14.12.2017, 18:44 Uhr

Bekannte slowakische Autoren zum Abschluss des Jahres in der Haydn-Bibliothek

Adventlesung in der Haydn-Bibliothek Hainburg/Donau (von links: stehend Martina Landman, Stefanie Kugler, Mária Bátorová, Patrick Wissmann, Gülkibar Alkan, Milan Richter, Gertrud Hauck, Hans Otto Lindenbüchel, Helene Levar, Leopold Hnidek, Johanna Friedrich, Renate Glaw, Bürgermeister Helmut Schmid, Erwin Matl; sitzend: Etela Farkasová, Helena Opitz-Sokolová, Gertrude Hubeny-Hermann, Anton Jakob Käferle, Erika Lugschitz) (c) Bild: Rudolf Hermann



„Insgesamt gab es in der Haydn-Bibliothek eine Reihe von über 70 sehr unterschiedlicher Veranstaltungen im Jahr 2017, die nun mit der Adventlesung der Hainburger Autorenrunde abgeschlossen wurde“,

so die Bibliotheks-Leiterin Renate Glaw, die gemeinsam mit Ingrid Oth und Margareta Pavlata wie bei allen Terminen (diesmal gemeinsam mit der Autorenrunde) auch für das leibliche Wohl am Ende der Lesung sorgte.
Die abschließende Jahresveranstaltung bei sehr gutem Besuch, an der Spitze Bürgermeister Helmut Schmid, stand unter dem Motto der „fünfjährigen Freundschaft zu den slowakischen Autorinnen“ und bot international hochkarätige Literaten. Höhepunkt war zweifellos der Auftritt des amtierenden Präsidenten des slowakischen PEN-Clubs Milan Richter, dessen Werke in 25 Sprachen übersetzt worden sind. Er litt viele Jahre, wie sehr viele seiner schreibenden Landsleute, unter einem Publikationsverbot. All seine Lebens-Erfahrungen fließen nun aber in seine eigenen Gedichte ein, deren Ende sich durchwegs mit unerwarteten Pointen oder Erfahrungsweisheiten auszeichnen, wie man in seinen Kostproben erkennen konnte.
Ihren ersten Auftritt in der Haydn-Bibliothek gab es auch von der ehemaligen Fernsehdramaturgin und Drehbuchautorin des Slowakischen Fernsehens Helena Opitz-Sokolová. Sie brachte Gedichte, in denen es um Beziehungen geht.
Mária Bátorová und von Etela Farkasová sind jene beiden slowakischen Autorinnen, die in Hainburg seit fünf Jahren zahlreiche Auftritte und gemeinsame Projekte mit den Hainburgern hatten. Im Pilum Verlag sind für 1918 weitere Veröffentlichungen geplant. Mária Bátorová brachte schon einen Vorgeschmack auf ihren neu übersetzten Roman „Die Mitte“.
Etela Farkasová las diesmal Haiku-Texte, umrahmt durch die Klarinette von Martina Landman. Sie sorgte gemeinsam mit Stefanie Kugler, Querflöte und Patrick Wissmann, Posaune mit ihren adventlichen Melodien für eine schwungvolle musikalische Umrahmung.
Eine wahre tränenreiche Begebenheit brachte mit „Edelweiß“ Helene Levar gemeinsam mit Hans Otto Lindenbüchel. Ein Mann verschwindet am Morgen seines geplanten Militäreinzuges im Jahre 1945 mit den Worten „Bin oben“ auf Nimmerwiedersehen. 50 Jahre später findet man in den Bergen einen Schuh. Eine Zeitungsnotiz bringt schließlich Licht ins Dunkel und der Schuh kann dem damals am Sonnblick verunglückten Mann zugeordnet werden.
Ein weiterer emotionaler Moment war die Mitwirkung des Doyens der Hainburger Autorenrunde Anton Jakob-Käferle, der seinen adventlichen Evergreen „Weihnachten im Krieg“ vortrug.
Belebend waren auch die Texte der Jüngeren. Gülkibar Alkan dachte daran, wie es wäre, den oft verlorenen vorweihnachtlichen Frieden wieder zu finden, gleichsam mit einem Zauberstab. Johanna Friedrich zeigte in ihrer heiteren Kurzgeschichte viele Stolpersteine auf, auf dem Weg zum „perfekten Weihnachten“.
Wie jedes Jahr betrachteten die Vortragenden die sogenannte „stillste Zeit des Jahres“ aus den verschiedensten Blickwinkeln und das oft auch durchaus kritisch, wie Gertrud Hauck mit dem „Advent wie damals“. Erika Lugschitz nannte wiederum bei ihrem romantischen Gedicht zum Fest des Friedens jenes Ereignis, das am Heiligen Abend keineswegs fehlen darf, nämlich das Fallen der Schneeflocken.
Gertrude Hubeny-Hermann brachte eine „Herbergsuche“ aus ihrem Roman „Dana von Fruahall“. Leopold Hnidek beschreibt in seiner fiktiven Erzählung über das „Bankhaus Bitz“ wie nahe Glanz und Elend beieinander liegen.
Erwin Matl, der auch durch das abwechslungsreiche Programm führte, setzte mit seiner Geschichte „Das Bild“ eine literarische Klammer zur Novemberveranstaltung in der Bibliothek und zu den im Dezember noch ausgestellten Bildern von Christian Einfalt und Diana Romashchenko.
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