Engerthstraße im Visier
Radlobby will wichtige Verkehrsader radfreundlich umgestalten
- Die Radlobby möchte eine Verbesserung für Rad- und Fußverkehr in der Engerthstraße. Räder und zu Fuß Gehende teilen sich derzeit einen viel zu kleinen Platz und es kommt zu gefährlichen Situationen.
- Foto: Radlobby
- hochgeladen von Michael Marbacher
Eine neue Petition macht sich für eine Umgestaltung der Engerthstraße stark. Nach einem Verkehrskonzept der Radlobby gemeinsam mit der Bürgerinitiative "Geht-Doch" sei die Straße breit genug, um dem Rad- und Fußverkehr mehr Platz zu geben.
WIEN/LEOPOLDSTADT/BRIGITTENAU. Sie ist etwa fünf Kilometer lang und verbindet die Leopoldstadt mit der Brigittenau. Über sie kommt man vom Ernst-Happel-Stadion bis zum Friedrich-Engels-Platz. Die Engerthstraße ist eine der wichtigsten Querverbindungen im Bezirk. Dementsprechend ist auf ihr viel Platz für den Autoverkehr reserviert. Auch Busse wie der 11A benutzen die breite Straße, die laut Radlobby bis zu 28 Meter breit ist.
Der Rad- und Fußgängerverkehr profitiert allerdings nicht von dem vielen Platz. Ihm könne man mehr Raum überlassen, meint Markus Oliver Steenbock, Sprecher der Radlobby. Deshalb hat er gemeinsam mit der Bürgerinitiative "Geht-Doch" eine Petition ins Leben gerufen, die man seit Kurzem unterstützen kann.
"Nicht mehr zeitgemäß"
Einen Zwei-Richtungs-Radweg hat die Engerthstraße bereits auf der Donau zugewandten Seite, und zwar auf derselben Höhe wie der Gehsteig und direkt neben ihm. Auf der Straße gibt es in den Augen Steenbocks zwei Probleme: Zum einen sind es die Querparkplätze entlang der Straße, die stellenweise in den Radstreifen hineinragen und den Radfahrenden Platz rauben.
Zum anderen ist es der vorhandene Radweg, der etwa einen Meter zu schmal ist: "Man kann sagen, dass der schon lange nicht mehr den heutigen Anforderungen eines Zwei-Richtungs-Radwegs entspricht. Das würde man heutzutage anders machen."
- Die Engerthstraße ist laut Radlobby in Teilen sogar bis zu 28 Meter breit.
- Foto: Michael Marbacher/MeinBezirk
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Im Laufe der Zeit ist ein ganzes Verkehrskonzept für die Engerthstraße entstanden, das im Rahmen der Petition der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Das Konzept spricht sich dafür aus, auf beiden Seiten der Engerthstraße Radwege zu errichten. Die Radstreifen und Parkspuren sollen näher an die Fahrbahn herangezogen werden. Um dem Fußgängerverkehr mehr Platz zu geben, sollen die Querparkplätze teilweise gegen Längsparkplätze ersetzt und die Straße verengt werden. Die beiden Sackgassen am Mexikoplatz sollen laut dem Konzept zu Fahrradstraßen werden und Rad- und Fußgängerverkehr mehr Platz bieten.
Was ist mit der Allee?
Problematisch wäre die Umgestaltung freilich für den Grünbestand auf der Straße. Die Engerthstraße ist für ihre Allee bekannt. Die Bäume könnten einer Verschiebung der Straßeninfrastruktur im Weg stehen. "Unser Team hat die Straße ausgemessen. Es ist so gut wie überall möglich, den Radweg näher an die Straße zu rücken", entgegnet Steenbock. Laut ihm könnte der Radweg abschnittsweise um die Außen- und Innenseite der Bäume herumgeführt werden.
- Der Radweg der Engerthstraße ist nur auf einer Seite der Straße zu finden.
- Foto: Michael Marbacher/MeinBezirk
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Bezirksvorsteher-Stellvertreter Christoph Zich (SPÖ) sieht wenig Chancen auf Erfolg: "Angesichts der aktuellen budgetären Rahmenbedingungen und der laufenden Projekte wird in den kommenden Jahren kein finanzieller Spielraum für eine derartige Maßnahme vorhanden sein.“
Ziel der Petition ist es, Ulli Sima (SPÖ), Stadträtin für Stadtentwicklung, mit dem Konzept zu erreichen. Der Petitionsausschuss muss eine Petition behandeln, wenn sie mehr als 500 Unterstützer erreicht. Dann werden auch Statements aller zuständigen Stellen eingeholt, darunter auch das Büro Simas sowie beide Bezirksvorstehungen. Die Petition ist hier zu finden.
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