26.09.2016, 00:00 Uhr

Breitenbrunn: Unveröffentlichte Seebad-Pläne stoßen auf Widerstand

Diese Gruppe, bestehend aus besorgten Breitenbrunnern, Seglern, Campern und Ökologen stand vor verschlossenen Toren
EISENSTADT/BREITENBRUNN. Vergangenen Montag sollten in einer Ausstellung – für geladene Gäste – die Architekturbeiträge des „Masterplans Seebad Breitenbrunn“ im Schloss Esterházy präsentiert werden.

Kurzfristige Absage

Nicht eingeladen wurde eine Breitenbrunner Interessensgemeinschaft, die sich gegen massive Umbauten am See ausspricht. Diese kleine Gruppe fand sich vor dem Schloss ein, um ihre Anliegen kundzutun.
Kurzfristig, weniger als zwei Stunden vor der Eröffnung, wurde die Eröffnung, aufgrund „einer Erkrankung eines maßgeblich beteiligen Mitarbeiters sowie eines Laudators“ abgesagt – der Türen zum Moreausaal, wo die Werke ausgestellt werden sollten, blieben verschlossen. Ein Zusammenhang der Absage und des Erscheinens der Breitenbrunner Initiative dementiert Esterházy: „Wir wussten gar nicht, dass sie kommen, diese Info hatten wir nicht.“

„Mutet nach Ostblock an“

Aus Breitenbrunn wollten unter anderem Yachtclub-Präsident Christian Müller-Uri, der ehemalige Olympia-Segler Heimo Hecht oder Bernd Lötsch, ein Wegbereiter der österreichischen Ökologiebewegung, aber auch besorgte Saisoncamper einen Blick auf die Pläne werfen.
Lötsch, der das Breitenbrunner Gebiet seit seiner Kindheit kennt, war von der Abweisung vor dem Schloss empört: „Die Pläne werden doch nicht auch krank sein? Es mutet merkwürdig nach Ostblock an, wenn man so vor die Tür gewiesen wird!“ Der Biologe sieht das Projekt Seebad in einer Phase, „in der man sich noch einbringen kann.“


„Der Masterplan ist momentan im Entstehen. Was die Architekten entworfen haben, ist ihr Idealplan. Wir führen seit Anfang Juni laufend Gespräche mit allen Beteiligten. Niemand muss sich fürchten, bei den Planungen nicht integriert zu werden“, beruhigen die Esterhazy-Betriebe. „Von Mitbestimmung kann hier keine Rede sein, wir werden nicht aktiv in Entscheidungen eingebunden“, sehen das die Breitenbrunner anders.

Ende des sanften Tourismus?

„Ich habe Sorge, weil hier ein protziger Profitquader weit über die Ökologie hinausgeht“, so Lötsch, dem der Nationalpark Neusiedler See eine Herzensangelegenheit ist. „Viele schätzen hier die momentane naturbelassene Lage“, erzählt eine Saisoncamperin, die über 800 Unterschriften für den Erhalt des Naturseebads gesammelt hat und nun das Ende des sanften Tourismus befürchtet. „Diese Pläne erledigen den derzeitigen Charakter endgültig“, erklärt ein Segler. Auch hier versuchen die Esterhazy-Betriebe zu beruhigen: „Der Naturbad-Charakter wird nicht verloren gehen!“

„Keine Geheimveranstaltung“

Wann genau die Pläne ausgestellt werden, steht noch nicht fest. „Der Moreausaal ist belegt, wir müssen einen anderen Platz finden. Aber wir werden die Pläne präsentieren, und es wird sich sicher nicht um eine Geheimveranstaltung handeln“, erklären die Esterhazy Betriebe und garantieren damit eine Fortsetzung der Causa Seebad Breitenbrunn.
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