Lastkrafttheater im Bezirk Bruck
Ein Lkw bringt Kultur direkt auf den Hauptplatz
- Die Verwechslungskomödie "Umsonst" von Johann Nestroy steht heuer beim Lastkrafttheater am Programm.
- Foto: anwora.com
- hochgeladen von Birgit Bachhofner
Zweimal ist das kostenlose Lastkrafttheater mit Nestroys "Umsonst!" im Bezirk Bruck/Leitha zu sehen. Gratis und barrierefrei kommt so ein Theaterstück direkt zu den Menschen im Ort.
BEZIRK BRUCK AN DER LEITHA. Ein Lkw fährt am Hauptplatz auf und verwandelt sich in eine Bühne: so einzigartig funktioniert das Lastkrafttheater. MeinBezirk hat die Initiatoren Max Mayerhofer und David Czifer interviewt.
MeinBezirk: Das Lastkrafttheater soll einen barrierefreien Zugang zu Kunst und Kultur gewähren. Wird dazu auch mit Behindertenorganisationen zusammengearbeitet?
David Czifer: Das ist eine gute Idee, das können wir in Zukunft machen. Das Lastkrafttheater ist aber sowieso ein barrierefreier Ort und für alle Menschen zugänglich, da der Eintritt frei ist. Die meisten Plätze sind eben und auch für gehbeeinträchtigte Menschen gut erreichbar.
Als Max Mayerhofer und ich das Lastkrafttheater 2013 gegründet haben, wollten wir einen Ort der Begegnung schaffen, an dem die Menschen zusammenkommen und miteinander sprechen. Uns ist wichtig, dass Kultur für jedermann zugänglich ist und deshalb ist bei uns der Eintritt frei.
Max Mayerhofer: Bei uns sind alle Menschen eingeladen. Dies erreichen wir durch viele Sponsoren und Unterstützer, wie das LAND NÖ, die WK NÖ und die AK NÖ.
Zum Thema digitale Spaltung: Kann Theater hier einen Beitrag zur "Vereinigung" und "Heilung" leisten?
Max Mayerhofer: Kultur kann Grenzen schaffen, aber auch Grenzen überwinden, davon sind wir überzeugt. Wir möchten dem Publikum vergnügliche Stunden bereiten, aber auch einen barrierefreien Platz im öffentlichen Raum schaffen, in dem unterschiedliche Menschen zusammenkommen können.
Weniger Handy, mehr Interaktion
Heutzutage haben wir in unserer Gesellschaft oftmals wenig Interaktion, viele Menschen vereinsamen im digitalen Raum und die zwischenmenschlichen Begegnungen bleiben auf der Strecke. Auch diesem Phänomen wollen wir mit Mitteln des Theaters entgegenwirken.
Warum fiel die Wahl auf das Stück UMSONST, wie ist der aktuelle Bezug?
David Czifer: "Umsonst!" ist eine Hommage an das Theater mit starker Sozialkritik, wie immer bei Nestroy. Diesmal zeigt es die prekäre Situation von Künstlern und KünstlerInnen auf. Hier hat sich seit Nestroys Zeiten sicherlich einiges geändert, aber es gibt noch viel zu tun.
Hilft das Lastkrafttheater auch, einen Lkw mal mit anderen Augen zu sehen?
Max Mayerhofer: Wir möchten, dass unser Publikum den Lkw bewusst wahrnimmt. Der Lkw bringt, was wir alle täglich brauchen, nicht nur Dinge des täglichen Bedarfs, sondern eben auch Kultur direkt vor die Haustüre. Wir glauben, dass das Publikum durch unsere Arbeit den Lkw als Freund der Straße wahrnimmt, der eben nicht nervt, sondern direkt zu ihnen unterwegs ist und das Lachen auf ihren Hauptplatz liefert!
Weitere Informationen sowie alle Termine finden Sie online.
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