Weniger Spuren, mehr Diskussionen
Zwischenbilanz Pilotprojekt Mattersburger Straße
- Der Lokalaugenschein an einem Wochentag um 7.40 Uhr zeigt einen flüssigen Verkehr auf der Mattersburger Straße.
- Foto: Sandra Koeune / MeinBezirk
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Seit 19. August erproben das Land Burgenland und die Stadt Eisenstadt mit Unterstützung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) in einem auf drei Monate angelegten Pilotversuch neue Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der Mattersburger Straße. Während die FPÖ von „künstlichen Staus“ und einem „Verkehrs-Chaos“ spricht, fällt die bisherige Bilanz des KfV deutlich nüchterner aus.
EISENSTADT. Die Mattersburger Straße zählt zu den wichtigen Verkehrsachsen in Eisenstadt. Pro Fahrtrichtung gibt es eine Belastung von rund 650 Fahrzeugen pro Stunde. Mit dem neuen Pilotprojekt soll die über einen Kilometer lange Verkehrsachse zukünftig für alle Verkehrsteilnehmer besser zugänglich gemacht werden. Zwischen den beiden Kreisverkehren wurde der Verkehr in jeder Fahrtrichtung auf jeweils einen Fahrstreifen reduziert. Außerdem wurde das Tempolimit von 50 km/h verlängert und es wurden sechs beleuchtete Querungsmöglichkeiten geschaffen.
- Auf der Mattersburger Straße wird seit dem 19. August im Rahmen eines dreimonatigen Pilotprojekts eine neue Verkehrsführung getestet.
- Foto: Sandra Koeune / MeinBezirk
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„Seit dem Bau dieser Straße hat sich viel getan. Die Nutzungen sind vielfältiger geworden, die Menschen wollen nicht mehr mit dem Auto nach Eisenstadt, sondern wollen zu Fuß unterwegs sein, wollen mit dem Rad unterwegs sein. Dieses Ziel erfüllt die Mattersburger Straße derzeit nicht", erklärte Sabine Kaulich vom KfV bei der Präsentation des Pilotprojektes.
"Verfehlte Ideologiepolitik“
Die FPÖ sieht darin ein Experiment zulasten von Pendlern, Arbeitnehmern und Familien. Stadtparteiobfrau Julia Reich spricht von einer „völlig verfehlten Ideologiepolitik“ und kritisiert, dass der Individualverkehr eingeschränkt werde, ohne gleichzeitig ausreichend attraktive Alternativen im öffentlichen Verkehr zu schaffen. Auch FPÖ-Bezirksparteiobfrau Michelle Whitfield stellt die Maßnahme infrage. Man versuche, den Autoverkehr zu verdrängen, bevor eine funktionierende Alternative vorhanden sei, lautet der Vorwurf. Die Freiheitlichen fordern deshalb, die Fahrspuren wieder vollständig freizugeben.
Stabiler Verkehrsfluss
Die bisherige Datenlage des KfV bestätigt diese Darstellung allerdings nicht. „Auch rund um den Schulbeginn, der aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens besonders genau beobachtet wurde, zeigt sich bislang ein anderes Bild: Der Verkehr auf der Mattersburger Straße läuft insgesamt stabil. Kurzfristig erhöhte Verkehrsbelastungen im Stadtgebiet konnten nach unseren bisherigen Beobachtungen nicht auf die Fahrstreifenreduktion im Pilotabschnitt zurückgeführt werden", so so Sabine Kaulich KfV. Das Projektteam steht zudem im engen Austausch mit den Blaulichtorganisationen und den Verkehrsbetrieben Burgenland, auch von dieser Seite wurden keine Auffälligkeiten rückgemeldet.
Der Verkehr auf der Mattersburger Straße laufe laut den Beobachtungen seit Beginn des Pilotprojekts insgesamt gut. „Auch bei höherem Verkehrsaufkommen zeigt sich bislang ein weitgehend stabiler Verkehrsfluss. Reisezeiten, Staulängen und weitere verkehrstechnische Kennwerte werden während der gesamten Pilotphase laufend erhoben und anschließend im Rahmen der Gesamtevaluierung ausgewertet", so Kaulich.
Keine Verkehrsverlagerungen
Eine weitere Befürchtung der Kritiker ist, dass sich der Verkehr infolge der Fahrspurreduktion auf umliegende Straßen verlagern und dort für zusätzliche Belastungen sorgen könnte. Auch dafür gibt es nach den bisherigen Beobachtungen des KFV keinen Hinweis: Relevante Verkehrsverlagerungen auf das umliegende Straßennetz seien bislang nicht festzustellen. Dieser Aspekt würde während der gesamten Pilotphase gezielt beobachtet und sei Bestandteil der abschließenden Evaluierung.
Auch die sechs neu geschaffenen Querungsmöglichkeiten wurden laut dem KfV bereits gut angenommen. Die Nutzung durch Fußgänger und Radfahrer werden im Rahmen der Pilotphase laufend erhoben. Gleichzeitig werden die Querungsstellen hinsichtlich ihrer Sicherheit und Nutzbarkeit beobachtet und bei Bedarf bereits während der Pilotphase optimiert.
Evaluierung im November
Mitte November werden sämtliche erhobenen Daten und Erkenntnisse zusammengeführt und ausgewertet. Die Ergebnisse werden anschließend präsentiert und veröffentlicht. Sie bilden die Grundlage für die Entscheidung über eine mögliche zukünftige Gestaltung der Mattersburger Straße.
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