30.09.2016, 13:18 Uhr

Alland: Disput um neuen Umfahrungs-Plan

Während der Sitzungsunterbrechung diskutierten Klaus Perl (r.) und Erwin Dollensky (sitzend) mit dem Publikum die neue Trassenführung.
ALLAND. Eigentlich war das Straßenprojekt der NÖ Landesregierung (ca. 700 Meter über die Felder zwischen dem Autobahn-Kreisverkehr und der B 210 bei Mayerling) an den nötigen Grundablösen bereits im Frühsommer gescheitert.

Antrag von Klaus Perl

Die SPÖ/UBA-Fraktion unter Klaus Perl hatte nun davon Wind bekommen, dass eine weitere - noch ortsnähere - Variante geprüft würde, und hievte das Thema auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am 21. September.

Klaus Perl: "Die alte Trasse war ca. 200 Meter von der Siedlung weg. Die neue Variante ist eigentlich eine alte, gegen die schon vor Jahren die Bevölkerung Amok lief. Sie würde nur 70 Meter neben der Siedlung verlaufen. Abgesehen vom Lärm würden wir uns mit so einer Straße die Möglichkeit nehmen, den Ort weiter zu entwickeln."

Perl stellte den Antrag, dass der Gemeinderat diese bestimmte Variante, die über zwei bestimmte Grundstücke führen würde, von vornherein ablehnt. Es folgte eine turbulente und sehr emotionale Debatte.
Bürgermeister Ludwig Köck (ÖVP) meinte: "Die Landesregierung hat nach dem Scheitern der zuletzt diskutierten Variante von sich aus begonnen, eine oder vielleicht sogar mehrere weitere Varianten zu prüfen. Über das Ergebnis werde ich am 30. September informiert."

Dollensky: "Wer will's?"

Gemeinderat Erwin Dollensky stellte - einmal mehr - die Frage, wer eigentlich den Wunsch nach einer Umfahrung betreibt, Land oder Gemeinde?
Er verlas ein Schreiben von Badens Bezirkshauptmann Dr. Zimper, in dem dieser der B 210 (Helenentalbundesstraße) eine unterdurchschnittliche Belastung bescheinigt und keinen Handlungsbedarf für weitere Maßnahmen sieht.
Dollensky: "Wer will eigentlich diese Umfahrung, die immerhin 3,5 Millionen Euro kosten würde?"

Sitzung unterbrochen

Es kam auf Wunsch der ÖVP zu einer Sitzungsunterbrechung. Danach wurde Perls Antrag abgelehnt, mit 10 Stimmen der ÖVP gegen 9 Stimmen aus der Opposition.
Bürgermeister Ludwig Köck (ÖVP): "Wenn wirklich diese Variante wieder im Spiel ist, kann sie der Gemeinderat immer noch in seiner nächsten Sitzung am 14. Dezember ablehnen."
Konter von Klaus Perl: "Da habt ihr dann zwei Monate Zeit, guten Wind dafür zu machen!"

Die Gemeinderatssitzung war gut besucht.
Andreas Hacker, Anrainer aus Mayerling, konnte danach nur den Kopf schütteln.
Für ihn bringt die Umfahrung in jedem Fall mehr Verkehrsbelastung - entweder in Mayerling (alte Trasse) oder am Ortsrand von Alland (neue Trasse). "Es gäbe in Zeiten knapper Finanzen wahrlich wichtigere Dinge, zum Beispiel die Investition in die notwendige neue Hauptschule."
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