärzte auch kleine chirurgische Eingriffe durch oder versorgen Knochenbrüche. Die nötige Ausstattung wie etwa ein Röntgengerät muss aber erst einmal angeschafft und dann gewartet werden. Wer eine Praxis auf dem Land übernimmt, hat also mit höheren Investitions- und laufenden Kosten zu rechnen. Dazu kommen meist jedes zweite Wochenende und jede zweite Nacht Bereitschaftsdienste, die in der Regel direkt in die „normale" Ordinationszeit übergehen. Hausbesuche bei Patienten, die 20 bis 30 Kilometer entfernt wohnen, sind keine Seltenheit. Pro Jahr absolviert ein Landarzt um die tausend Hausbesuche. Am Land kann dabei schon die Anfahrt schwierig werden, z.B. im Winter bei hoher Schneelage oder nachts auf abgelegenen Straßen.

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