Die Königin des Burgtheaters
Neue Biografie über Schauspielerin Alma Seidler

- Königin des Burgtheaters: Die Bühne war Alma Seidlers Leben.
- Foto: Kajanovičovà
- hochgeladen von Naz Kücüktekin
In seinem neuesten Werk biografiert Bernhard Macek die einst bekannte Schauspielerin Alma Seidler.
BRIGITTENAU/INNERE STADT. Als "Königin des Burgtheaters" wurde Alma Seidler seinerzeit bezeichnet. Im 20. Jahrhundert kannte noch jeder den Namen der Schauspielerin. Von ihrem damaligen Ruhm ist heutzutage aber nicht mehr viel geblieben. Ziemlich schnell geriet Alma Seidler in Vergessenheit.
Historiker und Autor Bernhard Macek stieß unerwartet auf die Schauspielerin. "Zufällig bekam ich durch eine Freundin meiner Eltern, die bei Alma Seidler angestellt war, einen Brief von ihr in die Hand und war sofort fasziniert", erzählt der Brigittenauer. Der Grundstein einer neuen Buchidee war gelegt. Drei Jahre später hält der Autor schon seine dritte Biographie, dieses Mal über Alma Seidler, in der Hand.
Ein Leben voller Geschichte
Alma Seidler wurde 1899 geboren. Bereits mit 19 Jahren nahm man sie ins Ensemble des Burgtheaters auf – das Ende des Ersten Weltkriegs bedeutet für Seidler den Anfang ihrer Theaterkarriere. Dass der Zweite Weltkrieg und damit verbunden auch eine schwere Zeit für die Schauspielerin folgen sollte, war damals noch nicht zu ahnen.
"Seidler musste viel Zensur miterleben. Außerdem war sie mit einem Juden verheiratet und ihr Sohn war im Widerstand tätig", erzählt Macek. Sogar ein Treffen mit Adolf Hitler hatte die Schauspielerin. "Sie ist daher nicht nur Teil der Theatergeschichte, sondern auch der österreichischen Geschichte", betont der Autor.
Liebe zum Burgtheater
1977 verstarb Seidler im Alter von 78 Jahren. Bis zu ihrem Tod war sie am Burgtheater tätig. In mehr als 50 Jahren spielte sie in 10.000 Aufführungen mit. Auch in einigen Filmen hatte sie eine Rolle. Ihre wahre Liebe galt, laut Macek, aber immer dem Theater und vor allem Wien. "Seidler hätte auch nach Berlin gehen und dort groß rauskommen können. Doch sie wollte nie weg vom Burgtheater", erläutert der Brigittenauer.
Hinter dem großen Ruhm war Seidler sowieso nie her. "Sie hätte sicher ein Star werden können, aber das wollte sie nicht", ist sich Macek sicher. Für sein neues Buch sprach der Brigittenauer mit Menschen, die Seidler zu Lebzeiten kannten, und alle betonten, wie bescheiden die Aktrice war.
Zu bescheiden?
Ihre Bescheidenheit war vielleicht aber auch der Grund, wieso sich heutzutage nur wenige Menschen an die "Königin des Burgtheaters" erinnern können. Dass die Schauspielerin ein Ehrengrab am Zentralfriedhof hat und ein Weg in Liesing sowie eine Straße in Leoben nach ihr benannt sind, wissen wahrscheinlich nicht viele.
Maceks Buch "Österreichs Jahrhundertschauspielerin" ändert das vielleicht ein bisschen. Erhältlich ist die Biographie unter anderem in allen Morawa-Buchhandlungen und auf Amazon ab 17,99 Euro.




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