Vier tote Bauarbeiter in Wien
Ermittlungen nach tödlichem Unfall dauern noch an
- Vor etwas mehr als einem halben Jahr kam es zu einem der schlimmsten Bauunfälle der vergangenen Jahrzehnte in Wien.
- Foto: privat
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Vor etwas mehr als einem halben Jahr kam es zu einem der schlimmsten Bauunfälle der vergangenen Jahrzehnte in Wien. Damals starben am 17. März vier Bauarbeiter in der Alsergrunder Porzellangasse. Seitdem ermittelt die StA Wien wegen fahrlässiger Tötung – und die Ermittlungen dauern noch immer.
WIEN/ALSERGRUND. Der Fall mit dem eingestürzten Gebäude in der innerstädtischen Färbergasse – beim Unfall starb eine Pensionistin und mehrere Menschen wurden verletzt – ist seit einigen Tagen ein Fall für die Ermittler. Denn seit dem 31. August wurden dort Bauarbeiten durchgeführt, bewilligt von der Baupolizei.
Das Unglück weckt Erinnerungen an den tragischen Baustellenunfall vom 17. März dieses Jahres, in der Alsergrunder Porzellangasse, als gegen 14.30 Uhr bei Arbeiten an einem Dachgeschossausbau ein Schalungsgerüst während Betonierarbeiten zusammenbrach und mehrere Bauarbeiter unter Gerüst- und Schalungsteilen, Eisenträgern und flüssigem Beton begraben wurden.
- Zahlreiche Menschen gedachten der Opfer am Alsergrund.
- Foto: codyflinker
- hochgeladen von Fabian Franz
Beim Unfall starben vier Bauarbeiter, darunter Pajtim Bajrami, Asllan Musliu und Istref Zekaj, alle aus dem Kosovo, wie damals die Präsidentschaft des Kosovo auf ihrer Website informierte. Ein schwer verletzter Mann überlebte. Zuerst war es unklar, wie es überhaupt zum Unfall gekommen ist und wo sich die Personen zum Zeitpunkt des Einsturzes befanden.
Tote waren Leiharbeiter?
MeinBezirk berichtete Ende März, dass die Staatsanwaltschaft Wien (StA Wien) wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Zur Klärung der Unfallursache kündigte sie zwei Sachverständigengutachten an: eines aus dem Bereich Bauwesen und Statik, das andere aus dem technischen Unfallwesen und Arbeitsschutz. Bereits damals war absehbar, dass die Ermittlungen umfangreich und langwierig werden würden – mehr dazu weiter unten.
Etwas mehr als ein halbes Jahr später ist die Aufarbeitung des Unglücks noch immer nicht abgeschlossen. Das zuständige Arbeitsinspektorat verwies auf Anfrage an das Arbeitsministerium und die StA Wien. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte lediglich, dass die Ermittlungen weiterhin laufen. Gegen wen konkret ermittelt wird, ist nicht bekannt.
Offen ist außerdem, ob die Verstorbenen direkt bei der Baufirma angestellt oder als Leiharbeiter beschäftigt waren. Der "Kurier" hatte berichtet, dass es sich um Leiharbeiter gehandelt haben dürfte. Offiziell bestätigt wurde dies bislang nicht. Eine Anfrage an das zuständige Ministerium blieb bis Freitagabend unbeantwortet.
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