Erntebilanz 2026
Burgenland Winzer-Nachwuchs steht in den Startlöchern
- Jung, progressiv und voller Tatendrang präsentierten sich zehn junge Winzerinnen und Winzer am Weingut Braunstein in Purbach.
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Zwischen Klimastress und Rebzikade: Burgenlands Winzerinnen und Winzer hatten es in diesem Jahr nicht leicht. Das Resümee nach eingefahrener Ernte fällt dennoch durchwegs positiv aus.
NORDBURGENLAND. Trockenheit und Hitze prägten das Weinjahr 2026 und waren ausschlaggebend für eine außergewöhnlich frühe Weinernte. Witterungsbedingungen, die zwar eine ausgezeichnete Qualität zur Folge hatten, sich jedoch bei der Menge widerspiegeln. Im Vergleich zur Top-Saison im Vorjahr mit etwa 650.000 Hektolitern, dürfte sich der Wein des Jahrganges 2026 aus dem Burgenland bei über 500.000 Hektolitern einpendeln.
Um das Ende der heurigen Ernteaison gebührend zu feiern, luden Felix und Max Braunstein ihre jungen Winzerkollegen zu sogenannten "Harvest End-Party" nach Purbach ein. Die beiden Veranstalter orientierten sich dabei an einer Tradition aus Südamerika: "In Chile wird nach der Ernte immer groß gefeiert", sagt Felix Braunstein. Diese Idee des gemeinsamen Austauschs und Feierns soll nun auch im Burgenland etabliert werden.
- "Unerhört früh" begann die heurige Weinlese im Burgenland.
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Junge Weingärten tun sich schwer
Allgegenwärtiges Thema war dabei der heurige Jahrgang. Braunstein beschreibt das vergangene Weinjahr als herausfordernd, zugleich sei die Ernte vergleichsweise entspannt verlaufen. Besonders die Qualität der Trauben habe überzeugt: "Die Traubenqualität ist gigantisch, einer der besten Jahrgänge der letzten zehn Jahre." Gleichzeitig hätten die schwierigen Bedingungen auch zu erheblichen Mengeneinbußen geführt. Teilweise seien von einem Hektar nur rund 500 Liter Wein gepresst worden.
Das Weingut Heinrich aus Gols bewirtschaftet 90 Hektar und erntet noch alles per Hand. Jungwinzer Laurenz Heinrich zieht eine differenzierte Bilanz über das heurige Weinjahr. Die Ernte sei „sehr früh und vor allem schnell“ über die Bühne gegangen. Zwar sei die Menge etwas geringer ausgefallen, qualitativ zeige sich der Jahrgang jedoch sehr vielversprechend. "Die Rotweine haben eine wirklich gute Säure, das hat uns auch überrascht", so Heinrich. Die klimatisch herausfordernden Bedingungen hätten dabei vor allem für jüngere Weingärten eine Belastungsprobe dargestellt. "Die jungen Weingärten haben sich geplagt. Noch so ein Jahr wäre schlecht."
- Der Gesamtertrag dürfte im Burgenland um rund 30 Prozent unter den Zahlen des Vorjahres liegen.
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Unerhört frühe Ernte
Für Winzer Georg Schröck aus Rust verlief die heurige Lese trotz der herausfordernden Bedingungen insgesamt zufriedenstellend. "Die Lese war schön, die Menge war kleiner, aber für unseren Betrieb war es in Ordnung", sagt Schröck. Begonnen wurde mit der Lese bereits am 17. August – für Schröck: "Unerhört früh." Besonders ältere Weingärten hätten sich dabei bewährt, da sie mit der Hitze besser zurechtgekommen seien. Aus den Erfahrungen vergangener Hitzejahre habe das Weingut seine Lehren gezogen.
Für Jungwinzer Jonas Gager prägten vor allem Trockenstress und Hitze das Vegetationsjahr. "Die Grade passen, die Menge ist natürlich weniger. Dementsprechend ist die Qualität sehr konzentriert", beschreibt Gager den heurigen Jahrgang. Der Betrieb in Deutschkreutz im Mittelburgenland umfasst rund 36 Hektar und ist ausschließlich auf Blaufränkisch spezialisiert.
Rebkrankheit auf dem Vormarsch
Zusätzliche Sorgen bereitet den Winzerinnen und Winzern auch weiterhin die Amerikanische Rebzikade und die Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Goldgelben Vergilbung. Die Situation habe sich im Weingut Heinrich heuer in Grenzen gehalten. "Wir waren betroffen und haben alle Stöcke, die eine Krankheit hatten, abgeschnitten und kontrollieren lassen", betont Heinrich. Bei den Kontrollen seien letztlich nur zwei Stöcke als betroffen festgestellt worden. Er warnt jedoch bereits davor: "Nächstes Jahr wird die Sache sicher anders ausschauen."
- Die Situation um Burgenlands Weingärten bleibt mit der Ausbreitung der sogenannten "Goldgelben Vergilbung" weiter angespannt.
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"Gefährliche Mischung"
Für Georg Schröck ist der Vormarsch der Rebkrankheit ein Riesen-Thema: "Da kommst du nicht aus", beschreibt er die Situation. Die Entwicklung zeige auch, wie wichtig der Zusammenhalt innerhalb der Winzerschaft sei. "Einfach Insektizide zu spritzen, ist eine Augenauswischerei", betont Schröck. Entscheidend sei vielmehr, befallene Rebstöcke möglichst früh zu erkennen und konsequent zu entfernen. Er rechnet damit, dass sich die Situation im kommenden Jahr deutlich verschlimmern werde. "Die große Challenge, die uns noch viele Jahre beschäftigen wird." Besonders problematisch sei die Kombination aus der wirtschaftlich angespannten Situation vieler Betriebe und der zusätzlichen Belastung durch die Rebzikade. "Das ist eine wirklich gefährliche Mischung", warnt der Winzer.
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