„Das Burgenland ist auf der Überholspur“

Hochkartige EU-Diskussion: Karl-Heinz Lambertz, Marlies Stubits-Weidinger, Hans Niessl, Elisabeth Kornfeind und Jörg Wojahn
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EISENSTADT (uch). Hochrangige Vertreter der Europäischen Union und der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) referierten auf Einladung von LH Hans Niessl beim 2. „Burgenlandgespräch“ im TechLab in Eisenstadt.
Erfreuliches wusste Marlies Stubits-Weidinger, Botschafterin Österreichs bei der OECD, zu berichten. So zeige ein Vergleich der Wachstumsraten der österreichischen Regionen von 2000 bis 2013, dass sich das „Burgenland auf der Überholspur“ befinde. Bei der Produktionssteigerung pro Kopf im selben Zeitraum liegt das Burgenland sogar an der Spitze.

Indikatoren zum Wohlbefinden

Top-Positionen nimmt das Burgenland aber nicht nur bei den Wirtschaftsdaten ein. Verglichen mit anderen OECD-Regionen liegt das Burgenland unter den besten 14 Prozent beim „bürgerlichen Engagement“ und unter den besten 40 Prozent in der Kategorie „Gemeinschaftssinn“ sowie bei „Bildung“. Einen absoluten Spitzenwert erreicht das Burgenland beim Thema Sicherheit.
Als Hauptfaktoren für die gute wirtschaftliche Entwicklung nannte Stubits-Weidinger die Nähe von Städten wie Wien und Graz, in Zukunft aber auch Sopron, Györ oder Bratislava. „Länder wie die Slowakei oder Ungarn sind ebenfalls in einem Aufholprozess. Sie werden ihre Produktivität, aber auch ihr Lohnniveau erhöhen.“ Die OECD empfiehlt deshalb, noch enger mit den Nachbarländern zusammenzuarbeiten und die grenzüberschreitende Koordination auszubauen.

Förderungen nach 2020?

Einen Blick in die Zukunft wagte LH Hans Niessl, der über einen Arbeitsbesuch in Brüssel berichtete. Hauptthema: die Fördermöglichkeiten für die Periode nach 2020. Niessl wies darauf hin, dass das Burgenland als einzige Region Europas von drei neuen EU-Regionen umgeben ist. „Würden wir bei den Förderungen zurückfallen, dann besteht die Gefahr, dass sich Firmen überlegen, vom Burgenland abzusiedeln und in die Nachbarländer zu übersiedeln“, so Niessl. Dafür habe EU-Budgetkommissar Günther Oettinger Verständnis gezeigt „und weitere Förderungen in Aussicht gestellt, wenn auch um 10 bis 30 Prozent gekürzt.“

„Wir können nicht sagen, dass überall gespart werden muss, außer bei der Politik, die wir machen.“

Jörg Wojahn, Vertreter der Europäischen Union in Österreich, bremste die Erwartungen etwas. „Durch den bevorstehenden Brexit ist das Geld in der EU knapp“, so Wojahn, der deutlich machte, dass Österreich auch in Zukunft ins EU-Budget einzahlen müsse. Nur so könnten Regionen wie das Burgenland weiterhin auf EU-Förderungen hoffen.
In dieselbe Kerbe schlug auch Karl-Heinz Lambertz, Präsident des Ausschusses der Regionen: „Wir können nicht sagen, dass überall gespart werden muss, außer bei der Politik, die wir machen. Auf Dauer kann es nicht anders gehen, als die Beitragszahlungen für die EU zu erhöhen.

Kommentar von Chefredakteur Christian Uchann

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