Musiker gesucht
Militärmusik Burgenland schlägt neue Marschroute ein
- Die Jugend dominiert die Militätmusik Burgenland: (v.l.) Lukas Niederholzer, Rebecca Pernsteiner, Noah Rak und Michael Artner.
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Mit Militärkapellmeister Oberst Johann Kausz soll neuer Schwung in die Militärmusik Burgenland kommen. Nur wenige Grundwehrdiener aus dem Burgenland sind Teil des Ensembles. Das soll sich in Zukunft ändern.
BURGENLAND. 28 Jahre war Oberst Johann Kausz Teil der Gardemusik in Wien, 20 Jahre davon als 2. Gardekapellmeister und Lehroffizier. Seit Oktober 2024 ist Kausz der neue Militärkapellmeister der Militärmusik Burgenland. Mit ihm soll der Dienst bei der Militärmusik nun neuen Schwung bekommen, denn die Zahlen an Grundwehrdienern bei der Militärmusik sprechen für sich. "Der Zustrom an Grundwehrdienern war im Burgenland in der Vergangenheit stets gering und hat sich leider nie signifikant erhöht", sagt Kausz im Gespräch mit MeinBezirk.
30 mögliche Plätze konnten beim letzten Einrückungstermin nur mit 27 Musikerinnen und Musikern besetzt werden. Von den 27 sind lediglich neun aus dem Burgenland. Der Rest komme aus Niederösterreich, der Steiermark oder sogar aus Oberösterreich. "Einen großen Mangel haben wir speziell im Holzbläsersektor, sprich Querflöte, Klarinette und Saxofon", betont der Militärkapellmeister. Bei den ohnehin wenigen Burgenländern bestehe auch ein großes Nord-Süd-Gefälle. "Aus den Bezirken Güssing und Jennersdorf kommen nur wenige bis gar keine Grundwehrdiener zur Militärmusik ", sagt Kausz.
Der Weg zur Militärmusik
Nach einem Vorspieltermin und der entsprechenden Eignung bei der Musterung, kann der Wunsch geäußert werden, sich für die Militärmusik Burgenland zu verpflichten. Am Tag der Einberufung beginnt die vierwöchige Grundausbildung beim Bundesheer, mit Zeitfenstern zum Musizieren. Im Anschluss erfolgt der musikalische Dienst. Die Verpflichtungszeit beträgt 13 Monate.
- Weit mehr als Marschmusik und Zapfenstreich: die Militärmusik Burgenland begeisterte auf der Burg Schlaining bei einem Konzert, das thematisch dem "Frieden" untergeordnet wurde; unterstützt mit Ton- und Lichtdesign.
- Foto: Peter Seper
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"Die Musikerinnen und Musiker sammeln bei uns wirklich viel Erfahrung und sind in den eigenen Vereinen dann wichtige Stützen", erläutert Kausz. Zudem stimme bei der Militärmusik auch die Bezahlung. Für Michael Artner aus St. Margarethen war schon seit frühen Kindheitstagen klar, zur Militärmusik zu gehen. "Ich sehe es als Privileg, Teil dieses Orchesters zu sein", so Artner. Man habe viele Ausbildungsmöglichkeiten und Chancen zur Weiterbildung, welche man außen gar nicht mitbekomme.
Studium und Militär
Ein weiterer Vorteil: während der Dienstzeit ist auch das Studium für die Grundwehrdiener und Kaderleute an Musikunis oder Hochschulen möglich. Eine enge Zusammenarbeit besteht derzeit mit der Joseph Haydn Privathochschule in Eisenstadt und auch mit dem Institut der Kunstuniversität Graz in Oberschützen sei man in gutem Kontakt.
Für Noah Rak aus Kittsee war es anfangs keine einfache Entscheidung, zur Militärmusik zu gehen. "Mein Ziel ist, die Musik zum Beruf zu machen, als Musiklehrer oder in einem Orchester", so Rak. Der Klarinettist will ab Oktober an der Joseph Haydn Privathochschule studieren. Beim Bundesheer habe er dann die Möglichkeit, sein Geld zu verdienen und nebenbei sein Studium abzuschließen.
- Die Militärmusik Burgenland beim Frühlingskonzert im Schloss Esterhazy.
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Keine reine Männerdomäne
Von der 46-köpfigen Besetzung bilden sechs Musikerinnen den Frauenanteil. Rebecca Pernsteiner ist eine der sechs Frauen bei der Militärmusik Burgenland. Sie hat sich freiwillig für 13 Monate verpflichtet und ist durch ihren Abschluss in einem Musikgymnasium zur Militärmusik gekommen. Als Mädchen müsse man sich einfach trauen, den Schritt zum Militär zu wagen. "Der Vorteil der Frau ist, man hat von Anfang an viel mehr Rechte. Ich habe auch bereits um Verlängerung angesucht", so die 19-jährige Tenorhornspielerin.
Pflicht und Kür
Längst ist die Militärmusik Burgenland nicht mehr nur Marschmusik und Zapfenstreich. Neben symphonischen Konzerten steht auch moderne Literatur am Konzertprogramm. "Wir setzen auf Lichteffekte, Videoshows und treten mit Sängerinnen und Sängern auf", so Kausz. Festakte oder Angelobung zählen weiterhin zu den Pflichtveranstaltungen. Bei den Konzerten wolle man aber die "volle Bandbreite an Musik" präsentieren. Demnächst zu hören am 29. Juli auf der Burg Güssing oder auch beim Feuerwerk der Blasmusik auf der Seebühne Mörbisch am 23. August.
- Der Probensaal der Militärmusik Burgenland ist in die Jahre gekommen und soll modernisiert werden: neue Bestuhlung, neue Notenständer und bessere Akustik.
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Investitionen in die Zukunft
In der Martin-Kaserne in Eisenstadt wird in einem seit Jahrzehnten unveränderten Probensaal musiziert. Dieser soll bereits im kommenden Jahr modernisiert werden. "Neben einer neuen Bestuhlung und neuen Notenständer soll auch die Akustik deutlich verbessert werden", betont Kausz. Die Investitionen seien bereits für das kommende Budget eingebracht.
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