Donaustadt
Die einzige Berufsschule Wiens, die Baugewerbe-Lehren begleitet
- Gernot Kulle ist Direktor der Berufsschule für Baugewerbe in der Wagramer Straße.
- Foto: Luise Schmid/MeinBezirk
- hochgeladen von Luise Schmid
Die Berufsschule in der Wagramer Straße ist die Einzige in Wien, die Baugewerbe-Lehren begleitet. Hinter den Schulmauern versteckt sich ganz schön viel Geschichte. 2028 steht eine große Änderung bevor.
WIEN/DONAUSTADT. Eine Zeit lang galt die Lehre als Berufswahl der zweiten Kategorie, erzählt Gernot Kulle, Direktor der Berufsschule für Baugewerbe. Damals hieß es: "Wenn es für nichts mehr reicht, dann machst du die Berufsschule". Dieser Tiefpunkt sei laut Kulle überwunden.
Mit dem Facharbeitermangel sei die Relevanz der Lehrberufe wieder in den Fokus gerückt. Das hat Kulle, der seit 1991 an der Schule und seit 2018 Schulleiter ist, hautnah miterlebt. Jetzt erfreut sich seine Schule großer Beliebtheit. Das hat wohl auch mit der Monopolstellung des Betriebs zu tun. Die Berufsschule in der Wagramer Straße 65, die es bereits seit 1929 gibt, ist die einzige mit dem Schwerpunkt Baugewerbe in Wien.
Inflation zeigt sich
Während der Andrang üblicherweise groß ist, macht sich in letzter Zeit die wirtschaftliche Situation am Bau bei den Schülerzahlen bemerkbar. Durch die Inflation nehmen weniger Unternehmen Lehrlinge auf und um in der Berufsschule zu starten, braucht es einen Lehrvertrag. "Wir rechnen heuer mit einem Rückgang, wahrscheinlich um die 15 bis 20 Prozent", sagt Kulle.
Ganze 14 Lehren werden an der Schule begleitet. So können Lehrlinge aus den Bereichen Betonbau, Bodenleger, Hafner, Pflasterer, Vermessungstechnik und mehr die Schule besuchen. Fast 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler sind Hochbau-Lehrlinge.
- In fast jeder Ecke gibt es etwas Selbstgemachtes zu entdecken. Im Hof steht beispielsweise ein Pizzaofen.
- Foto: Luise Schmid/MeinBezirk
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Für die unterschiedlichen Berufe stehen verschiedenste Werkstätten und Arbeitsbereiche am Schulgelände zur Verfügung. Dieses bezeichnet Kulle als "kleines Museum". In fast jeder Ecke gibt es etwas Selbstgemachtes zu entdecken. Der Schulvorplatz wurde von Lehrlingen selbst gepflastert, der selbst gebaute Pizzaofen wird immer am Zeugnistag befeuert, den Stiegenaufgang verziert ein Mosaik und die Fliesenwerkstatt wird im Winter durch den selbst gefertigten Ofen erwärmt. Sogar ein ganzes Gebäude wurde in den 90ern von Lehrlingen gebaut.
Otto Wagner als Teil der Schule
Außerdem steckt in der Schule ganz schön viel Geschichte. Der Direktor erzählt, dass Schüler von Otto Wagner Teile des Schulgebäudes und der großen Werkhalle designt und gebaut haben. In der Aula zeigt sich die Handschrift des Künstlers in Form der typischen Fliesenlegung.
- In der Aula zeigt sich die Handschrift des Künstlers Otto Wagner in Form der typischen Fliesenlegung.
- Foto: Luise Schmid/MeinBezirk
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In einiger Zeit steht die Schule aber vor einer großen Veränderung. 2028 ist der Umzug zu einem neuen Standort in der Seestadt geplant. An diesem soll die Schule mehr Platz und Licht haben sowie moderner sein. Am neuen Standort sollen zudem mehrere Wiener Berufsschulen zusammenkommen.
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