Taubenplage
FPÖ will Taubenschläge am Julius-Tandler-Platz errichten
- Die Alsergrunder Freiheitlichen wollen das Taubenproblem am Julius-Tandler-Platz angehen.
- Foto: FPÖ
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Am Julius-Tandler-Platz sorgen Tauben aktuell für Probleme. Die FPÖ setzt sich für zwei mobile Taubenschläge ein, um die Population einzudämmen. Bezirk und Stadt sprechen sich generell für die Idee aus.
WIEN/ALSERGRUND. Verkotete Gehsteige, verschmutzte Fassaden und dichte Schwärme von Stadttauben sorgen rund um den Franz-Josefs-Bahnhof seit Monaten für Unmut unter Pendlerinnen und Pendlern sowie Anrainerinnen und Anrainern.
Um die anhaltende Taubenplage am Julius-Tandler-Platz in den Griff zu bekommen, brachte die FPÖ das Thema in der vergangenen Alsergrunder Bezirksvertretungssitzung per Anfrage auf die politische Bühne. Die Freiheitlichen drängen im Gespräch mit MeinBezirk auf rasche, unbürokratische Lösungen und fordern mindestens zwei betreute Taubenschläge.
Stadt prüft Bedarf, Bezirk unterstützt Pläne
Auf Anfrage von MeinBezirk bestätigt die zuständige Magistratsabteilung 49 (Forst- und Landwirtschaftsbetriebe) die Dringlichkeit: "Aufgrund der Situation vor Ort besteht grundsätzlich Bedarf an einem betreuten Taubenschlag. Eine mögliche Umsetzung am Julius-Tandler-Platz wird derzeit geprüft." Ziel sei es, die Vögel an feste Futterstellen zu binden und ihre Gelege durch Gipsattrappen zu ersetzen, um den Bestand nachhaltig und tierschutzgerecht zu regulieren.
- Gregor Paul Amhof will eine rasche Lösung.
- Foto: Fabian Franz/MeinBezirk
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Rückenwind kommt dabei auch aus der Alsergrunder Bezirksvorstehung. Man sei zwar formell nicht zuständig, da die Agenden bei der MA 49 liegen, "als Bezirk unterstützen wir die Errichtung eines Taubenkobels am Julius-Tandler-Platz aber ausdrücklich und setzen uns aktiv dafür ein", betont das Büro von Bezirkschefin Saya Ahmad (SPÖ). Ein betreuter Schlag sei der richtige Weg, um Verschmutzungen am Platz zu verringern. Parallel will der Bezirk auf Aufklärung setzen: Gemeinsam mit den Waste Watchern der MA 48, Hinweistafeln und Social-Media-Videos wird auf das Fütterungsverbot hingewiesen.
FPÖ fordert Waggon-Lösung
FPÖ-Klubobmann Gregor Paul Amhof mahnt im Gespräch mit MeinBezirk dennoch zur Eile: "Eine magistratsinterne Prüfung dauert erfahrungsgemäß ein halbes Jahr. Selbst wenn rasch umgesetzt wird, merkt man eine Verbesserung frühestens in zwei Jahren." Amhof verweist auf die rasante Vermehrung: Bei günstigen Bedingungen brüten Tauben viermal oder öfter im Jahr, weshalb am Bahnhof ein einzelner Schlag nicht ausreiche.
- Bezirksvorsteherin Saya Ahmad (SPÖ, l) montierte kürzlich gemeinsam mit Sarah von den Waste Watchern neue Hinweistafeln auf dem gesamten Areal vor dem Franz-Josefs-Bahnhof.
- Foto: BV9
- hochgeladen von Fabian Franz
Statt teurer fixer Standorte wie in Meidling – die FPÖ nennt rund 200.000 Euro – schlägt Amhof mobile Varianten nach Ottakringer Vorbild – laut FPÖ etwa 20.000 Euro – vor: etwa im Parkhaus des Gebäudekomplexes "Francis" oder in einem ausrangierten ÖBB-Waggon auf den hinteren Gleisen Richtung Spittelau.
Schienen nicht geeignet
Zu den Kosten hält die MA 49 fest, dass die von der FPÖ genannten 20.000 Euro Errichtungskosten für einen mobilen Taubenschlag "eher am oberen Ende des zu erwartenden Kostenrahmens" lägen – der laufende Betrieb eines mobilen Schlags koste rund 500 Euro pro Monat. Hinsichtlich des Standorts bremst die Bezirksvorstehung jedoch: Nach Rücksprache mit der Fachdienststelle mache ein Taubenschlag jedenfalls nur unmittelbar in der Nähe des Platzes Sinn. Für Flächen auf Bahngelände müsse zudem zwingend die ÖBB als Grundeigentümerin eingebunden werden.
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