14.09.2018, 14:43 Uhr

1918: Das Schicksalsjahr in der Donaustadt zu Wasser und in der Luft

Jagdausflug mit Kaiser Franz Joseph in der Lobau. Besichtigung des zur Strecke gebrachten Rotwildes. (Foto: Österreichische Nationalbibliothek)

Heuer jährt sich das schicksalshafte Jahr 1918 zum 100. Mal. Die Donaustadt gehörte da noch zur Leopoldstadt.

DONAUSTADT. Das Ende des Ersten Weltkrieges und die Ausrufung der Ersten Republik am 12. November 1918 waren die bedeutendsten Ereignisse vor 100 Jahren in Österreich. In Wien herrschte nach Kriegsende bittere Armut und eine Grippewelle brachte vielen Menschen den Tod.

Die Donaustadt selbst gab es als eigenständigen Bezirk zu dieser Zeit zwar noch nicht, dennoch passierte auf dem heutigen Bezirksgebiet viel Spannendes. Archivar Norbert Kainc hat mit der bz einen Blick in die Geschichtsbücher von damals geworfen.

Von Kino bis Kinderheim

An der Ecke Schüttauplatz/Mendelssohngasse befand sich von 1909 bis 1986 eine städtische Volksschule. Auf dem benachbarten Grundstück Mendelssohngasse 11 entstand 1888 eine "Kleinkinderbewahranstalt", die 1918 vom Architekten Ernst Epstein zu einer Tagesheimstätte umgebaut wurde.

Der Installateur Sonderhof wurde in dem Jahr gegründet und hatte damals seinen Sitz in der Wagramer Straße. Pater Jordan, der Gründer der Salavtorianer und der Niederlassung Kaisermühlen, ist am 8. September 1918 verstorben. "Angeblich wurden vor 100 Jahren auch die Lichtspiele Kaisermühlen in der Sinagasse 33 ins Leben gerufen. Manche behaupten aber auch, dass dies bereits 1914 gewesen sein soll", so Kainc.

Fliegen und Rudern

Fest steht, dass 1918 das Städtische Strandbad Alte Donau eröffnet hat und die LIA, der älteste Ruderclub Wiens, wieder sein Klubhaus an der Alten Donau übernehmen konnte. Ebenfalls am Wasser liegt die Polizeisportvereinigung in Kaisermühlen, die ebenfalls 1918 gegründet wurde und heute noch am selben Standort ist.

Am 1. April 1918 war der Flugplatz Aspern Ausgangspunkt der ersten Internationalen Flug(post)linie der Welt zwischen Wien – Krakau – Kiew mit Zwischenstopps in Lemberg und Proskurow. Am 4. Juli 1918 wurde zudem von hier aus die Luftpostlinie Wien – Budapest eröffnet. Am 6. Dezember 1918 rief das Staatsamt für Heerwesen die "Deutsch-österreichische Fliegertruppe" ins Leben. Am 17. April 1918 berichtete die Reichspost über die Wiener Lobau, da Kaiser Karl damals einen Teil dieses ehemals kaiserlichen Jagdrevier der Stadt Wien geschenkt hatte.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.